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Panorama ICE mit Steinen und Schneebällen beworfen: Jugendliche im Verdacht
Nachrichten Panorama ICE mit Steinen und Schneebällen beworfen: Jugendliche im Verdacht
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18:07 15.12.2018
Ein ICE der Deutschen Bahn (Symbolfoto). Quelle: imago/Future Image
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Erfurt

Zwei Jugendliche aus Thüringen stehen im Verdacht, einen ICE auf der Strecke Erfurt-Nürnberg mit Steinen und Schneebällen beworfen zu haben. Die Strecke war deswegen am Freitagabend gut fünf Stunden gesperrt.

Im Fokus der Ermittler stehen ein 14-Jähriger und ein 16-Jähriger. „Bei den Verdächtigen handelt sich um zwei Buben aus der Region“, sagte der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Erfurt am Samstag auf Anfrage. „Ermittelt wird wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Das ist kein Kavaliersdelikt.“

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Der Fahrer des Zuges hatte bei Langewiesen im Ilm-Kreis einen Schlag am Triebwagenkopf wahrgenommen. Die Strecke wurde danach gesperrt.

Beschädigungen an Frontscheibe und Fahrgestell

„Wir fanden Spuren im Schnee und haben auch Fährtenhunde eingesetzt“, so der Sprecher der Bundespolizeiinspektion Erfurt. Relativ sicher sei, dass der Zug mit Steinen und Schneebällen beworfen wurde. Es gebe Beschädigungen an der Frontscheibe und am Fahrgestell. Spuren ließen auch vermuten, dass die Täter Steine auf die Schienen gelegt haben könnten.

Noch seien die Ermittlungen jedoch nicht abgeschlossen. Relativ schnell hatten die Ermittler ausgeschlossen, dass es sich um einen Anschlag auf die Bahn handelte.

Angesichts der hohen Geschwindigkeiten der Züge von Tempo 300 auf der Neubautrasse durch den Thüringer Wald kontrollierte die Polizei den Abschnitt weiträumig.

18 Züge von Streckensperrung betroffen

Laut Bundespolizei werden die Schäden an dem ICE auf einen fünfstelligen Betrag geschätzt. Die Verspätungen durch die Streckensperrung für den Polizeieinsatz, der bis 23 Uhr am Freitag lief, würden sich auf mehr als 1000 Minuten summieren. 18 Züge seien betroffen gewesen. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden Züge umgeleitet.

Der Zugführer hatte den ICE nach einem Halt zur Begutachtung der Schäden bei Langewiesen mit verringertem Tempo nach Nürnberg gefahren. Den mit Steinen beworfenen ICE 709 mussten etwa 350 Reisende in Nürnberg verlassen. Die Reisenden wurden auf andere Züge verteilt.

Von RND/dpa