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Panorama Essen verdorben? Krippen-Kinder aus Leipzig in Klinik eingeliefert
Nachrichten Panorama Essen verdorben? Krippen-Kinder aus Leipzig in Klinik eingeliefert
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21:50 09.04.2019
Im Kinderhaus am Agrapark in Leipzig klagten mehrere Krippenkinder über Übelkeit. Polizei und Gesundheitsamt ermitteln. Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Zum Frühstück gab es Knäckebrot mit Marmelade, dazu Milch. Kurz danach fuhren am Montagvormittag mehrere Krankenwagen, Notärzte und die Polizei im Kinderhaus am Agrapark in der Bornaischen Straße vor.

Sieben dort betreute Kleinkinder mussten nach heftigen Gesundheitsbeschwerden behandelt und teilweise ins Krankenhaus eingeliefert werden. „Sie übergaben sich, wirkten teilweise apathisch und waren wie zusammengesackt“, sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am Dienstag der LVZ.

Betroffen war eine ganze Krippengruppe

Die Rettungsleitstelle erhielt gegen 11 Uhr den Notruf aus der Kita im Stadtteil Dölitz-Dösen. Polizeiangaben zufolge hatte es zwischen 7.30 und 8 Uhr Frühstück gegeben. Etwa zwei Stunden später sei einigen Kindern übel geworden. Was genau der Auslöser dafür war, ist noch nicht klar. Bekannt ist bislang nur, dass eine gesamte Krippengruppe im Alter zwischen eineinhalb und zwei Jahren betroffen war. Rund 20 weitere Kleinkinder, die nebenan frühstückten, hatten laut Polizei keine Beschwerden.

Die Betroffenen wurden mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftungen ins Krankenhaus gebracht. Zwei der Kinder blieben dort über Nacht zur Beobachtung, wie die Stadt auf LVZ-Anfrage mitteilte. Die Kommune betreibt das 2015 eröffnete Kinderhaus am Agrapark als Träger. Es bietet 205 Kindern Platz, davon 45 im Krippenalter.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung

Das Gesundheitsamt stellte Reste aller Mahlzeiten und Getränke in der Kita sicher, darunter auch die Filinchen-Brote, Marmelade und Milch. „Die Proben werden nun in mehreren Laboren untersucht. Mit Ergebnissen ist in zwei Tagen zu rechnen“, hieß es aus dem Rathaus.

Auch Stuhlproben seien veranlasst worden, um die Ursache der Beschwerden zu untersuchen. Die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung auf.

Stadt: Kein Anlass, die Kita vorübergehend zu schließen

Alle Eltern wurden laut Polizei umgehend über den Vorfall informiert. Die meisten hätten ihre Kinder am Montag frühzeitig abholt, teilte die Stadt mit. Am Dienstag lief der Betrieb in der Kita normal weiter. Es gebe keinen Anlass die Einrichtung vorübergehend zu schließen, hieß es von der Stadt. Die Kita-Leitung wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Vorfall äußern.

Karsten Albrecht (CDU), Vorsitzender des Fachausschusses Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule und Mitglied im Jugendhilfeausschuss, teilte am Nachmittag seine Betroffenheit über den Vorfall mit. Er fordere eine lückenlose Aufklärung und hoffe, dass es nicht am Lieferanten liege, der einen Großteil der Leipziger Kitas beliefert. „Allen Kindern wünsche ich eine gute Besserung“, so Albrecht.

Von LVZ/Robert Nößler