Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Panorama Bryan Adams: „Ich mag Deutsche, was soll ich sagen?“
Nachrichten Panorama Bryan Adams: „Ich mag Deutsche, was soll ich sagen?“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:56 11.12.2018
Musiker Bryan Adams: In der Berliner Galerie Camera Work stellt er bis zum 9. Februar seine Fotografien aus – unter anderem von Mick Jagger und Kate Moss.
Musiker Bryan Adams: In der Berliner Galerie Camera Work stellt er bis zum 9. Februar seine Fotografien aus – unter anderem von Mick Jagger und Kate Moss. Quelle: Galerie CAMERA WORK
Anzeige

Bryan Adams, verraten Sie uns, welche Ihrer Fotos zum ersten Mal in der Ausstellung gezeigt werden?

Ja, zwei Fotos von Tokio-Hotel-Star Bill Kaulitz und eins von der amerikanischen Modeikone Caroline Vreeland. Sie ist die Enkelin von Diane Vreeland, der berühmten Chefredakteurin des Magazins „Harper’s Bazaar“.

Was genau verbindet Sie mit den Personen? Es heißt, dass es immer einen Bezug zu Ihnen gibt.

In den meisten Fällen besteht gar keine persönliche Verbindung – außer, dass fast jeder mit der Kunst verbunden ist. Das macht es interessant.

Sie haben mal gesagt, dass einige Ihrer Porträtierten gar nicht gleich mitbekommen haben, dass Sie schon angefangen haben, sie zu fotografieren.

Das ist durchaus schon passiert. Was auch in Ordnung ist. Alles, was zählt, ist, dass wir ein gutes Porträt machen.

Bitten Sie Ihre Protagonisten eigentlich zum Fotoshooting – oder werden Sie gefragt?

Häufiger bin ich es, der fragt. Gelegentlich werde ich schon gebeten, mit Leuten zu arbeiten. Ich wünschte, es würde öfter vorkommen.

Sie fotografieren hauptsächlich in Schwarz-Weiß. Einmal gemacht, gibt es kein Zurück mehr. Warum haben Sie die Farben über die Jahre ausgesperrt?

Das habe ich gar nicht, es hält sich wirklich die Waage. In Schwarz-Weiß kann man dem Foto Zeitlosigkeit verleihen. Das ist auch der Grund, warum es mich hin und wieder reizt.

Machen Ihre zeitlosen Bilder Sie auch unsterblich?

Ich bin nur der Techniker, meine Unsterblichkeit liegt nicht im Rahmen.

Sie werden auch ständig fotografiert. Denken Sie manchmal, wenn der Fotograf dieses oder jenes anders machen würde, käme ein besseres Bild heraus?

Einige der besten Fotos sind Unfälle. Deswegen ist es das Beste, einfach nur zu sagen: „Das Licht kommt von hier.“

Vor einigen Tagen haben Sie sich während Ihrer Tour mit einem Video an Schüler aus dem Sauerland gewandt, sie darin für ein Projekt gelobt, dass sich gegen Rassismus und Antisemitismus richtet. Warum sind politische Aussagen wichtiger als je zuvor?

Einer meiner Freunde hat an diesem Projekt mitgearbeitet. Ich habe sie für ihren Wagemut bewundert. Es ist wichtig, Menschen für ihre Arbeit zu loben, besonders in so einem Fall.

Nochmals zurück zu den Menschen, die Sie fotografieren: Darunter sind auffällig viele Deutsche. Ist das Zufall?

Ich mag Deutsche, was soll ich sagen? Im Ernst, viele der Porträts wurden für das „Zoo Magazine“ gemacht, das ich im Jahr 2003 mitgegründet habe, und das war in Berlin.

Wovon besitzen Sie mehr: Kameras oder Gitarren?

Wahrscheinlich Gitarren. Es fällt mir einfach schwer, sie zu verkaufen – selbst wenn ich einige gar nicht mehr benutze.

Von Mirjana Cvjetkovic/RND