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Panorama Bombastus, Terence-Spencer oder Merkel: Diese Vornamen geben Deutsche ihren Kindern
Nachrichten Panorama Bombastus, Terence-Spencer oder Merkel: Diese Vornamen geben Deutsche ihren Kindern
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13:26 27.06.2019
Ungewöhnliche Vornamen wie Daenerys aus der Serie „Game of Thrones“, Merkel oder Fatlinde stehen auf einem Blatt Papier. Quelle: Arne Dedert/dpa
Wiesbaden

Mit Rihanna und Shakira im Sandkasten sitzen oder am Nachmittag bei Kurdistan und London zum Kindergeburtstag gehen. Das ist in Deutschland alles möglich – denn Eltern wählen für ihre Babys teils sehr exotische Vornamen. Auch von der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ lassen sich Väter und Mütter inspirieren. Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) listet in einer Aufstellung „besonderer Namen“ allein knapp zwei Dutzend Charaktere der Serie auf, darunter Daenerys, Tyrion und Arya. Allein Tyrion sei in den vergangenen drei Jahren rund 15 Mal vergeben worden, sagt GfdS-Expertin Frauke Rüdebusch in Wiesbaden am Donnerstag.

Die griechische und römische Mythologie wird ebenfalls bemüht. Wie aus den Urkunden der Standesämtern hervorgeht, nannten Eltern ihre Kinder unter anderem Adonis, Poseidon oder Apollo. Zu den weiteren ungewöhnlichen Namen zählen Wendelbert, Bombastus, Terence-Spencer oder Jamy-Oliver – die jedoch sehr selten sind. Die beliebtesten Babynamen 2018 waren Marie, Paul, Sophie oder Alexander.

Psychologe warnt vor sehr ungewöhnlichen Vornamen

„Welche Motive der Namensvergabe jeweils zugrunde lag, ist uns nicht bekannt“, erläutert die GfdS. Die juristische Entscheidung zur Eintragung sei letztlich allein von den Standesämtern zu treffen. Die GfdS bietet auf Nachfrage Gutachten über Vornamen an und gibt eine sprachliche Empfehlung. So lehnten die Sprachexperten unter anderem Popcorn, Urmel, Eisenstein, Knirpsi oder Lucifer ab.

Der Dresdner Psychologe Ulrich Winterfeld warnt Eltern davor, ihren Neugeborenen allzu ungewöhnliche Namen zu geben. „Kinder mit exotischen Namen haben es deutlich schwerer“, sagt der Experte. Oft gehe es den Eltern dabei nicht ums Kind – sondern um die eigene Beziehung. Beispielsweise dann, wenn sie ihren Sohn oder ihre Tochter nach einem Popstar benennen, weil sie sich bei dessen Konzert kennengelernt haben.

Vornamen haben offenbar etwas mit Erfolg zu tun

„Es gibt einen Trend zur Individualisierung“, sagt GfdS-Expertin Rüdebusch. Von einigen der eingetragenen Namen hätte die GfdS abgeraten. Bei den Empfehlungen stehe das Kindeswohl ganz oben. Außerdem müsse der Name als Vorname erkennbar sein. Grünes Licht gab die GfdS unter anderem für Merkel. Der Nachname der deutschen Bundeskanzlerin gehe aus dem Vornamen Markward hervor und könne daher vergeben werden – allerdings streng genommen nur an Jungs.

Diplom-Psychologe Winterfeld mahnt: „Was die Sache noch schlimmer macht ist, wenn man den exotischen Namen per Bindestrich mit einem normalen Namen verbindet – das ist der absolute GAU.“ Erzieher und Lehrer könnten mit verständlichen, deutschen Namen wie Alexander, Marie oder Hanna mehr anfangen, sagt der Wirtschaftspsychologe und erläuterte: „Es gibt verschiedene Untersuchungen, die zeigen, dass der Vorname etwas mit dem beruflichen Erfolg zu tun hat.“

Bei Menschen mit hohem Verdienst seien bestimmte Vornamen überrepräsentiert. „Hauptverdiener in Deutschland ist der Dirk bei den Männern und Sabine bei den Frauen.“ Eine andere Untersuchung aus Deutschland zeige, dass sich auch die Notengebung der Lehrer an den Vornamen orientiere.

Von Andrea Löbbecke/RND/dpa