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Panorama Aus Versehen: Bauhof vernichtet 20.000 Krokusse
Nachrichten Panorama Aus Versehen: Bauhof vernichtet 20.000 Krokusse
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22:16 13.05.2019
Bis Ende März sprossen die Krokusse vor dem Stockelsdorfer Herrenhaus. Doch Anfang April wurden die Pflanzen durch zu frühes Mähen zerstört. Quelle: hfr
Stockelsdorf

Nach nur vier Jahren ist das Krokus-Blütenmeer vor dem Stockelsdorfer Herrenhaus in der Nähe von Lübeck Geschichte. Bei einer verfrühten Mäh-Aktion wurden die Pflanzen zerstört.

Die knapp 20.000 Krokus-Zwiebeln – für jeden Stockelsdorfer Bürger eine – wurden 2015 in einer großen Aktion der Siedlergemeinschaft Siegfried Krüger (heute Siedlergemeinschaft Stockelsdorf Mitte) gepflanzt. Bereits vier Mal konnten sich die Bürger dort im Frühjahr an einem bunten Blütenteppich erfreuen. Ein fünftes Mal wird es nicht geben. „Das Feld wurde nämlich vernichtet“, stellt Holger Hintz, Vorsitzender der Siedlergemeinschaft, fest. Passiert sein soll das bereits Anfang April. „Dort wurde der Rasen gemäht und die Krokusse gleich mit“, kritisiert Holger Hintz, „und das war für Krokusse viel zu früh, sodass die Pflanzen komplett zerstört worden sind.“

Verfrühtes Mähen geschah aus Versehen

Wie konnte das passieren? Hans-Joachim Maiwald, stellvertretender Bauamtsleiter, sagt dazu: „Das war ein Versehen des Bauhofs, der dort zu früh gemäht hat.“ Für die Grünflächen vor dem Herrenhaus ist nämlich die Gemeinde zuständig. Regelmäßig wird dort deshalb auch der Rasen gemäht. Doch wenn die erste Mahd des Jahres auf einem Feld mit Krokussen zu früh erfolgt, bedeutet das den Tod dieser sonst immer wieder neu sprießenden Frühlingsblumen.

Deswegen, so sagen Garten-Experten, dürfe ein Rasen mit Krokussen frühestens sechs Wochen nach der Blüte gemäht werden. „Denn in dieser Zeit verlagert der Krokus Nährstoffe in die Zwiebel, damit diese im nächsten Frühjahr wieder blüht“, erklärt Thomas Tetzlaff von der Stockelsdorfer Gärtnerei Arndt (künftig Gärtnerei Buchwald). „Das ist so, als wenn sich ein Mensch das ganze Jahr nur von Knäckebrot ernähren würde“, erklärt Tetzlaff, „man würde das wohl überleben, aber hätte keine Kraft mehr, sich neu zu entwickeln“.

„Ich war geschockt, als ich Anfang April das abgemähte Feld gesehen habe“, sagt Holger Hintz. „Und ich kenne viele Bürger, die empört und traurig darüber sind.“ Thomas Tetzlaff sagt, dass dort nicht vor Ende April hätte gemäht werden dürfen.

Fläche vor Herrenhaus besonders geeignet

Der Platz für das Krokus-Meer vor dem Herrenhaus sei perfekt gewesen, sagt Holger Hintz. „Ein Krokus braucht durchlässigen Boden, der im Frühjahr feucht und während der Ruhezeit im Herbst eher trocken sein sollte“, er.

Zur Geschichte der Herrenhaus-Krokusse: Nachdem im Jahr 2015 der Beschluss in Gemeinde gefasst wurde, den Herrengarten nicht zu bebauen, kam die Siedlergemeinschaft auf die Idee, großflächig Krokusse zu pflanzen. Der ausgewählte Platz vor dem Herrenhaus wurde von Politik und Verwaltung abgesegnet. Daraufhin bestellten und bezahlten die Siedler Krokuszwiebeln in rauen Mengen. 19 Stockelsdorfer Bürger erklärten sich bereit, bei der Pflanzaktion unter der Leitung von Gartenfachberater Thomas Balster und Gärtnermeister Karsten Stein mit anzupacken. „Über sieben Stunden hat die Aktion damals gedauert“, erinnert sich Holger Hintz.

Siedler wären bereit für neue Pflanz-Aktion

Noch bis weit in die zweite März-Hälfte hinein war es bunt vor dem Herrenhaus. Schnell wird es das Blütenmeer dort wahrscheinlich nicht wieder geben. „Den bunten Krokus-Teppich vor dem Herrenhaus gibt es im nächsten Jahr nicht“, erklärt Holger Hintz. Es sei denn: „Bei Ersatz der Krokus-Zwiebeln wäre die Siedlergemeinschaft bereit, eine erneute Pflanz-Aktion zu starten.“ Wenn also jemand bis zur Pflanz-Saison im Herbst Geld für die Zwiebeln locker macht, könnte es vielleicht im nächsten Frühjahr vor dem Herrenhaus doch wieder bunt werden.

Von RND/LN/Doreen Dankert

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