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Panorama Armbrust-Fall mit fünf Toten: Was wir wissen – und was nicht
Nachrichten Panorama Armbrust-Fall mit fünf Toten: Was wir wissen – und was nicht
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12:28 15.05.2019
Ein Fall mit fünf Toten und viele Fragezeichen: Zwei Tote wurden in Wittingen im Kreis Gifhorn entdeckt. Quelle: Christophe Gateau/dpa
Passau/Wittingen

Es geht um fünf Tote. Der Passauer Armbrust-Fall gibt viele Rätsel auf. Wie hängt alles miteinander zusammen?

Was wir wissen

Die Identität der fünf Todesopfer: Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren in einer Gemeinde im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet. Der Mann betrieb im nahe gelegenen Hachenburg einen Mittelalterladen. Die 30-Jährige lebte in Wittingen im Kreis Gifhorn in Niedersachsen und war laut Polizei Verkaufsleiterin in einer Bäckerei. Die 35-Jährige war dort als Grundschullehrerin tätig. Das fünfte Todesopfer ist eine 19-Jährige, die ebenfalls in der Kleinstadt lebte. Sie hatte vor längerer Zeit den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen.

Die Verbindung der fünf Personen untereinander: Bekannt ist, dass der 53-Jährige und die 33-Jährige an derselben Adresse gemeldet waren. Dort war bis vor zwei Monaten laut Staatsanwaltschaft auch die 30-Jährige gemeldet. Die 35-jährige und die 30-jährige Frau waren ein Paar. Medienberichten zufolge sollen sie der Ritter- und Mittelalter-Szene angehört haben. Der Passauer Staatsanwaltschaft war darüber nach Angaben eines Sprechers nichts bekannt.

Die Todesursache der drei Toten von Passau: Die Obduktion ergab, dass der Mann und die 33-jährige Frau, die Hand in Hand in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet wurden. Bei der 30-Jährigen, die auf dem Boden lag, war laut Staatsanwaltschaft ein Schuss in den Hals tödlich.

In einer Pension in Bayern sind am Wochenende drei Menschen tot aufgefunden worden. In ihren Körpern steckten die Pfeile einer Armbrust. Auch in einer Wohnung in Niedersachsen stießen Ermittler auf zwei Leichen.

Das spielte sich in Passau ab: Was sich in dem Passauer Pensionszimmer abgespielt hat, lässt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft aus dem Obduktionsergebnis heraus zumindest deuten: Demnach hat die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen. Die Behörde geht von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. Es gebe keine Hinweise darauf, dass eine vierte Person an dem Geschehen beteiligt gewesen sein könnte. Auch seien bei keiner der drei Leichen Kampf- oder Abwehrspuren gefunden worden.

Weitere Indizien für erweiterten Suizid: In dem Pensionszimmer fanden die Ermittler zwei Testamente, die von den beiden Personen im Bett stammten. Der Mann und die zwei Frauen checkten am Freitagabend in der Pension ein und nahmen lediglich die drei Armbrüste mit ins Zimmer. Reisegepäck oder Zahnputzzeug fand sich in dem Zimmer laut Staatsanwaltschaft nicht

Wann starben die Frauen in Wittingen? Der Todeszeitpunkt der am Montag in Wittingen gefundenen beiden toten Frauen liegt laut Hildesheimer Staatsanwaltschaft bereits einige Tage zurück.

Was wir nicht wissen

Todesursache der Toten von Wittingen: Die Leichen der beiden 19 und 35 Jahre alten Frauen lagen in der Wohnung der 30-Jährigen in Wittingen, die wiederum in Passau starb. Die beiden Leichen wiesen laut Polizei keine Anzeichen auf äußere Gewalteinwirkung auf. Pfeile und Armbrüste wurden nicht gefunden.

Motiv: Das Motiv liegt noch im Dunkeln. Die Hintergründe für den Tod der vier Frauen und des Mannes sind noch völlig unklar.

Welches war die Tatwaffe? Nicht bekannt ist, welche Art Armbrust die drei Beteiligten in Passau verwendeten. Zumindest eine der drei gefundenen Waffen hatten sie zuvor in Österreich gekauft, wie ein Sprecher der Passauer Staatsanwaltschaft sagte. Das belege eine Quittung. Es habe sich um eine moderne Armbrust gehandelt.

Warum Passau? Warum der 53-Jährige und seine Begleiterinnen ausgerechnet Passau und speziell diese Pension für ihr Vorhaben ausgewählt haben, ist laut Staatsanwaltschaft noch ein Rätsel. Zuvor waren sie jedenfalls in Österreich.

Weiterlesen:
So tickt die Mittelalterszene

Haben Sie Suizidgedanken? Dann wenden Sie sich bitte an folgende Rufnummern

Die folgende Telefon-Hotline ist kostenfrei und 24 Stunden lang am Tag zu erreichen:

0800 - 111 0 111

oder

0800 - 111 0 222

0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

Per Email oder Chat: unter www.telefonseelsorge.de

Von RND/lni

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