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Panorama Anwohner verpacken Autos im Parkverbot
Nachrichten Panorama Anwohner verpacken Autos im Parkverbot
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10:28 19.12.2017
Genervte Nachbarn haben in Stuttgart Falschparker verpackt. Quelle: Christine Lehmann
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Stuttgart

Ob mitten auf dem Gehweg, vor einer Einfahrt oder in der zweiten Reihe – Falschparker machen Radfahrern, Fußgängern und anderen Autofahrern das Leben schwer. In Stuttgart sind die Anwohner des Heuersteigviertels jetzt selbst aktiv geworden und haben den Parksündern eine vorweihnachtliche Bescherung bereitet.

Mit Plastikfolie und Absperrband bewaffnet, zogen die engagierten Nachbarn durch die Straßen und verpackten die rücksichtslos abgestellten Autos. Anschließend verzierte die Aktionsgruppe die Scheiben der Wagen mit eindeutigen Hinweisschildern.

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Eindeutige Botschaft an Falschparker in Stuttgart Quelle: Christine Lehmann

„Kinder geraten in Gefahr, weil sie nicht erkennen können, ob ein Auto kommt, wenn sie die Straße überqueren wollen, denn sie können nicht über die Autodächer hinweg sehen wie wir Erwachsenen“, kommentierte Christine Lehmann die Aktion auf ihrem Blog. Die Grünen-Stadträtin setzt sich für eine fahrradfreundliche Stadt ein.

Weil in Stuttgart bisher eher selten konsequent gegen Parksünder vorgegangen wurde, hat die Stadt im Herbst 2016 Maßnahmen ergriffen und die Abschleppvorgänge umverteilt. Statt der überlasteten Polizei kümmert sich nun die städtische Verkehrsüberwachung um die Falschparker. 5,4 neue Stellen wurden geschaffen. Wie die „Stuttgarter Zeitung“ berichtet, wird sich die Zahl der abgeschleppten Wagen laut Stadtverwaltung durch diese Veränderung von etwa 1500 Fällen im vergangenen Jahr auf circa 2200 im laufenden Jahr steigern. Auch betroffene Bürger können sich seit März 2017 an die Verkehrsüberwachung wenden und Parksünder melden.

In Sachen Knöllchen hingegen liegt die baden-württembergische Landeshauptstadt übrigens ganz weit vorne: Laut einer Inrix-Studie ist Stuttgart die internationale Strafzettel-Hauptstadt. Mit 1,5 Knöllchen pro Jahr und Autofahrer kassieren Stuttgarter mehr Strafzettel als in New York (1,31) und London (1,09).

Von RND/mkr