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Medien „Reiterhof Wildenstein“: Der Freitagsfilm im Ersten setzt alles auf ein Pferd
Nachrichten Medien „Reiterhof Wildenstein“: Der Freitagsfilm im Ersten setzt alles auf ein Pferd
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17:00 09.05.2019
Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde: Rike Wildenstein (Klara Deutschmann) mit Jacomo. Quelle: Foto: Hendrik Heiden/ARD
Frankfurt

Klara Deutschmann ist nicht Robert Redford, aber das erwartet auch niemand, selbst wenn der Episodentitel „Die Pferdeflüsterin“ entsprechende Assoziationen weckt. Zu Pferde aber macht die junge Schauspielerin eine richtig gute Figur. Die ganz schwierigen Dressurszenen hat sie zwar sichtbar nicht selbst geritten, doch davon abgesehen sieht das alles sehr glaubwürdig aus.

Das muss es auch, schließlich hat Rike nicht weniger als eine Revolution des Reitsports im Sinn: Wo die Kollegen zu Gerte und Sporen greifen, wenn sie ihre Pferde dressieren, arbeitet sie mit Empathie. Aber das ist nur die eine Seite dieses Auftakts zu „Reiterhof Wilden­stein“, einer möglichen neuen Filmreihe, mit der sich die ARD viele junge Freundinnen machen will.

Rike kommt nach 13 Jahren zurück zum Reiterhof

Rike, Ende zwanzig, kommt anlässlich der Beerdigung ihres Vaters aufs elterliche Gestüt in Oberbayern zurück. Sie war 13 Jahre in Amerika, wo sie zuletzt mit wilden Mustangs gearbeitet hat. Die alten Gefühle für ihre Jugendliebe Christian (Alexander Khuon), mittlerweile mit Rikes einstiger besten Freundin verheiratet, sind zwar noch da, aber dafür ist ihre Beziehung zum älteren Bruder Ferdinand (Shenja Lacher) dramatisch abgekühlt. Der Reiterhof ist hoch verschuldet.

Letzte Hoffnung ist Dressurpferd Jacomo. Der Trainer (Pierre Kiwitt) rückt dem Pferd allerdings mit derart rabiaten Methoden zu Leibe, dass nach Rikes Ansicht jedes Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier für immer zerstört ist. Kurzerhand übernimmt sie die Dressur selbst, doch die Zeit ist knapp: In zwei Wochen beginnt das Turnier.

Das Erste kehrt beim Freitagsfilm zurück zum Bewährten

Vor einigen Jahren hat eine neue Führung der ARD-Tochter Degeto beim Freitagsfilm für durchgreifende Änderungen gesorgt. Die Kritiker waren begeistert, das Stammpublikum weniger. Allzu viele Geschichten entsprachen nicht mehr der Lebenswirklichkeit der Zuschauer. Das gilt zwar auch für einen Stoff wie „Reiterhof Wildenstein“, aber damit können sich die meisten Menschen leichter identifizieren als mit zwei gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kinderwunsch („Vier kriegen ein Kind“) oder einem Jugendlichen, der lieber ein Mädchen wäre („Mein Sohn Helen“, beide 2015).

Der Sendeplatz bewegt sich ohnehin schon seit einiger Zeit wieder stärker in die frühere Richtung. Die handwerklichen Maßstäbe sind allerdings deutlich höher, zumal die Besetzung von einer ganz anderen Vielfalt ist als in jenen Jahren, als Christine Neubauer freitags im „Ersten“ Stammgast war. Und schließlich taugt die Hauptfigur auch für Männer als Vorbild. Eine junge Frau, die angesichts enormer Herausforderungen und trotz verschiedener Rückschläge nicht aufgibt: Das ist eine klassische Held(inn)engeschichte, die mit Klara Deutschmann treffend besetzt ist.

Liebe und Pferde – eine klassische Kombination

Natürlich gibt es auch eine romantische Ebene, und das nicht nur wegen der alten Gefühle für Christian. Weil Rike gleich mehrfach nicht unerheblich gegen die Straßenverkehrsordnung verstößt, trifft sie regelmäßig auf einen Hüter des Gesetzes. Die Begegnungen bereiten dem Kommissar (Stefan Pohl) offenkundig mehr als nur berufliche Freude, und selbstverständlich steht irgendwann auch ihr amerikanischer Freund Jack (Angus McGruther) vor der Tür. Solche Verwicklungen gehören ebenso zur Grundausstattung des Sendeplatzes wie das schöne Wetter. Sehr besonders sind dagegen die Pferdeszenen, die von einem glaubwürdig innigen Verhältnis zwischen Rike und Jacomo zeugen.

Der zweite Teil, „Kampf um Jacomo“ (17. Mai), ist zwar deutlich dramatischer, weil sich Rike aufgrund eines miesen Komplotts vom geliebten Jacomo trennen muss, aber trotzdem weniger gelungen, zumal die Handlung mitunter allzu schlicht ist: Die Essstörungen eines jungen Mädchens stehen selbstredend für die Ehekrise seiner Eltern. Immerhin liefert der Film eine Erklärung für die Wut von Ferdinand, und Rike klärt ihr Liebesleben; zumindest zum Teil. Stoff für eine Fortsetzung gibt es ohnehin genug, und das nicht nur wegen der Umwidmung des Gestüts in ein Therapiezentrum für Problempferde.

Von Tilmann P. Gangloff/RND

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