Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Medien Mit Kühen und Konflikten machen „Die Fallers“ Millionen-Quote
Nachrichten Medien Mit Kühen und Konflikten machen „Die Fallers“ Millionen-Quote
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:38 30.01.2019
„Und action“: Kamermann Sven Schapeler, Regisseur Karsten Wichniarz und die Schauspieler Lucie Muhr und Ralph Gassmann (l-r) stehen bei den Dreharbeiten für die 1000. Folge. Quelle: Patrick Seeger/dpa
Furtwangen

Die Bauernfamilie im Schwarzwald sollte anfangs nur für 100 Episoden und somit zweieinhalb Jahre auf den Bildschirm. Doch „Die Fallers“, Landwirte mit imposantem Bauernhof in idyllischer Lage, sind geblieben. Seit fast einem Vierteljahrhundert läuft die gleichnamige Fernsehserie des Südwestrundfunks (SWR). Sie ist damit nach der „Lindenstraße“ im Ersten die älteste wöchentliche Serie im deutschen Fernsehen. Und sie hat ein Doppeljubiläum: An diesem Sonntag (3. Februar) um 19.15 Uhr wird die 1000. Folge gezeigt. Zudem werden „Die Fallers“ demnächst 25 Jahre alt.

1000. Episode: „Harsche Kritik“

„Niemand konnte damals ahnen, dass sich die Serie zu einem derart erfolgreichen Dauerbrenner entwickeln würde“, sagt „Fallers“-Produzent Thomas Martin und erinnert an den ersten Drehtag, den 3. Mai 1994. Erstmals auf Sendung ging die Fernsehserie, die das Leben einer Schwarzwälder Bauernfamilie in heutiger Zeit erzählt, im September 1994. Sie läuft immer sonntags im SWR. Dreh- und Angelpunkt ist der sogenannte Fallerhof bei Furtwangen im Schwarzwald, regelmäßiger Drehort der Serie. Hier entstand auch die 1000. Episode mit dem Titel „Harsche Kritik“.

Es ist keine Jubiläumsfolge mit feierlichem Inhalt, wie Regisseur Karsten Wichniarz sagt. Es gehe, wie in anderen Episoden auch, um reales Familienleben mit mehreren Generationen, um Konflikte und Intrigen, Alltagssorgen, Wirrungen und Verwicklungen. Ein Beziehungsdrama und das Dorfgasthaus stehen diesmal im Mittelpunkt. Groß gefeiert werden soll bei den „Fallers“ dann im September, wenn die Serie genau 25 Jahre alt wird.

Drehbücher reichen bis 2021

Denn ein Ende sei nicht in Sicht, sagt „Fallers“-Redaktionsleiter und Produzent Tobias Jost. Im Gegensatz zur seit 1985 laufenden „Lindenstraße“, die nach dem Willen der ARD-Fernsehprogrammkonferenz wegen sinkender Einschaltquoten und hoher Kosten in gut einem Jahr eingestellt wird, läuft die SWR-Serie weiter – mit erweitertem Umfang: Statt bislang 40 werden von sofort an jedes Jahr 44 Folgen produziert und ausgestrahlt. Gedreht würden derzeit Episoden, die in etwa einem Jahr gezeigt werden, erzählt Jost. Und es würden gerade Drehbücher geschrieben, deren Inhalte 2021 ins Fernsehen kommen sollen.

Die Schauspieler Ralph Gassmann, Wolfgang Hepp und Lucie Muhr (l-r) stehen bei den Dreharbeiten für die 1000. Folge der Serie „Die Fallers“ vor dem Bauernhof. Quelle: Patrick Seeger/dpa

Trotz der langen Zeit: Die Serie aus dem Schwarzwald stoße auf eine gute Zuschauerresonanz, heißt es beim SWR. Für ihn ist sie eine der Sendungen mit den höchsten Einschaltquoten. Im Schnitt haben „Die Fallers“ nach Angaben des Senders pro Folge mehr als eine Million Zuschauer; deren Durchschnittsalter beträgt 64 Jahre. Am vergangenen Sonntag, als Folge 999 ausgestrahlt wurde, schalteten demnach 1,3 Millionen Menschen ein.

Mit den Hauptthemen Familie und Heimat treffe die Serie einen Nerv, sagt die Redakteurin und Drehbuchautorin Bettina Bauer-Wörner, die von Beginn an dabei ist. Familie und Heimat seien „Sehnsuchtsorte“. Hinzu komme die idyllische Landschaft des Schwarzwaldes, die schöne Bilder liefert und Zuschauer zum Einschalten bewegt.

Unterhaltsame Realität statt „heile Welt“

Doch „heile Welt“ transportiere die bäuerliche Serie nicht, sagt Bauer-Wörner, vielmehr solle sie unterhaltsam Realität abbilden: „Sie ist kein Heimatmuseum. Sie erzählt, wie das Leben wirklich ist.“ Das sei das Erfolgsrezept und mache glaubwürdig. „Die Themen und Handlungen sind auch für Zuschauer nachvollziehbar, die nicht auf dem Land oder in einem Bauernhof leben.“ Dafür sorgten auch brisante Themen wie Flüchtlingspolitik, alternde Gesellschaft, Konflikte zwischen Generationen oder zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.

Realitätsnähe liefert zudem der Drehort, betont Regisseur Wichniarz. Der Fallerhof bei Furtwangen ist auch im wirklichen Leben das Domizil einer Landwirtsfamilie. Während draußen Scheinwerfer und Kameras aufgebaut werden, stehen drinnen im Stall die Kühe, wie Landwirt Felix Löffler sagt. Die Tiere sind die Existenzgrundlage des Bauern. Wenn im Stall gedreht wird, kommen auch sie ins Fernsehen, sagt Löffler: „Als Gage bekommen sie dann eine Extraportion Heu.“

Von RND / dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wie begeistert man 200 Millionen Europäer in 180 Sekunden? Der NDR sucht einen Hit für den Eurovision Song Contest. Ein Besuch im Songwriting-Camp.

30.01.2019

„Kühn hat zu tun“ ist ein etwas sperriger, aber gerade auch dank Thomas Loibl in der Titelrolle sehenswerter Krimi nach dem Roman von Jan Weiler. Er läuft am Mittwoch um 20.15 Uhr in der ARD.

30.01.2019

Unternehmen wie Facebook und Google kämpfen aus Sicht der EU vor der Europawahl zu wenig gegen Fake News. Jetzt will die EU den Druck erhöhen.

29.01.2019