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Medien & TV „Unter anderen Umständen“ – diesmal auf der Alm
Nachrichten Medien & TV „Unter anderen Umständen“ – diesmal auf der Alm
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06:02 18.03.2019
Das Böse ist immer und überall – auch in der idyllischsten Natur: Jana Winter (Natalia Wörner) fährt nach Bad Gastein, um ihrem Kollegen Brauner (Martin Brambach) beizustehen, der auf einem Weg im Gebirge angeschossen wurde. Quelle: Foto: Marco Nagel/ZDF
Bad Gastein

Bislang lag der Reiz der ZDF-Krimireihe „Unter anderen Umständen“ nicht zuletzt in der Nähe zu Skandinavien: Die Fälle führten Jana Winter (Natalia Wörner) immer wieder nach Dänemark. Im 15. Film schicken die kreativen Köpfe hinter der Reihe die Kommissarin erneut ins Ausland, aber in die völlig andere Richtung: Diesmal geht die Reise in den österreichischen Kurort Bad Gastein.

Frust: Zwei Dienststellen wurden zusammengelegt

Auf diese Weise kann André Georgi, der auch drei der letzten vier Episoden geschrieben hat, die Hauptfigur mit gleich mehreren Herausforderungen konfrontieren. Wie schon gegen Ende des letzten Films („Das Geheimnis der Schwestern“, 2018) angekündigt, sind die Dienststellen Schleswig und Flensburg zusammengelegt worden. Winter ist die neue Leiterin.

Ihr bisheriger Chef, Arne Brauner (Martin Brambach), hat derweil eine Entziehungskur abgebrochen und ist nach Österreich geflohen, wo er einen Rückfall erleidet. Während Winter ins neue Amt eingeführt wird, betrinkt sich Brauner auf einer Alm. Beim Rückweg durch eine Schlucht stürzt vor seinen Augen eine Frau in die Tiefe, anschließend fallen Schüsse, Brauner wird getroffen. Als er im Krankenhaus aufwacht, hat er einen kompletten Filmriss.

Ein österreichischer Polizist ist froh ob deutscher Schützenhilfe

Was nun folgt, ist eine Mischung aus Heimatkrimi und Familiendrama, die auch ein Beitrag zur ORF-Reihe „Landkrimi“ sein könnte: Der überforderte Dorfpolizist Robanegg (Cornelius Obonya) erhält Hilfe durch die Kriminalpolizei. Nur kommt die Unterstützung nicht aus Salzburg, sondern aus Schleswig, weil sich Winter natürlich Sorgen um ihren Kollegen macht und außerdem wissen will, warum auf ihn geschossen worden ist.

Da in dem kleinen Bad Gastein jeder jeden kennt und alle alles wissen, wie Winter feststellt, ist Robanegg ohnehin nicht objektiv; aber das ist nicht der einzige Grund, warum er nicht unbefangen ermitteln kann. Natürlich hat Winter als deutsche Polizistin keinerlei Befugnisse hat, aber selbst wenn der einheimische Kollege angesichts ihres dominanten Auftretens zunächst etwas fremdelt, ist er doch ganz froh, die Verantwortung nicht allein tragen zu müssen.

Den deutschen Ermittlern offenbart sich eine Familientragödie

Geschickt verknüpft Georgi, dessen auch in den kleinsten Details stimmiges Drehbuch auf einer Vorlage von Gwendolyn Bellmann und Marianne Wendt basiert, die verschiedenen emotionalen Ebenen der Geschichte zu einem fesselnden Krimidrama: Den angeschlagenen Brauner hält es nicht lange im Krankenbett, aber natürlich ist er auch seelisch zutiefst verletzt, weil Winter nun seine Vorgesetzte ist. Zusätzlichen Reiz bekommt die Konstellation weil der brummelige Brauner und der kantige Robanegg aus ähnlichem Holz geschnitzt sind.

Den Deutschen offenbart sich schließlich eine düstere Familiengeschichte: Peter Kroll (Klaus Pohl), Robaneggs Schwiegervater und Besitzer des Grand Hotels, ist ein Patriarch von altem Schrot und Korn, für dessen Gefälligkeiten sich die weiblichen Angestellten auf ganz spezielle Weise revanchieren müssen. Vor vielen Jahren hat er angeblich ein 15jähriges Zimmermädchen vergewaltigt – seine Frau hat sich darauf im Treppenhaus des imposanten Hotels aufgehängt.

Radioaktive Werte gefährden den gesamten Kurbetrieb

Mit den Schüssen auf Brauner scheint die Vergangenheit zunächst nur mittelbar zu tun zu haben, aber dann stellt sich raus, dass ein Gutachter (Simon Hatzl) hohe radioaktive Werte gemessen hat, die den gesamten Kurbetrieb gefährden. Am Ende wandelt sich das Drama zur Tragödie.

Nicht minder reizvoll als die verzwickte Handlung ist der Schauplatz. Vom mondänen Bad Gastein, dessen Glanz gerade bei Nacht noch nicht verblichen ist, profitierte schon der ZDF-Krimi „Das Dorf des Schweigens“ (2016). Diesmal oblag die Bildgestaltung Nicolay Gutscher, der Kurort und Landschaft perfekt in Szene gesetzt hat.

Von Tilmann P. Gangloff

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