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Medien & TV USA: nur noch Platz 48 in Sachen Pressefreiheit
Nachrichten Medien & TV USA: nur noch Platz 48 in Sachen Pressefreiheit
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06:01 18.04.2019
Diffamiert Journalisten: Für US-Präsident Donald Trump sind ihm kritisch gesonnene Journalisten „Volksfeinde“. Nie zuvor erhielten Journalisten in den USA so viele Bomben- und Morddrohungen wie 2018. Quelle: Carolyn Kaster/dpa
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Berlin

Die Pressefreiheit und die Arbeitsbedingungen für Journalisten haben sich im vergangenen Jahr in westlichen Ländern überdurchschnittlich stark verschlechtert: Besonders einige Staaten in Europa sowie die USA hat die Menschenrechtsorganisation „Reporter ohne Grenzen“ in ihrer jährlichen Rangliste deutlich herabgestuft.

Populistische Regierungen schüren Hass gegen Journalisten

Hass gegen Journalisten werde vor allem in Ländern mit nationalistisch-populistischen Regierungen häufig von ranghohen Politikern geschürt, erklärte die Organisation am Mittwoch in Berlin. Die systematische Hetze gegen Medienschaffende erzeuge „zunehmend ein Klima der Angst“.

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Die größte Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für freie Medien sei in Slowenien festzustellen, das um acht Plätze herabgestuft wurde und nun Rang 35 von 180 einnimmt.

Um sechs und fünf Stufen gesunken sind Tschechien und Österreich, wo „medienfeindliche Rhetorik und Drohungen gegen Medienschaffende stark zu, seit Rechtspopulisten an der Regierung beteiligt sind“, heißt es in dem Länderbericht.

Wo ein Präsident Journalisten diffamiert, sind Morddrohungen die Folge

Auch die USA sind auf der Liste weiter nach unten gerutscht und liegen nun auf Platz 48 und damit erstmals im Bereich mit „problematischer Lage“: Nie zuvor erhielten Journalisten, die von US-Präsident Donald Trump als „Volksfeinde“ diffamiert werden, so viele Mord- und Bombendrohungen wie 2018, erklärte „Reporter ohne Grenzen“.

Deutschland ist um zwei Plätze nach oben auf Rang 13 gerückt – allerdings ausschließlich deshalb, weil die Pressefreiheit in anderen Ländern so stark abnahm. Die Zahl der tätlichen Angriffe gegen Medienschaffende ist in Deutschland 2018 gestiegen.

Die größten Verbesserungen in der Rangliste schafften mit Äthiopien und Gambia zwei Staaten in Subsahara-Afrika.

An der Spitze der Rangliste steht zum dritten Mal in Folge Norwegen, gefolgt von Finnland.

Schlusslicht in Sachen Pressefreiheit: Turkmenistan

Schlusslichter bleiben die Diktaturen Turkmenistan (Rang 180), Nordkorea (179) und Eritrea (178), wo jede unabhängige Berichterstattung unterdrückt wird.

Die „Rangliste der Pressefreiheit 2019“ vergleicht die Situation für Journalisten und Medien in 180 Staaten und Territorien. Untersucht wurde das Kalenderjahr 2018. Grundlagen der Rangliste sind ein Fragebogen zu verschiedenen Aspekten journalistischer Arbeit sowie die von ROG ermittelten Zahlen von Übergriffen, Gewalttaten und Haftstrafen gegen Medienschaffende.

Von Steven Geyer