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Medien & TV Laptops und Club Mate: Chaos Computer Club Dresden veranstaltet Datenspuren-Symposium
Nachrichten Medien & TV Laptops und Club Mate: Chaos Computer Club Dresden veranstaltet Datenspuren-Symposium
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20:23 09.09.2015
Beim neunten Datenspuren-Symposium des Dresdner Chaos Computer Club fachsimpelten Computerexperten über Sicherheitsfragen im Internet. Quelle: Tanja Tröger
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Dabei fachsimpeln die etwa 400 überwiegend männlichen Computerexperten nicht nur über Datenschutz, Anonymität und Privatsphäre beim Umgang mit dem Internet. Auch interessierte Neulinge können sich erklären lassen, wie das weltweite Netz funktioniert und auf welche Sicherheitsaspekte man achten sollte. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei. Alle Vorträge werden live im Internet übertragen und sind auch im Anschluss noch nachsehbar.

Computer sind toll, man kann kreativ sein, aber die Nutzung birgt eben auch Risiken“, erläuterte Organisator Paul Schwanse alias Koeart den Ansatz. „Wir wollen auch die Leute ’abholen’, die viel mit dem Computer zu tun haben, aber über das Thema Sicherheit nicht so gut informiert sind“, so der Mechatronik-Student. Besucher  können sich beim Sicherheitsworkshop zeigen lassen, welche Daten beim Surfen im Internet eingesehen werden können und wie sich die Spur der abgerufenen Informationen bis zum heimischen Computer zurückverfolgen lässt.

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Die jungen Computerexperten diskutieren derweil über die Tücken des kürzlich verabschiedeten Meldegesetzes oder sprachliche Fingerabdrücke, die zum Beispiel erstellt werden, wenn man die virtuelle iPhone-Assistentin Siri befragt, und die der Konzern Apple auf unbestimmte Zeit speichert. Mitglieder des Dresdner CCC stellten ihr medienpädagogisches Projekt „Chaos macht Schule“ vor, mit dem sie Medienkompetenz und Technikverständnis von Dresdner Schülern verbessern wollen. Ein weiteres Vortragsthema war die sogenannte Netzneutralität, also Datenübertragung im Internet unabhängig davon, welchen Inhalt das Datenpaket hat oder wie viel dafür bezahlt wird.

Heiß debattiert ist auch die Frage, wie öffentlich sich ein Nutzer im Internet machen sollte. Die einen befürworten die sogenannte Post Privacy, d.h. sie veröffentlichen jederzeit in sozialen Netzwerken und über andere Kanäle, was sie gerade tun, wo sie sich aufhalten oder mit wem sie Zeit verbringen. Die andere „Fraktion“ dagegen will so anonym wie möglich bleiben. Da dies aber nicht möglich ist, nutzen sie verschiedene Identitäten. Daraus entstand der Begriff „Multonymität“, über den am Sonntagvormittag Florian André Unterburger, Chef der Piratenpartei in Sachsen, referierte.

Der Samstagabend klang mit einer Spielshow aus, bei der drei Kandidaten auf der Bühne knifflige Fragen aus der Welt der Bits und Bytes beantworten mussten. Zu gewinnen gab es neben Ruhm und Ehre auch T-Shirts und Symposiums-Tassen mit dem titelgebenden Tierchen. Über einen Kasten Club Mate hätten sich die Teilnehmer sicherlich auch gefreut – der Tee mit Sprudel ist das Szenegetränk der Computerfreaks. „Koffein und Zucker“, erklärte CCC-Clubmitglied Schwanse grinsend die Beliebtheit.

ttr