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Medien & TV Hodor-Darsteller: „‚Game of Thrones‘ hat alles verändert“
Nachrichten Medien & TV Hodor-Darsteller: „‚Game of Thrones‘ hat alles verändert“
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08:52 28.09.2019
Der nordirische Schauspieler Kristian Nairn, bekannt als Hodor aus der US-Serie „Game of Thrones“, beim Fanevent Throne Con im Maritim-Hotel am Flughafen Hannover-Langenhagen. Quelle: Moritz Frankenberg/dpa
Hannover

Er ist bekannter als Hodor aus „Game of Thrones“ als unter seinem echten Namen: Der Schauspieler Kristian Nairn (43) hat in der weltbekannten Serie die Kultfigur gespielt, die so viele Fans trotz ihrer Schlichtheit lieben. Bei der Throne Con in Hannover sind er und weitere Schauspieler am vergangenen Freitag noch mal zusammengekommen. Im RND-Interview spricht Nairn darüber, wie seine Rolle als Hodor sein Leben verändert hat – und was er jetzt macht.

Kristian Nairn, Sie haben erst vor rund acht Jahren mit dem Schauspielern angefangen, da waren Sie schon älter als 30. Wie kam es, dass sie erst „so spät” damit begonnen haben?

Ja, ich war ungefähr 35 Jahre alt, als ich mit dem Schauspielern angefangen habe. Aber ich bin vorher zur Schauspielschule gegangen, ich habe Schauspiel und Musik studiert, aber immer die Musik bevorzugt. Und dann kam „Game of Thrones“ und hat alles verändert. Ich habe das nicht erwartet.

Wie hat die Serie Ihr Leben denn verändert?

Es hat sich in jeder Hinsicht verändert, aber ins Positive. Ich habe viele neue Sachen gemacht, war an den verschiedensten Orten, habe viele neue Menschen kennengelernt.

Wie haben Sie Ihre Rolle des geistig etwas zurückgebliebenen Hodor in „GoT“ gesehen?

Ich wollte ihn auf eine respektvolle Art und Weise darstellen. Ich wollte ihn nicht dumm oder idiotisch wirken lassen, weil niemand bis Staffel sechs wusste, warum er überhaupt so ist, wie er ist. Deshalb wollte ich ihn etwas mysteriös wirken lassen und auch etwas traurig. Es war mir sehr wichtig, dass er keine Figur ist, über die man lacht, die wie ein Clown ist. Ich wollte ihn als Charakter darstellen, den die Menschen mögen.

Und wie haben Sie sich darauf vorbereitet?

Ich glaube ich war eher schüchtern, als ich ein Teenager war. Ich war sehr ruhig, aber das sind viele in dem Alter. Als Vorbereitung habe ich mich in diese Zeit als Jugendlicher zurückversetzt. Ich liebe Hodor und seinen Charakter, und es hat wirklich Spaß gemacht, ihn zu spielen.

Hodor sagt in der ganzen Serie nur ein Wort und das immer wieder: „Hodor“. Wie war das?

Es war eine Herausforderung. Es war teilweise schwierig für mich, weil ich sehr gern sehr viel rede (lacht). In manchen Szenen war es sehr einfach, aber in anderen war es komplizierter. Ich musste meinen Körper einsetzen, um den Zuschauern zu zeigen, was die Figur fühlt. Und das genauso zu machen, wie der Regisseur es wollte, war viel Arbeit. Ich musste mich wirklich in die Stimmung versetzen.

Ist es schwieriger, immer nur dasselbe Wort zu sagen als einen ganzen Text?

Das kommt drauf an, auch auf den Schauspieler. Manche Kollegen haben zu mir gesagt, dass es wirklich hart sein muss, andere meinten ich hätte den einfachsten Part. In manchen Szenen war es wirklich sehr schwierig für mich.

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Wie war denn der Abschied, nachdem die letzte Staffel abgedreht und ausgestrahlt war?

Es gab ganz viele letzte Male, der letzte Dreh, die letzte Premiere, das letzte gemeinsame Abendessen. Aber jetzt ist es wirklich vorbei. Nach der abschließenden Premiere in New York hat es sich angefühlt, als wenn es tatsächlich vorbei ist – ich war traurig, dass wir nicht mehr alle zusammen sein werden. Es waren wirklich tolle Leute.

Haben Sie noch Kontakt zu anderen „GoT“-Schauspielern?

Wir sind alle sehr beschäftigt, aber ich telefoniere ab und zu mit Leuten. Ich lebe in Belfast und wenn mal wer dort ist, treffen wir uns. Aber es ist hart, wir sind jetzt durch damit.

Haben Sie keine „GoT“-Whatsapp-Gruppe?

Nein, nein. Zumindest bin ich in keiner, also wenn es eine gibt, bin ich nicht drin. (lacht)

Und haben Sie jemals den Buchautor George R. R. Martin getroffen?

Ich war gerade vor zwei Wochen mit ihm Abendessen. Ich kenne ihn seit dem ersten Tag. Ich war schon vor den Dreharbeiten, kurz nach meinem Casting, mit ihm auf einer Convention. Wir haben uns sehr oft gesehen und er ist ein wundervoller Mann. Er ist wirklich witzig und ziemlich böse (lacht). Schließlich mag er es, Menschen in seinen Büchern zu töten. Man muss also aufpassen, was man sagt.

Warten Sie dann auch auf die letzten Bücher?

Ich habe die Bücher nicht gelesen. Ich warte, bis sie fertig sind, und lese sie dann. Sie sind wirklich lang …

Sie arbeiten auch als DJ. Hat „Game of Thrones“ auch Ihre DJ-Karriere angekurbelt?

Ja, natürlich. Ich bin seit 20 Jahren DJ und das war mein Job, bevor das alles mit „Game of Thrones“ passierte. Ich habe nichts daran geändert, was ich mache, aber es ist jetzt einfach so, dass die Leute mich kennen und interessiert sind daran, was ich mache. Und das hat mir natürlich geholfen. Es hat mich an die verschiedensten Plätze auf der Welt gebracht, ich habe jetzt auf fast jedem Kontinent aufgelegt. Darüber bin ich bin sehr glücklich.

Und gibt es dann auch manchmal „Game of Thrones“-Partys mit Ihnen als DJ?

Ja, manchmal machen wir „Game of Thrones“-Mottopartys. Dann verkleiden sich die Leute wie ihre Lieblingscharaktere. Ich finde es eine gute Sache, um Leute zusammenzubringen, die vorher noch nicht unbedingt in einem House-Music- oder einem Tanzclub waren, aber dann wegen „Game of Thrones“ kommen und zusammen feiern. Das macht viel Spaß und erinnert mich an die Clubs in den 90er-Jahren, als alles etwas diverser war. Ich liebe das. Es ist schön, Menschen zusammenzubringen.

Und Schauspielern Sie zurzeit trotzdem auch?

Ich habe letztes Jahr in einer Serie mitgespielt, die „The Rookie“ heißt. Es war ein Polizeidrama. Und nächstes Jahr stehen ein paar Sachen an, über die ich aber noch nichts verraten darf. Dieses Jahr mache ich vor allem Musik.

Ist es für Sie schwierig, unterschiedliche und nicht immer ähnliche Rollen angeboten zu bekommen, weil Sie so auffallend groß und kräftig sind?

Ich will nicht immer dieselbe Art Charakter spielen, und ich bin sehr beschäftigt als DJ, daher bin ich auch nicht auf jedes Rollenangebot angewiesen. Und nach „Game of Thrones“, einer der besten Serien der Welt, muss man aufpassen, was man macht, damit es nicht abwärts geht. Aber ich weiß, was Sie meinen: Menschen legen mich schnell auf eine Rolle fest. Aber ich werde nie wieder eine Rolle wie Hodor spielen. Das glaube ich zumindest nicht – außer sie ist wirklich richtig cool.

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Von Hannah Scheiwe/RND

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