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Medien & TV Hatari: Isländische ESC-Band provoziert Israel mit Palästina-Flaggen
Nachrichten Medien & TV Hatari: Isländische ESC-Band provoziert Israel mit Palästina-Flaggen
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12:11 19.05.2019
Hatari erregten beim ESC nicht nur wegen ihrer Outfit viel Aufsehen. Quelle: imago images / ITAR-TASS
Tel Aviv

Die isländische ESC-Band Hatari hat den Wettbewerb in Tel Aviv trotz Warnungen der Organisatoren für eine propalästinensische Botschaft genutzt. Die antikapitalistische Band hielt während der Punktevergabe am späten Samstagabend ausgerollte Banner mit der palästinensischen Flagge in die Fernsehkameras und löste damit Buhrufe im Publikum aus. Die Aktion ereignete sich sogenannten Green Room hinter den Kulissen, wo die Künstler nach dem Auftritt interviewt werden. Pikant: Zum Zeitpunkt des Statements hatten sie ihre Punkte schon sicher.

Ein auf Instagram hochgeladenes Video von Schlagzeuger Einar Hrafn Stefánsson zeigte, wie Sicherheitskräfte kurz zuvor versuchen, den Bandmitgliedern die Flaggen abzunehmen. Die Gruppe gibt ein Banner ab, behält aber zwei weitere offensichtlich bei sich. Auf Hataris Instagram-Seite war in der Nacht zum Sonntag ebenfalls die Flagge der Palästinenser zu sehen.

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Politische Botschaften sind laut den ESC-Statuten während der Show tabu. Ob Hatari oder der isländische Rundfunk für die Flaggenaktion eine Strafe erhalten, ist bislang unklar.

Die Europäische Rundfunkunion teilte am Sonntag mit, das Verhalten der Isländer verstoße gegen die Regeln, weil der ESC eine unpolitische Veranstaltung sei. „Die Banner wurden schnell entfernt und der ESC-Vorstand wird über die Konsequenzen dieser Aktion beraten.“

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Hatari hatte bereits im Vorfeld des Wettbewerbs Provokationen gegen Israel angekündigt, war von den Organisatoren aber wiederholt an die Grenzen des Erlaubten erinnert worden. „Wir haben diesen Wettbewerb von Tag eins an politisiert, und wissen weiter nicht genau, wie das passiert ist“, hatte Sänger Matthías Tryggvi Haraldsson vorab dem schwedischen Rundfunksender SVT gesagt.

Madonna:
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Treffen mit Menschen in Bethlehem und Hebron im Westjordanland hätten ihnen am stärksten während der Reise die Augen geöffnet. „Tel Aviv ist eine Blase“, sagte Haraldsson. „Hier den Wettbewerb zu veranstalten, das ist unglaublich politisch. Über Liebe zu singen, ohne die Wirklichkeit und die politische Plattform zu erkennen, die das hier ist.“

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Von RND/dpa

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