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Medien & TV Franken-„Tatort“: Lohnt sich das einschalten?
Nachrichten Medien & TV Franken-„Tatort“: Lohnt sich das einschalten?
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19:18 09.04.2017
Kommissarin Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Kollege Felix Voss, gespielt von Fabian Hinrichs. Quelle: Bayerischer Rundfunk
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Hannover

Eine gertenschlanke Frau im Gegenlicht, ihr Schritt ist weich, ihre Frisur so fulminant und rund wie eine Pusteblume. Die Haut der Frau glänzt schwarz. Doch nach dieser verführerischen Sequenz kommt der harte Bruch. Die Frau mit dem Afro kommt in den Flammen eines Asylbewerberheimes um, jemand hat es angesteckt.

Dagmar Manzel steigt ins Bild als Kommissarin Paula Ringelhahn, schlechte Laune steht ihr wie ein Statement im Gesicht, sie ist die Frau am Limit, die jetzt am späten Abend Dienst schiebt. Hat jemand was gesehen? Nein. Wer hat ein Motiv? Keine Ahnung. Ein Flüchtling nimmt sie auf die Schippe: „Ich liebe dich“, säuselt er. Sie lakonisch: „Ich dich auch, aber später.“

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Felix Voss (r.), gespielt von Fabian Hinrichs Quelle: Bayerischer Rundfunk

Es ist auch in der dritten Folge „Am Ende geht man nackt“ des Franken-„Tatorts“ nicht erkennbar, wie hoch die Schlagzahl ist. Zu diffus wird die Manzel ins Feld geschickt, zu gleichgültig bleibt die Mentalität des Landstrichs. Helfen könnte der Kollege Felix Voss, gespielt von Fabian Hinrichs, der vom Hooligan bis zum Autisten alles schon probiert hat und überall glänzte. Als Kommissar ist er sozusagen überauthentisch, er spielt so intensiv, dass man sich wünscht, er möge doch den „Tatort“ mal als Kammerstück auf die Bühne bringen.

Der Film erhärtet die alte Einsicht: Böse Menschen im „Tatort“ sind Männer mit zu viel Geld und Frauen mit gebrochenem Herzen. Für ein Ermittlerteam, das erst vor Kurzem seine Arbeit aufgenommen hat, ist das ein reichlich altbackenes, verzopftes Resümee.

Von RND/Lars Grote