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Medien & TV Filmfestival „Cinestrange“ läuft – „Gremlins“-Regisseur Joe Dante zu Gast am Elbufer
Nachrichten Medien & TV Filmfestival „Cinestrange“ läuft – „Gremlins“-Regisseur Joe Dante zu Gast am Elbufer
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21:48 09.09.2015
Im Zeltdorf an der Augustusbrücke findet das diesjährige Cinestrange-Festival statt. Quelle: Tanja Tröger
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Nach Differenzen mit dem Vorjahres-Vermieter, dem Ufa-Kristallpalast, und anderen Dresdner Filmtheatern haben sich die Veranstalter Michael Flintrop und Marc Fehse kurzerhand ihre eigenen Kinosäle errichtet. Nun locken ein klassisches Zirkuszelt mit rund 200 roten Stühlen und ein kleineres „Gremlins-Zelt“ mit 100 Plätzen die Cineasten aus Nah und Fern. Die Stadt Dresden habe die Fläche zur Verfügung gestellt, sei sehr offen und hilfsbereit gewesen, erzählt Filmproduzent Fehse. „Wir bringen ja auch was nach Dresden, ein internationales Langfilm-Festival.“

Cinestrange zeigt „Genrefilme“, also ähnliche Werke, die einem Oberbegriff zugeordnet werden können, so Rechtsanwalt und Filmfan Michael Flintrop. Obwohl der Begriff laut Flintrop alle Spielarten des Films umfasst, dominieren Grusel und Gewalt auf der Leinwand - allerdings nicht immer ganz ernst zu nehmen. Da fallen in einem Tornado gefräßige Haie vom Himmel, sterben Miss-Wahl-Kandidatinnen reihenweise, spukt es durch Häuser und verlassene Dörfer. Der heiße Tipp für Geisterfilmfans ist der italienische Streifen „Across the river“, meint Marc Fehse.

Joe Dante erhält am Sonntag den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Quelle: Tanja Tröger
Zusätzlich zu den Lang- und Kurzfilmen läuft eine Joe-Dante-Retrospektive. Der amerikanische Regisseur, bekannt durch „Gremlins“, „Die Reise ins Ich“ und „The Howling“, ist der Stargast des Festivals. Seit Freitag ist er in Dresden, direkt aus Wien vom Filmfestival gekommen, einen Husten hat er als Souvenir mitgebracht. Am Freitagabend stand der 66-Jährige seinen Fans  Rede und Antwort. Er erzählte von seinen Lieblingsregisseuren, Hitchcock beispielsweise, über Referenzen zu anderen Filmen in seinen eigenen Werken und seinem großen Interesse für neue Technologien. Er habe schon Werbespots gedreht, nur, um eine neue Technik auszuprobieren. 3D habe ihm viel Spaß bereitet, die Möglichkeiten bei IMAX hingegen seien eingeschränkt durch einen Katalog „so dick wie die Bibel“, in dem aufgeschrieben ist, was alles nicht funktioniert. Aktuell arbeitet Dante an einem Film über den Regisseur Roger Corman, bei dem er als junger Mann das Handwerk erlernte. Es werde „kind of a biopic“, geschildert an den Dreharbeiten zu Cormans „The trip“. Zur Cinestrange-Abschlussfeier am Sonntagabend erhält Joe Dante einen Preis für sein  Lebenswerk. Seine eigenen Arbeiten wird sich der Mann aus Los Angeles jedoch nicht ansehen: „Ich kenne keine Regisseure, die einen netten Abend planen und dabei ihre Filme angucken“, grinst der Experte für bösartigen Fantasy und Horror.

Drei Wünsche bleiben: dass kein aufs Zeltdach pladdernder Regen die Vorführungen stören wird, dass die Heizlüfter zuverlässig ihren Dienst tun, damit kalte Schauer auf den Zuschauerrücken allein von den Filmen herrühren. Und dass die Dresdner den beiden (Ex-)Braunschweigern Flintrop und Fehse eine Chance geben.

ttr