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Medien & TV „Menschlich für’n Arsch“
Nachrichten Medien & TV „Menschlich für’n Arsch“
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15:30 23.10.2019
Aurelio zeigt. wie Mann es macht. Heute: Frauen vor Stürmen beschützen. Quelle: TVNOW
Koh Samui

Kaum hatten wir die bizarren Geschehnisse der letzten Woche einigermaßen erfolgreich verdrängt, geht das Grauen im Paradies auch schon weiter. Die zweite Folge setzt unmittelbar nach der „Nacht der Rosen“ ein: die Schnittblumen sind verteilt, die Verschmähten verschwunden. Vorbei ist die Nacht noch nicht, dafür aber nun, da Serkan erwartungsgemäß seine Rose an Jade vergeben hat, das vor allem durch ausschweifenden Alkoholkonsum befeuerte Techtelmechtel der beiden. Die Blondine möchte kein „Couple“ sein, weil sie „das abfuckt“.

Das wurde sie auch schon in der letzten Folge nicht müde, zu betonen, nachdem sie sich n einem nüchternen Moment dem ganzen Ausmaß der Serkanschen Begeisterung für sie gewahr wurde. Der präsentiert sich ob der ihn offenkundig aus der Kalten ereilenden Abfuhr wie ein Musterbeispiel der Inkongruenz: Während er Verständnis und Abgeklärtheit vorgaukelt, sieht er aus wie ein Storch, dem Jemand mit Schmackes auf den Schnabel getreten ist. Immerhin: Jade will, dass sie Freunde bleiben. Sogar Serkan scheint zu dämmern, dass wer solche Freunde hat, nicht mehr proaktiv nach Feinden suchen muss und sieht das Ende seines Aufenthalts im Feriendorf mit schnellen Schritten nahen.

Leitwolf Aurelio weiß, wo es lang geht

Vorher naht aber noch weitaus Schlimmeres: Das Ungemach stratzt selbstgefällig und in Gestalt von Aurelio ins Paradies. Sie erinnern sich: „Der Mann“ Aurelio, der bereits in der Bachelorette-Staffel mit Anna Hofbauer und auch in weiteren Trash-Formaten wie dem „ Dschungelcamp“ für Gänsehautmomente der anderen Art gesorgt hatte.

Mit Anfang 40 ist er schon etwas angegraut, was ihn nach eigener Einschätzung zum Greis der illustren Balzrunde macht. Warum er hier ist, erklärt sich zwar eigentlich von selbst, zur Sicherheit sagt er es aber trotzdem nochmal: „Ich bin der Meinung, dass in so eine Staffel auch ein richtiger Mann gehört“. Und das ist offenbar er. Und noch mehr: Ein „Leitwolf“ nämlich, ein „Alpha“, einer, der „weiß wo es lang geht“.

Warum ihn sein Weg ausgerechnet erneut ins Fernsehen führen muss, soll eines der vielen Mysterien dieser Folge bleiben. Seine Behauptung, noch nie habe sich eine Frau in seiner Gegenwart unwohl gefühlt, führt er bereits während seiner ersten paar Sekunden Sendezeit eindrucksvoll ad absurdum. Selbst das Wissen, dass diese Mensch gewordene Überdosis Testosteron im Bildschirm gefangen ist, kann den sich rapide im ganzen Körper ausbreitenden Grusel nicht ansatzweise eindämmen.

“Der Mann“ Aurelio ist zurück und träumt sich seine Welt wi-de-wi-de-wie sie ihm gefällt.. Quelle: TVNOW

Davon unbeeindruckt referiert „der Mann“ weiter über sein vermeintliches Fachgebiet. Frauen, so glaubt er zu wissen, wollen sich vor allem sicher fühlen. Und das geht nun einmal nur, wenn ein Mann groß ist. Praktischerweise ist er das, was in der Welt eines Aurelios schon mal mindestens die halbe Miete ist.

Ein Hoffnungsstreif jedoch erhellt den thailändischen TV-Himmel. Nicht alle Frauen sind begeistert von dem Neuzugang. Jade empört sich über einen angeblichen Kontaktversuch im Vorfeld der Sendung, bei dem sich Aurelio mit ihr „vercouplen“ wollte um noch mehr Fame zu erlangen. In welcher Welt sagt man das eigentlich so? Jedenfalls geht das gar nicht, findet die Flugbegleiterin, schließlich sind alle nur wegen der Liebe hier. So konfrontiert sie Aurelio dann auch sogleich mit allerlei anderem, ohne dabei auf den Ausgangspunkt ihres Zorns einzugehen.

Ganz einfache Rechnung

Er kommentiert das Ansagensammelsurium mit einem weltmännisch anmutenden Zitat: „Never judge a book by his cover“. Ob Jade da die richtige Adressatin, respektive Leseratte ist, sei mal dahin gestellt.

Michelle jedenfalls ist sich sicher, dass Aurelio „voll fake“ ist. Und alt. So alt, dass er schon bald ins Gras beißen wird und sie mit dem noch zu zeugenden gemeinsamen Kind allein und ohne Partner dastehen lässt. Dann ist er 60 und der Nachwuchs zehn.

Ganz einfache Rechnung eigentlich. Klar, dass bereits ein bisschen Gesäusel und ein Hinweis auf seine italienische Herkunft ausreichen, um die in jeder Hinsicht beeindruckend blauäugige Schönheit alle Instinkte über Bord werfen zu lassen. Es ist ja auch wirklich nicht zu fassen: Italiener, so Michelle, sind eigentlich niemals groß. Aurelio schon. Ein richtiger Mann eben, ist Michelle sich plötzlich sicher und über den Einfluss von Conny Froboess auf die Bildung von ethnologischen Klischees kann man an dieser Stelle nur spekulieren.

Bella macht ihrem Namen keine Ehre

Zeit für ein Date, das RTL in einem vorhersehbaren aber dadurch nicht weniger perfiden Move Jade zuschustert. Die zieht mit Filip von dannen und damit den Unmut von Konkurrentin Bella auf sich. Deren Bekanntheitsgrad speist sich aus der Tatsache, dass sie in der vergangenen Bachelor-Staffel die Rose von Andrej Mangold ablehnte.

Zuvor war sie dort bereits durch ein breites Spektrum herabwürdigender Kommentare über ihre Mitstreiterinnen negativ aufgefallen, die ihre Grundlage in allen erdenklichen Formen des Bodyshaming fanden. Was die Pöbelprinzessin über Jade zu sagen hat, möchte ich an dieser Stelle nicht reproduzieren. Die Welt versteht sie trotzdem nicht mehr: „Was denkt die sich, dass die dem sein Typ ist? Er steht auf dunkelhaarig“ böst die Brünette vor sich hin und findet Jades Verhalten „menschlich für‘n Arsch“.

Blauer Himmel und Alkohol

Menschlich voll okay ist es aber, sich zu fragen, wie man „sowas in der Kirche heiraten will“. Aus Rache will sie nun ausgerechnet Marco eine Rose geben. Weil Filip im Anschluss an sein „1+“ - Date aber doch noch das Gespräch mit Bella sucht, nimmt sie davon kurzzeitig wieder Abstand. Aber nur kurz, denn Filip findet es gar nicht so schön, wie abfällig sich sein einstiges Badewannen-Date nun über Jade äußert. Mit der ging es auf‘s Speedboot, blauer Himmel, Meer, „tiefsinnige“ Gespräche, Alkohol, dies das.

Was RTL halt so unter einer gelungenen Romantikoffensive versteht. Filip versucht sich erfolgreich in der schwierigen Kategorie der Pseudokomplimente: Äußerlichkeiten seien ihm nicht mehr so wichtig, schwadroniert er, denn „umso hübscher und gefragter eine Frau ist, desto mehr Probleme hast du. Das versteht ihr Frauen nicht“. Stimmt. Das versteht niemand.

Jade und Filip genießen ihr Date, während Konkurrentin Bella im Ressort vor sich hin böst. Quelle: TWNOW

Weißt du, wie ich mein’?

Wenn ich mir übrigens jedes Mal, wenn irgendwer in dieser Folge „Weißt du, was ich mein‘?“ sagt, einen Schnaps in den Schlund gekippt hätte, ich wäre jetzt schon hackendicht. Jade jedenfalls ist nach dem Date überzeugt, dass Filip ein Mann ist. Okay.

Der Mann Aurelio schwafelt unterdessen einen trüben Brei aus fragwürdigen Komplimenten in Michelles Ohr, stellt dann aber klar: „Niemand wird erleben, dass Jemand sagt, Aurelio hat sich eingeschleimt!“. RTL beweist Humor und schiebt in einem Einspieler eine gehässige Lachsalve Aurelios hinterher.

Michelle hört diese freilich nicht: „Ich glaub dem auf jeden Fall alles, was er sagt!“. Deswegen nimmt sie ihn auch mit zum Date, wo sie erst gemeinsam Elefanten füttern und dann ein Lehrstück zelebrieren, wie ein echter Mann eine Frau vor einem Sturm (sic!) beschützt. Von hinten nämlich. Aha. Macht aber auch nichts, denn für Michelle „fühlt sich das auf jeden Fall gut an“.

Aquaman Cornelis kann Julias Herz nur kurz entflammen. Sie gibt Wieselfrise Alex Hindersmann den Vorzug. Quelle: TWNOW

Nicht so gut fühlt sich das Paradies für Julia an, denn obwohl ihr Aquaman Cornelis mit seiner Rose eine weitere Woche im Inselresort bescherte, macht sie einen auf Mimimi und potentielle Aussteigerin. Außer, es kommt noch jemand um die Ecke, der ihr gefällt. Wieselfriese Alexander Hindersmann zum Beispiel. Und wer erwartet die Damenriege zu einer Rutschpartie im Wasserpark? Genau: der nicht totzukriegende Scharmutzierzombie ist zurück, zum dritten Mal in nur zwei Jahren spielt er im Züngelzirkus des Bachelor(-ette)-Kosmos auf.

Julia und Christina sind begeistert. Mit ersterer verbringt er dann noch Zeit allein, was vor allem bei Cornelis Fragen aufwirft. Filip versucht aus nicht nachvollziehbaren Gründen, Alex zu überreden, Aquaman das Feld zu überlassen, was der aber gar nicht einsieht. Kurz vor der finalen Entscheidung kommt mit Michael noch ein Neuzugang in die Runde, der sich ebenso redlich wie vergeblich abmüht, eine Dame für sich zu begeistern und sein Weiterkommen zu sichern.

Er fliegt raus und das ist tatsächlich eine Win-Win-Situation für ausnahmslos alle Beteiligten. Außerdem raus sind Eddy und Cornelis, was aus kosmischen Gründen vor allem Filip wütend macht. Julia hat eigentlich nur eine eigenständige Entscheidung getroffen – in dieser Welt geht ein so absonderliches Verhalten aber nunmal einfach gar nicht klar. Die Rache folgt vermutlich auf dem Fuß. In der kommenden Woche dürfen wieder die Männer die Rosen verteilen.

Hier gib’s dieaktuelle Folge.

Von Kaddi Cutz

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