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Regional art+form zeigt Arbeiten von Andé Uhlig in Dresden
Nachrichten Kultur Regional art+form zeigt Arbeiten von Andé Uhlig in Dresden
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20:43 03.03.2020
André Uhlig: „Unterm Jakobstein“ Acryl/Kohle auf Leinwand. (Ausschnitt). Quelle: art+form
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Dresden

Die Galerie art+form eröffnet das Ausstellungsjahr mit Arbeiten des Radebeuler Malers und Grafikers André Uhlig. Unter der Überschrift „Zwischen den Welten“ wird ein weiter Bogen aus Landschaften gespannt, der aus dem heimischen Sachsen bis nach Indien reicht. Ausgehend vom Elbtal bei Serkowitz, wo André Uhlig zwischen alten Weiden seine Kindheit verträumte, führt einer der Wege vorbei an den nach Süden offenen Weinhängen des oberen Elbtales zwischen Meißen und Pillnitz bis in das zum Verweilen ladende Böhmische Becken.

Hier findet der Maler, was er in der Heimat seit langem schmerzlich vermisst: eine scheinbare Unberührtheit der Landschaft, die noch nicht von alles zerstörendem Menschenfleiß mit klobiger „Möbelhausarchitektur“ „veredelt“ wurde. Dazwischen bietet der Dresdner Frauenkirchenbarock ebenso eine eigene Erlebniswelt wie die „Blaue Stunde“ Batzdorfer Romantik. Schließlich wird alles von einem Hauch der bildgewordenen Gerüche Indiens überhöht. Damit bekommt die Ausstellung Anklänge an ein Reisetagebuch, das Tagebuch einer Reise „zwischen den Welten“.

Der gelernte Offsett-Drucker verdankt seine künstlerische Ausbildung in erster Linie Dieter Beirich, dem er über Jahrzehnte freundschaftlich verbunden war. In ein farbbegeistertes Elternhaus hinein geboren, ist André Uhlig zwischen Bildern groß geworden, mit Wanderschuhen an den Füßen und dem Zeichenstift in der Hand. Sein Versuch, mit einem „ordentlichen“ Beruf als Druckinstrukteur durchs Leben zu kommen, endete in einer der unvermeidlichen Entlassungswellen eines großen Radebeuler Industriebetriebes. Als Künstler konnte er den Schwung der Welle zum Sprung in die Selbstständigkeit nutzen. Das erlernte Handwerk an der Vierfarb-Offset-Druckmaschine war mit seiner Leidenschaft für Grafik und Malerei ohnehin weder verwandt noch verschwägert.

Größerformatige und manchmal recht eigenwillig formatierte Arbeiten

Menschen kommen in André Uhligs Landschaften eher nicht vor. Sie bleiben bestenfalls als Verursacher im Hintergrund, als Gestalter der Weinbergterrassen, als Erbauer der Häuser, der Treppen, Türme und Brücken. Der Maler sieht auch die gebaute Landschaft als Gegebenheit, betrachtet aber – so jung er ist – moderne Veränderungen eher skeptisch: Zu groß erscheint ihm die Gewalt, mit der heute gegen alles Seiende vorgegangen wird.

André Uhligs meist größerformatige und manchmal recht eigenwillig formatierte Arbeiten entstehen im Atelier. Hier verarbeitet er das Erlebte, das er vor Ort in schnellen Skizzen in seinen Tagebüchern notiert oder, wenn’s schnell gehen muss, auch mal fotografiert. Die Skizze bewahrt freilich nicht nur den Blick, sie konserviert die Stimmung, das Licht des besonderen Moments. Und es braucht wieder eines besonderen Tages, daraus ein Bild wachsen zu lassen: Nicht jeder Tag eignet sich für jede Erinnerung.

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Lange Jahre war es das Grafische, das seine Arbeiten – auch die Aquarelle und Mischtechniken – bestimmte. Unverkennbar ist dabei der Einfluss seiner Freunde Markus Retzlaff und Gunter Herrmann. Ohne den inzwischen gewonnenen eigenen Stil aufzugeben, ist André Uhlig jedoch mit den Jahren malerischer geworden. Gleichzeitig erweiterte sich seine Palette: War sie bisher überwiegend von kaffeebraunen Erdtönen bestimmt, greift sie nun weiter aus. Zur „Blauen Stunde“ hat sich die Leuchtkraft der Acryl-Farben auch auf den Maler übertragen. Nicht immer also führt wachsende Reife zu größerer Strenge, manchmal, und das ist das Schöne, erweitert und vervollkommnet sie auch vorhandene Möglichkeiten. Der Maler ist noch längst nicht am Ziel.

bis 19. März, art + form, Bautzner Str. 11, geöffnet Mo-Fr 10-20, Sa 10-18 Uhr

www.artundform.de

Von Thomas Gerlach

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