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Regional Zwischen Dresden und Paris: Brigitte Schubert-Oustry erhält französischen Verdienstorden
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10:23 29.02.2020
Brigitte Schubert-Oustry in ihrer Wohnung in Dresden. Quelle: Katrin Tominski
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Dresden

Brigitte Schubert-Oustry ist eine Frau, die nicht älter wird. Mit Dur-tönendem „Bonjour, Bonjour“ öffnet sie die Tür ihrer Dresdner Wohnung und lädt ins Wohnzimmer. Es gebe so viel zu tun, erzählt sie mit reif-sonorer Radiostimme. „Die Veranstaltung, die Vorbereitungen, der Literaturpreis“, die Frau legt die Geschäftigkeit einer 50-Jährigen, nicht aber die einer 84-jährigen Dame an den Tag. Sie lacht, strahlt, schenkt Tee ein, in edles japanisches Geschirr aus der Pariser Wohnung und beginnt zu erzählen. So geht das seit Jahren, als ob sie die Zeit konservierte und ihr die Literatur (oder vielleicht auch etwas anderes) stetig neue Kraft verleihe.

Sie erlebte den Bombenangriff auf Dresden

Schubert-Oustry hat den Bombenangriff auf Dresden erlebt und später in Paris Geld für den Wiederaufbau der Frauenkirche gesammelt. Mit ihrer Literaturstiftung „Hommage à la France“ zeichnet sie jedes Jahr Autoren aus, die sich mit Frankreich beschäftigen. 2018 etwa erhielt ihn der Journalist Ulrich Wickert, 2019 der Historiker Wilfried Loth. Jetzt ist sie selbst ausgezeichnet worden. Die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes hat der Kultur-Schrittmacherinam Freitag im Haus der Bürgerstiftung Dresden den französischen Verdienstorden „Chevalier dans l’ordre national du Mérité“ übergeben. Es handelt sich nach Auskunft der Pariser Behörden um die zweithöchste Auszeichnung in Frankreich.

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50 glückliche Jahre in Frankreich

„Der Orden ist für mich eine große Ehre. Ich fühle mich gerührt“, sagt Schubert-Oustry. Frankreich ist ein Land, in dem ich 50 Jahre sehr glücklich gelebt habe.“ Die Auszeichnung ehre „ihr Engagement und ihren vorbildlichen Werdegang“, erklärte der französische Kulturminister Franck Riester in einem persönlichen Schreiben. Brigitte Schubert-Oustry habe ihr ganzes Leben „einer Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland gewidmet“, schrieb die französische Botschafterin Anne-Marie Descôtes. Sie habe das Bild Frankreichs in Dresden und Sachsen geprägt.

1955 ist sie aus der DDR geflüchtet – weil sie Musik studieren wollte; als Architekten-Tochter war ihr das versagt.. Nach „Hungerjahren“ mit Flüchtlingsstipendium in Berlin und dem Abschluss als Pianistin begann sie ein journalistisches Volontariat. Über die Liebe zu Frankreich und zu ihrem Mann landete sie schließlich in Paris, wo sie viele Jahre als Auslandskorrespondentin für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeitete.

Immer wieder die Perspektiven gewechselt

Schubert-Oustry hat als Musikerin, Journalistin und Schriftstellerin immer wieder die Seiten und auch die Städte gewechselt. Dresden, Berlin, Saarbrücken, Paris und wieder Dresden, dazwischen Konzert- und Kultursäle, beengte Wohnungen, Dörfer, Agrarbetriebe, große Museen und Redaktionen. Verschiedene Perspektiven gehören für sie zum Lebenskonzept, kulturellen Austausch – nicht Abgrenzung – sieht sie als große Chance. „Ich glaube fest: Unterschiede bedeuten keine Trennung, sondern eine Bereicherung. Sie gestatten uns, Neues kennenzulernen und es zu assimilieren, da, wo es gut und sinnvoll erscheint.“

“„Für Dresden ist es wichtig, dass die Stiftung existiert“

Brigitte Schubert-Oustrys Stiftung „Hommage à la France“ kürt seit 2013 unter Schirmherrschaft des Instituts Francais literarische Frankreich-Arbeiten in deutscher Sprache. „Der Preis soll zur kulturellen Verständigung jenseits aller wirtschaftlichen und politischen Beziehungen beitragen“, sagt Schubert-Oustry. Sie sieht hier eine wichtige Rolle für die Landeshauptstadt. „Für Dresden ist es wichtig, dass die Stiftung existiert. Weil sie Dresden bescheinigt, dass es eine Stadt ist, die sich zur Welt öffnet. Dass es eine Stadt ist, die gegen Rassismus angeht und für Völkerverständigung und Austausch steht. Ich glaube, das ist sehr notwendig in der aktuellen Situation.“

Von Katrin Tominski

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