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Regional „Zündblättchen“-Ausstellung in der Werkgalerie der Kreativen Werkstatt Dresden
Nachrichten Kultur Regional „Zündblättchen“-Ausstellung in der Werkgalerie der Kreativen Werkstatt Dresden
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17:29 26.09.2019
Am liebsten würde man drin blättern: „Zündblättchen“-Almanache. Quelle: Galerie
Dresden

Im Jahr 2004 erschien in Meißen das erste Heft der Zeitschrift „Das Zündblättchen – überelbische Blätter für Kunst und Literatur”. Die Idee dazu hatten der Maler, Grafiker und Poet Wolfgang E. Herbst, die Verlegerin Bettina Viktoria Hennig und die Objektkünstlerin Else Gold. Innerhalb von 15 Jahren fügten sich unter Golds Regie und unter ihren Händen bisher 91 Zündblättchen, angefangen mit der Auswahl der Beteiligten und ihren Arbeiten über die Zusammenstellung, vom Scannen bis zum Laser-Druck und der Heftbindung der Hefte im DIN A 6-Format auf Recyclingpapier. In jedem Jahr erscheint ein Almanach mit sechs „Zündblättchen“ in einer kleinen Pappmappe, zusammengehalten von einem schwarzen Gummiband.

Essentiell: Das Vertrauen

Bereits vor einem Jahr planten Cornelia Thümmel und Else Gold für die Werkgalerie der Kreativen Werkstatt eine Ausstellung mit ausgewählten Grafiken, Collagen, Siebdrucken, Zeichnungen, Radierungen, Monotypien, Stempelgrafiken, Materialdrucken, Fotografiken, Papierschnitten, Seidenstick und Lithographien, die im jeweiligen Heft mit Lyrik und Prosa (Kurzerzählungen, Essays) zusammen erschienen.

Die Fügung wollte es, dass es bis dato genau 45 bildende Künstlerinnen waren, die den grafischen Teil des Heftes bestritten. Ebenso beteiligten sich 32 Autorinnen und 58 Autoren aus Sachsen und der Welt an dem Projekt. Der kurze sachliche Titel der Ausstellung „ZB Artistinnen 45/90“ spielt auf die Arbeit von bildenden Künstlerinnen an, die, oft nahe am Existenzminimum lebend, wie auf einem Seil balancieren. Das Artistische ist hier durchaus auch als fortwährende Suche nach einem Schwebezustand zu verstehen, der sich über dem Abgrund des drohenden eigenen Absturzes vollzieht.

Else Gold betont die Wichtigkeit und Bedeutung des Vertrauens zwischen ihr, den Künstlern und Autoren, das die Grundlage ihrer Arbeit bildet. Ein Dialog ist dabei nur aus der subjektiven Perspektive der Herausgeberin möglich, die mit ihrer Auswahl immer auf die Klänge der Zeit lauscht und versucht, den richtigen Ton zu treffen, der in den Gedichten und Bildern herrscht. Oft ist es ein melancholischer Grundton, in dem sich die Bedrohung des Einzelnen und der Menschheit spiegeln, aber auch ein der Trauer und der Schönheit des Lebens zugewandter Gestus, der nach Sinn und Hoffnung schürft. Immer wieder blitzen Licht und Heiteres dazwischen.

Ein besonderer haptischer Reiz

Else Gold versteht die Arbeit als produktiven Prozess, in dem ihre eigene Kreativität gefordert ist, die die ganze Bandbreite künstlerischen Tuns umfasst. So ist aus dem Experiment „Zündblättchen“ ein begehrtes Kunstprojekt gewachsen, in dem sich Nähe und Ferne gleichermaßen vertreten finden, neben Bekannten auch Unbekannte eine Chance bekommen, den Weg an die Öffentlichkeit zu finden.

In der aktuellen Ausstellung ist jeweils eine ausgewählte Grafik an den Wänden zu sehen. Neben sächsischen Künstlerinnen wie Gerda Lepke, Maja Nagel, Conny Cobra und Ruth Habermehl gibt es Bilder von Künstlerinnen aus anderen Landesteilen und dem Ausland zu entdecken u.a. von Irmgard Kramer, Rosemarie Pfann, Kathrin Brömse, Ariane Koch und Barbara Vollmer.

„Zündblättchen“-Ausstellung

bis 6. Oktober,Werkgalerie der Kreativen Werkstatt Dresden e.V., Bürgerstraße 50, geöffnet Di und Do 14-16, Fr 14-18, So 14.30-16.30 Uh, Kontakt: Tel. 0351/ 858 42 00

Finissage: Sonntag, 6. Oktober, 18 Uhr: Lesung mit Rosa Domascyna, Maritza Studart und Constanze John („Das Zündblättchen“ Nr. 93 erscheint, Nr. 92 erschien zur Midissage)

www.kreative-werkstatt.de

In einem Aufsteller sind 91 „Zündblättchen“ zu sehen, die auf den Besucher einen besonderen haptischen Reiz ausüben, in die Hände genommen zu werden. In drei Vitrinen werden Zündblättchen als Einzelhefte, Jahresalmanache und ein 60 Ausgaben umfassendes gebundenes Buch gezeigt. Eine besondere Vitrine beinhaltet das erste „Zündblättchen“ mit Grafik von WEHerbst Silesius und Texten von Olaf Stoy sowie ein Künstlerbuch und das Heft 91, das jüngst erschien.

Die Ausstellung in der Werkgalerie mit Bildwerken der Künstlerinnen ist auch eine Hommage an die vor 200 Jahren in Meißen geborene Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters, Gründerin der ersten Frauen-Zeitung und eine der Vorreiterinnen des seit 100 Jahren bestehenden Frauenwahlrechts.

bis 6. Oktober,Werkgalerie der Kreativen Werkstatt Dresden e.V., Bürgerstraße 50, geöffnet Di und Do 14-16, Fr 14-18, So 14.30-16.30 Uh, Kontakt: Tel. 0351/ 858 42 00

Finissage: Sonntag, 6. Oktober, 18 Uhr: Lesung mit Rosa Domascyna, Maritza Studart und Constanze John („Das Zündblättchen“ Nr. 93 erscheint, Nr. 92 erschien zur Midissage)

www.kreative-werkstatt.de

Von Heinz Weißflog

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