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Regional Woods Of Birnam und Freunde verzaubern zur Zweitauflage des Indie-Festivals
Nachrichten Kultur Regional Woods Of Birnam und Freunde verzaubern zur Zweitauflage des Indie-Festivals
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16:22 23.06.2019
Die Dresdner Band Wood of Birnam während des Come To The Woods Festivals auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch in Dresden. Quelle: Andreas Weihs
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Dresden

Woods Of Birnam hatten schon immer den Traum, ein eigenes Festival auf die Beine zu stellen. „Wir machen das nicht nur weil wir befreundete Bands einladen wollten, mit denen wir selber einmal auftreten möchten, sondern es soll auch ein kleines Dankeschön an die Dresdner Gemeinschaft sein, die erheblichen Anteil daran hat, dass wir so wachsen können, und die uns schon so lange begleitet haben“, erzählte Sänger und Mitorganisator Christian Friedel noch kurz vor seinem Auftritt. Dem bereits gelungenen Auftakt im vergangenen Jahr folgte nun Ausgabe Nummer 2 an einem der schönsten sommerlichen Open Air Konzertplätze die Dresden zu bieten hat.

Vergangenes Jahr ist „Come to The Woods“ ins Leben gerufen worden. Am Sonnabend folgte die Zweitauflage auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch. Ausverkauft. Dabei: Die Dresdner Band Woods Of Birnam und deren Gäste.

„Das Highlight ist der Ort, und die Magie die hier entsteht. Es ist ein sehr offener Ort und trotzdem geschützt hier im Wald, der natürlich das Bild von unserer Band komplettiert“, schwärmt Friedel und setzt fort „Ein persönliches Highlight für mich ist, dass die Zuschauer sehr aufmerksam die Auftritte der Bands begleiten und absolut offen sind, und eben nicht nur darauf warten, dass wir endlich spielen. Sie wollen das Gesamtpaket genießen.“

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Gleich drei „Vorbands“ haben sich die Woods in diesem Jahr eingeladen. Es sind Bekannte und Freunde, deren Musik sie schätzen. Da ist zum Beispiel Tobias Siebert mit seiner Band And The Golden Choir, die als erstes beim diesjährigen Festival die Bühne entern.

Mehr als 1500 Fans sind dabei

Tobias hat unser erstes Album produziert. Gleich spielen Ätna hier, deren Sängerin Inez bei unseren ersten Konzerten 2014 im Background sang. Hundreds schließlich kennen wir aus verschiedenen Begegnungen, ihr Schlagzeuger trommelt auch bei Enno Bunger, wo auch unser Gitarrist Philipp mitspielt. Wir finden es wirklich sehr abwechslungsreich und spannend, das alles unseren Fans zu präsentieren.“

Mehr als 1500 Fans folgten am Wochenende dem Ruf in den „Wald“, und was man als Beobachter wirklich sehr erfreulich registriert ist, dass es hier keine mitgrölenden „Prosecco-Leichen“ gibt, sondern ausnahmslos interessierte Zuhörer, die die Leistungen der auftretenden Musiker honorieren, indem sie gut zuhören, freudig applaudieren, auch mal Seifenblasen in die Luft pusten, mit langen Strohalmen winken oder farbige Luftballons in den Himmel steigen lassen. Kurzum: Die einfach Spaß haben, sich amüsieren und selbst Teil des Unterhaltungsprogramms werden.

Streichquartett Ensemble Tanderas spielen mit

Als dann endlich Woods Of Birnam auf die Bühne kommen, wird alles noch etwas gewaltiger, größer, der Einsatz von effektvollem Licht wird in der angehenden Dämmerung sichtbarer und die Fans werden noch sangesfreudiger. Obwohl die Stücke des neuen, des dritten, Albums „Grace“, wie der ins Ohr gehende Titelsong, das funkige „Into The Rapture“ oder der Opener „Overload“ herausragend in ihrem Set platziert sind, sind die Fans auch bei den neuen Stücken sehr textsicher.

Zu ihrer klanglichen Vervollkommnung haben sich Woods Of Birnam das Streichquartett Ensemble Tanderas eingeladen, die den Stücken zusätzliches Volumen einhauchen und eine weitere Klangliche Ebene erzeugen. Auch eine zusätzliche Sängerin im Background ist zu hören.

Mit „Doors“ gehen die Lichter aus

„Das ist das große Besteck, das wir heute auffahren“, freut sich Frontmann Friedel schon vor dem Auftritt. Tatsächlich ist das Set der Lokalmatadoren klanglich füllig, versehen mit spannenden und manches Mal überraschenden Arrangements, es ist sehr unterhaltsam, kurzweilig und durchsetzt mit verschiedenen musikalischen Strömungen und Einflüssen.

Das reicht vom Pop („Isolation“), über den schon angesprochenen Funk („Into The Rapture“) und Elektrosounds („The Machine“) bis hin zu „Under The Greenwood Tree“, einem Song, der hier zum ersten Mal live mit Streichern auf einer Konzertbühne gespielt wird. Das reguläre Set schließt mit „Soon“ vom ersten Album 2014, den die Band seit vier Jahren nicht mehr live spielte.

Und mit „The Willow Song” ist noch ein zweites Stück aus dem Shakespeare Programm „Searching For William“ live zu hören, das ansonsten nur im Theater und nicht auf den Konzertbühnen zu erleben ist, bevor mit „Doors“ die Lichter angehen und das Publikum in den noch frühen Abend entlassen wird.

Von Andreas Weihs

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