Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Wenn der Wald ruft... „Come to the Woods“ zum zweiten Mal in Dresden
Nachrichten Kultur Regional Wenn der Wald ruft... „Come to the Woods“ zum zweiten Mal in Dresden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:46 18.06.2019
Vor einem Jahr hieß es auch schon „Come to the Woods“ – und viele folgten dieser Aufforderung. Quelle: Anja Schneider/Archiv
Anzeige
Dresden

An Festivals hat es Dresden zuletzt nicht wirklich gemangelt. Da wären das Dixieland-, das Dave- sowie das Kurzfilmfestival zu nennen, weiterhin die Musikfestspiele, die Jazztage, die Filmnächte oder die Tanzwoche. Die Liste mag gar nicht mehr enden.

In dieser ausgeschmückten Festivallandschaft fällt es nicht besonders leicht, ein neues Format zu etablieren. Genau dies hat sich die Dresdner Band Woods of Birnam jedoch seit 2018 auf die Fahnen geschrieben. Am 22. Juni soll die zweite Auflage ihres Festivals „Come to the Woods“ über die Bühne des Konzertplatzes Weißer Hirsch gehen.

Anzeige

Dresden, Berlin, Hamburg

Im vergangenen Jahr sorgten Enno Bunger, Joco und Kat Frankie für ausgelassene Stimmung im Waldpark, diesmal sind erneut drei Acts eingeladen worden. Den kürzesten Anreiseweg muss die Band Ätna auf sich nehmen. Das Duo, das 2018 seine zweite EP „La Famiglia – An Audiovisual Suite“ veröffentlichte, ist ebenfalls in Dresden beheimatet und pflegt eine innige Freundschaft zu den Woods. Sängerin Inéz Schaefer unterstützte die Popband um Christian Friedel bei den ersten Konzerten zu ihrem Debütalbum. Und Ätna-Drummer Demian Kappenstein lud Friedel zu seiner Musikreihe „Feature Ring“ ins Festspielhaus Hellerau ein, um auf ungewohnt jazzige Weise verschiedene Songs von Woods of Birnam zu covern.

Christian Friedel Quelle: Anja Schneider

Mit And the Golden Choir haben die Woods weiterhin den Musikproduzenten ihres Debütalbums, Tobias Siebert, geladen. Der Berliner hatte sich der komplexen Aufgabe angenommen, die Theatersongs der Woods mit ihren Popsongs so zu verbinden, dass es homogen wirkt. Die Ein-Mann-Band And the Golden Choir hat 2018 ihr zweites Album „Breaking With Habits“ veröffentlicht. Beim Festival wird Siebert mit einer Liveband auftreten.

Die dritte Gastband heißt Hundreds und stammt aus Hamburg. Das Geschwister-Duo Philipp und Eva Milner fühlt sich in den Elektropop-Breiten ausgesprochen wohl. Die Woods sind große Fans der beiden – immerhin lässt sich eine Vielzahl musikalischer Schnittpunkte feststellen: die Suche nach unkonventioneller Popmusik, die Liebe zu ausufernden Arrangements und ungewöhnlichen Beats. „Hundreds inspirieren uns durch ihre aufwendigen Albumproduktionen, die atmosphärische Popmusik mit elektronischen Welten verbinden“, sagt Sänger Friedel. „Wir sind sehr gespannt auf das akustisches Set, das Hundreds beim Festival präsentieren werden.“

Indie-Pop für 2.000 Zuschauer

Mit „Come to the Woods“ setzen sich Woods of Birnam gewissermaßen ein Denkmal in ihrer Heimat. „Ein Indie-Pop-Festival für knapp 2000 Zuschauer findet man nicht so oft in Dresden. ’Come to the Woods’ war ein lang gehegter Wunsch von uns, da man in der Heimatstadt seinem treuen und großartigen Publikum einerseits Danke sagt, die Bühne andererseits mit befreundeten und geschätzten Musikern teilt“, erklärt Friedel.

Foto vom „Come to the Woods 2018 Quelle: Anja Schneider

Im vergangenen Jahr waren die Festivalkarten restlos vergriffen. Friedel hofft diesmal auf ähnlich hohe Besucherzahlen. „Viele, die letztes Jahr die einmalige Atmosphäre genossen haben, werden sicherlich wiederkommen, um neue Musik zu entdecken“, ist der Musiker überzeugt, der mit seinen Bandkollegen schon eifrig am Programm des „Come to the Woods“-Festivals 2020 schraubt. „Toll wäre es, wenn sich das Festival als eine feste Größe in Dresden etabliert. Aber das braucht Zeit und einen langen Atem.“

Von Junes Semmoudi