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Regional Wanda beenden Niente-Tour in der Jungen Garde
Nachrichten Kultur Regional Wanda beenden Niente-Tour in der Jungen Garde
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11:32 17.09.2018
Wanda auf der dunklen Bühne Quelle: Anja Schneider
Dresden

Der Vorhang fällt und Jubelschreie erfüllen die Junge Garde. Mit einem ihrer größten Kracher „Bologna“ starten Wanda in ihren letzten Abend der (einjährigen!) Tour zu ihrem aktuellen und dritten Album „Niente“ in Dresden. Die Lederjacke, ohne die Sänger Michael Marco Fitzthum, auch bekannt als Marco Wanda, in den letzten Jahren nur selten auf der Bühne zu sehen war, ist einer frischen Jeansjacke gewichen. Und das hat einen besonderen Grund, denn das lederne Markenzeichen hängt mittlerweile als Exponat in einer Ausstellung über Pop-Musik, wie der Sänger in einem Interview mit dem Kurier, einer österreichischen Tageszeitung, erzählte.

Etwas vertiefen, was schon immer da war

Fitzthum sowie Bassist Reinhold „Ray“ Weber haben auch nach gefühlten Jahren auf Tournee nichts von ihrem Adrenalin verloren. Der Rest der Band hält sich dagegen eher im Hintergrund an ihren Instrumenten fest. Die Menge ist textsicher und so wird zu den Zeilen „Luzia“, „Auseinandergeh’n ist schwer“ und „Schickt mir die Post“ des ersten Albums „Amore“ ausgelassen mitgesungen, getanzt und gesprungen.

Mit „Ich will heute Abend nicht in den Himmel fahr’n, ich will mit dir Spaß haben, Dresden!“ feuert Fitzthum die Fans an und die lassen sich das nicht zweimal sagen. Egal was der Sänger vorsingt, es wird lauthals nachgesungen. Ein Spaß für Band und Publikum. Mit dem Song „Meine beiden Schwestern“ gelingt der erste Ausflug ins zweite Album „Bussi“, bis die Setlist schließlich bei der aktuellen Platte angelangt.

Die Lieder der vorangegangenen Alben waren sichere Stimmungsmacher. Doch mit der dritten Platte wagten Wanda Schritte in düstere und melancholischere Richtungen. Im bereits erwähnten Interview erklärt Fitzthum, dass sie mit „Niente“ etwas vertiefen, was schon immer da war. Viele düstere Songs seien bereits früher geschrieben worden, haben es nur nicht auf die ersten beiden Alben geschafft. Nicht jedes Lied auf der neuen Platte bleibt beim ersten Hören direkt im Ohr oder gar in guter Erinnerung. Umso spannender war der Moment, wie sie die neuen Lieder auf die Bühne bringen und an die Ekstase der vorangegangenen Songs anknüpfen.

„Ein melancholisches Scheißlied haben wir noch!“

Mit „Weiter, weiter“ und „Café Kreisky“ meistern sie den Übergang in den melancholischen Teil des Abends. Sogar „Ein letztes Wienerlied“, eines der markantesten Lieder des aktuellen Albums, hat es auf die Setlist des Abends geschafft. In einer kurzen Ansprache erklärt Fitzthum die Geschichte des Liedes: Der Text ist von Kurt Robitschek, einem österreichischen Theater-Direktoren. In den Vierzigerjahren schrieb er diesen für Hermann Leopoldi, der zu dieser Zeit im KZ saß. Ihm gelang die Flucht nach Amerika, dadurch hat ihn der Text jedoch nie erreicht. Wanda haben es nun zu Ende komponiert und vertont. Unterstützt von Streichern, die anschließend auf der Bühne verweilen und „Schottenring“ begleiten, entwickelt sich das sonderbare Lied zu einem emotionalen Höhepunkt des Abends.

„Ein melancholisches Scheißlied haben wir noch“, sagt der Sänger und läutet damit das große Finale des Abends ein, was sich aber alles andere als melancholisch gestaltet. Die Menge feiert gemeinsam mit der Band „Columbo“ und „Bussi“, bis sich der Abend nach rasanten eineinhalb Stunden mit „1,2,3,4“ tatsächlich dem Ende entgegen neigt. Und das folgte dann auch abrupt. Doch Wanda wollen wiederkommen, man kenne sich inzwischen ja schon. Dafür gibt es von den Dresdnern ganz viel Amore!

Von Lisa-Marie Leuteritz

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