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Regional Vier Gebilde (in Öl) von Arend Zwicker in der Alten Feuerwache Loschwitz
Nachrichten Kultur Regional Vier Gebilde (in Öl) von Arend Zwicker in der Alten Feuerwache Loschwitz
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18:34 09.09.2019
Vier seiner „Gebilde“, wie sie Arend Zwicker selbst nennt, sind in der Ausstellung der Alten Feuerwache Loschwitz zu sehen. Quelle: Paul Barsch
Dresden

Sie Bilder zu nennen, scheut sich der Dresdner Maler Arend Zwicker ganz und gar. Vier solcher „Gebilde“ (A.Z.) sind nun in einer Ausstellung der Alten Feuerwache Loschwitz zu sehen. Das große Format (170 mal 240 Zentimeter) ist einheitlich seit dem Beginn an diesem Projekt im Jahr 1990. Seitdem sind es fast 100 Ölbilder geworden, in denen Zwicker sich dem malerischen Modus ganz hingegeben hat.

Nach einer Pause von zehn Jahren (2000 bis 2010), in der er vor allem Lichtkunst betrieb, ist Zwicker zur Malerei zurückgekommen. Man muss diese Bilder nicht in irgendwelche Ismen einordnen, wenngleich man sie unter der Bezeichnung „abstrakt und informell“ gelten lassen kann.

„Über den Sinn von Kunst befinden die Sinne“

Über seine künstlerische Arbeit schrieb diesbezüglich Arend Zwicker programmatisch: „Ich orientiere mich nicht an der Moderne, sondern modernisiere meine Orientierung, denn über den Sinn von Kunst befinden die Sinne“. Das ist ein klarer Standpunkt, den der Betrachter in dieser Ausstellung von nur vier Arbeiten (nummeriert) nachvollziehen kann.

Der Begriff „Gebilde“ betont die bildnerische Seite von Zwickers Malerei, das Durchbilden der Bildstruktur vom plastischen Auftragen der Farbe und deren schließliche Tilgung durch das Wegkratzen und Runterschaben mit dem Scalpell. Plötzlich wird aus dem opulenten „Bunt“ der teppichartigen Farbfläche ein fein strukturiertes Weiß, das den „Endpunkt“ des Bildes markiert und das beweist, dass man als Maler auch das Nichts thematisieren kann.

Für die aufwendige technische Realisierung seiner Bilder braucht Zwicker mit gelegentlichen Pausen manchmal ein halbes Jahr. Das entstandene Bild erschließt sich sowohl aus der Nähe als auch aus größerem Abstand. Kleinteilig angelegt, sind es oft floral-animalische, organische Strukturen, die vielfältige Assoziationen hervorrufen. Man entdeckt als Betrachter das jeweilige Bild immer wieder neu und anders.

Beim Herantreten erschließt sich ein Universum aus im Bild dynamisch bewegten Formen, Dingen und ihren Metamorphosen, Substituten für die Realität, hingepuzzelt und wie auf einer weiten Fläche ausgestreut. Zwickers Farbigkeit erinnert dabei an den Expressionismus und an die subtile, genau abgestimmte Farbigkeit auf den Bildern von James Ensor.

Sich selbst genügende, selbstverständliche Naturgebilde

Zwickers Arbeit ist ein langer, meditativer Prozess, bei dem die Strukturen allmählich wachsen. Dialog, Rückkopplung und Reflexion machen das Bild zum „Partner“, dem er täglich in seinem Atelier begegnet und mit dem er sich beschäftigt: Bild Nr. 78 hat Zwicker im Jahr 2015 gemalt. Es ist zum Teil mit Seidenpapieren kaschiert, auf die vorher einzeln mit Feder und Tusche gezeichnet wurde. Beim genauen Hinsehen entdeckt man kleine Geschichten, ornamental miteinander sprechende Dinge und Formen. Scriptual verdichtete Feinstrukturen (Bild Nr. 91, 2017) beherrschen kleine mit dem Beitel ausgehobene Holzspäne, die wie gedrehte Locken aus dem Bild heraus stechen und mit in Edelsteinfarben gefassten blauen und violetten Flächen agieren.

Bild Nr. 91

Arend Zwicker: Nr. 91/2017 Quelle: Repro: Heinz Weißflog

Ein reizvoller Aspekt der Ausstellung besteht vor allem darin, sich von den Bildern auch mental anregen zu lassen. „Zwischen den Bildern stehend entsteht etwas, was man mit einer Massage vergleichen kann“ (Detlef Schweiger, Kurator und Laudator der Ausstellung). Es ist, als ob die Bilder eine unsichtbare Energie aussenden. Sie wirken wie sich selbst genügende, selbstverständliche Naturgebilde. Manchmal malt oder zeichnet Zwicker eine rasterförmig angeordnete Punktierung über das Bild, die dem floralen Gewebe Halt gibt. Die Bewegung im Bild erzeugt einen hypnotischen Sog, der plötzlich archaische Formen (z.B. Masken) hervortreten und wie durch ein Mikroskop den Blick auf einen verborgenen Teil unserer Wahrnehmung werfen lässt.

Arend Zwicker studierte 1983 bis 1988 an der HfBK Dresden und ist durch seine besondere Art der Lichtkunst bekannt geworden.

Info zur Ausstellung

Bis 22. September. Galerie Alte Feuerwache Loschwitz, Fidelio-F.-Finke-Straße 4. Tel. 0351/267 86 26

Mo, Mi, Do 10-16 Uhr, Di 10-18 Uhr, So 14-18 Uhr.

Finissage am 17. September, 20 Uhr, in der Alten Feuerwache Loschwitz.

Im Veranstaltungsraum „Trille“ wird ein Film zum 100. Jubiläum der Alten Feuerwache gezeigt.

www.feuerwache-loschwitz.de

Von Heinz Weißflog

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