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Regional Streit um Corona-Zwangspause: Freundeskreis unterstützt Sächsische Staatskapelle
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Streit um Corona-Zwangspause: Freundeskreis unterstützt Sächsische Staatskapelle

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12:38 19.02.2021
Leerer Orchesterbereich in der Semperoper Dresden. Orchestervorstand und Chefdirigent Christian Thielemann hatten vehement die Wiederaufnahme des Spiel- und Probenbetriebs gefordert.
Leerer Orchesterbereich in der Semperoper Dresden. Orchestervorstand und Chefdirigent Christian Thielemann hatten vehement die Wiederaufnahme des Spiel- und Probenbetriebs gefordert. Quelle: Matthias Creutziger
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Dresden

Die Gesellschaft der Freunde der Sächsischen Staatskapelle e.V. reagiert auf den in der Presse ausgetragenen Disput um das zum Schweigen verurteilte Orchester. Wie berichtet, hatten Orchestervorstand und Chefdirigent Christian Thielemann vehement die Wiederaufnahme des Spiel- und Probenbetriebs gefordert, Staatsopern-Intendant Peter Theiler widersprach dem mit Hinweis auf Infektionsgefahren.

Wo bleibt das „Aufbäumen“ des Intendanten?

Es könne nicht hingenommen werden, dass die Kapelle „nach mehr als 470 ununterbrochener Tradition plötzlich fast komplett verstummt“, heißt es in einem vom Vereinsvorsitzenden Christoph Hollenders unterzeichneten Rundschreiben. Er sei erstaunt, dass in Dresden nicht möglich ist, was andernorts auch unter Einhaltung strenger Hygieneregeln realisiert werde, „wo Künstler das tun, was Künstler auszeichnet: Sie sind kreativ.“

Rückblick:

Deutliche Kritik wurde an Peter Theiler geäußert. Hollenders vermisse ein „Aufbäumen“ des Intendanten, er finde „keine Spur von überbordender Phantasie, künstlerischem Impuls und Gestaltungswillen.“ Insbesondere die mitunter kurzfristige Absage von - zuvor auch mit den Gesundheitsbehörden abgestimmten - künstlerischen Projekten des Orchesters wird in dem der DNN vorliegenden Schreiben moniert.

Auch der Vorwurf der Illoyalität, der just den spielwilligen Orchestermitgliedern und namentlich Christian Thielemann entgegengebracht wurde, stieß auf herbe Kritik. Die in zwei deutlichen Fragen gipfelt: „Kann man sich radikaler entzaubern? Sich deutlicher disqualifizieren für die Leitung eines der bekanntesten Opernhäuser Deutschlands?“

Von ME