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Regional Jubiläumskonzert – 55 Jahre Stern Combo Meißen
Nachrichten Kultur Regional Jubiläumskonzert – 55 Jahre Stern Combo Meißen
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08:35 23.09.2019
Die Gäste Werther Lohse (Lift) und Veronika Fischer bereicherten das Jubiläumskonzert der Stern Combo Meißen. Quelle: Andreas Weihs
Meißen

Es gibt hierzulande wohl kaum eine aktive Rockband, die seit den frühen 1960er Jahren bis heute erfolgreich Musik macht und dabei nie wirklich in der Versenkung verschwand oder sich gar auflöste. Die Stern Combo Meißen gehört zu den dienstältesten bestehenden Rockgruppen, wurde 1964 von Martin Schreier, Norbert Jäger und Bernd Fiedler gegründet. Mehrfach umbesetzt, auch verjüngt, ruhen sich die Musiker nicht auf ihren früheren Erfolgen aus, sondern liefern – wenn auch quantitativ dezent – ebenso neueren Output.

Höhenflüge, Abstürze – und der Mauerfall

Ihr 55-jähriges Bestehen feierte die Stern Combo Meißen am Wochenende gemeinsam mit Freunden, Weggefährten und Fans mit einem Jubiläumskonzert auf der Open Air Bühne am Akti in Meißen, unweit des Ortes, an dem alles begann.

Die Band, nunmehr seit einigen Jahren in der aktuellen Besetzung mit Sänger und Keyboarder Manuel Schmid, Bassist Axel Schäfer, Keyboarder Sebastian Düwelt, Schlagzeuger Frank Schirmer und natürlich Gründungsmitglied Martin Schreier, stieg in den gut dreieinhalbstündigen Konzertabend ein mit Auszügen aus „Bilder einer Ausstellung“.

Sie zeigten so gleich einmal ein gutes Stück von dem, was sie über viele Jahre musikalisch ausmachte. Damit begeisterte sie die zahlreich erschienenen Fans von Beginn an. Ein Anliegen war ebenso die Erinnerung an die prägenden und leider bereits verstorbenen ehemaligen Stern-Musiker Reinhard Fißlerund Norbert Jäger wachzuhalten: „Was bleibt“.

Im Lauf der Jahre durchlebte die Stern Combo Meißen zahlreiche Turbulenzen wie jede andere Band auch. Sie erlebte Höhenflüge, Abstürze – und den Mauerfall. Sie rappelte sich immer wieder auf, besetzte um. Die Musiker kamen, gingen und kamen wieder. Das Besetzungskarussell drehte sich unaufhörlich. So musizierten und sangen Veronika Fischer, Werther Lohse, Schlagzeuger Michael Behm, Gitarrist Michael Lehrmann sowie Keyboarder und Saxofonist Andreas Bicking zeitweise in der Band.

In Meißen standen sie alle noch einmal auf der Bühne, zelebrierten Hits und populäre Songs auch mal in ungewöhnlichen Konstellationen. Hervorzuheben wäre da unbedingt das Duett von Veronika Fischer mit Werther Lohse, die gemeinsam eine beeindruckende emotionale Version von „Es war ein Land“ interpretierten.

Stimmgewaltiger Publikumschor

Zu einem solchen Konzert gehörten natürlich auch zeitlos populäre Stücke wie „Die Sage“ (mit Sänger Werther Lohse), das grandiose „Kampf um den Südpol“ (mit Keyboarder Lothar Kramer und Bassist Benno Fiedler) und natürlich das epische „Weißes Gold“, ein Meilenstein in der Bandhistorie – und ebenso Schwerstarbeit für die beiden Keyboarder.

Doch die Stern Combo kann auch anders. Es gab da mal eine Zeit, wo die Melodien poppiger wurden, die Lieder kürzer, eingängiger und sich vom Artrock entfernten. Auch sie haben Platz im Konzert. Lieder wie „Stundenschlag“, „Der eine und der andere“, „Dein Herz“, „Eine Nacht“ und „Wir sind die Sonne“ gehören mit zu den bekanntesten Hits dieser Ära der 1980er, einer Zeit, wo ohnehin alles anders war als zuvor, wo sich die Hörgewohnheiten änderten und man als Musiker wohl oder übel in irgendeine der neuen Richtungen mitziehen musste, um noch weiterhin eine Rolle zu spielen.

Ralf Schmidt brachte den Pop in die Band

Die Stern Combo tat das seinerzeit erfolgreich mit einem neuen Sänger (Ralf Schmidt), der einen frischen, modernen, zeitgemäßen Sound in die Band brachte – und den Pop. Wie beliebt diese Lieder auch heute noch sind, ließ sich an diesem Abend am stimmgewaltigen Publikumschor ermessen, der immer wieder textsicher und lautstark erklang.

Die Stern Combo Meißen unternahm mit ihren Gästen eine eigene Zeitreise und zeigte dabei eine musikalische Bandbreite vom Artrock bis zum Pop, handwerklich auf sehr solider Basis, kurzweilig und unterhaltsam. Da freut man sich schon auf das 60. Jubiläum dieser Ausnahmeband.

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Von Andreas Weihs

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