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Stadtmuseum Dresden kauft Kidduschbecher

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14:07 16.12.2020
Der nur sieben Zentimeter hohe Kidduschbecher.
Der nur sieben Zentimeter hohe Kidduschbecher. Quelle: Kunstauktionshaus Schloss Ahlden
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Dresden

Das Dresdner Stadtmuseum hat bei einer Auktion in Norddeutschland einen sogenannten Kidduschbecher erworben. Der vom Kunstauktionshaus Schloss Ahlden angebotene „Dresdner Becher“ ist laut Städtischen Museen „ein sehr frühes Judaika-Zeugnis aus Dresden“. Zur Kaufsumme machte die Einrichtung keine Angaben.

Den Angaben des Museums zufolge war Andrea Rudolph, Kustodin für Alltagskultur, im November bei einer Recherche auf den Becher gestoßen. Gespräche mit der jüdischen Gemeinde hätten die Einschätzung der Direktorin des Stadtmuseums, Christina Ludwig, bestätigt, dass es sich dabei um ein jüdisches Zeremonialobjekt handelt. Kidduschbecher braucht es am Vorabend des Schabbat für das feierliche Abendessen, bei dem Segenssprüche (Kiddusch) über Wein und Schabbatbrote ausgesprochen werden. Der Weinsegen gehört zu den wichtigsten Ritualen im Judentum. Dieser Bedeutung entsprechend, werden die Segensgefäße oft aus kostbaren Materialien wie Edelmetallen gefertigt.

Auf der Schauseite des nur sieben Zentimeter hohen Bechers befindet sich eine hebräische Gravur, wörtlich übersetzt „Glas“ oder „Becher“. Wahrscheinlich kam das Gefäß in jüdischen Besitz und wurde dort mit der hebräischen Inschrift versehen.

Geschaffen von Dresdner Hofjuwelieren

Der Becher ist aus Silber und vergoldet. Er stammt aus der Werkstatt von Carl David Schrödel. Sein Vater Carl Heinrich Schödel, geb. um 1679, begründete die Goldschmiedefamilie Schrödel, die verschiedene Hofjuweliere stellte und bis in die 1830er Jahre als Hofjuwelier tätig war. Carl David Schrödel, um 1712 geboren, erhielt 1756 seinen Meisterbrief. Er wurde als Goldarbeiter und Hofjuwelier geführt und starb 1773 in Dresden.

Der Kauf sei wichtig für die Judaica-Sammlung des Stadtmuseums, vor allem, da materielle Zeugnisse aus dem Dresden des 18. Jahrhunderts sehr selten sind, hieß es in einer Mitteilung. Besonders mit Blick auf 2021 sei das von Bedeutung, weil dann 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert werden, was auch im Stadtmuseum eine Rolle spielen soll.

Von DNN