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Regional Staatliche Kunstsammlungen feiern 2020 den Schöpfer der „Sixtinischen Madonna“
Nachrichten Kultur Regional Staatliche Kunstsammlungen feiern 2020 den Schöpfer der „Sixtinischen Madonna“
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09:57 31.01.2020
Die „Sixtinische Madonna“ ist eines der bekanntesten Werke des Künstlers Raffael – und gehört zu den prominentesten Bildern der Staatlichen Kunstsammlung Dresden. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbil
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Dresden

Die neu eingerichtete Gemäldegalerie Alte Meister im Dresdner Semperbau plant nach ihrer Wiedereröffnung bis Jahresende noch drei hochkarätige temporäre Schauen mit Werken aus ihrem Bestand. Dabei feiern die Staatlichen Kunstsammlungen (SKD) den Künstler Raffael - Schöpfer ihres berühmtesten Gemäldes, der „Sixtinischen Madonna“ - zum 500. Todesjahr. „Wir zeigen mit einem Reigen großer Ausstellungen, was wir wissenschaftlich alles tun“, sagte Direktor Stephan Koja.

Den Auftakt macht „Raffael - Macht der Bilder. Die Tapisserien und ihre Wirkung“ (3. April bis 19. Juli 2020). Um die Dresdner Raffael-Gobelins werden andere prominente Meisterwerke versammelt. „Wir haben großartige Leihgaben, darunter Raffael-Zeichnungen, Gemälde von Bassano, Rubens, Poussin, auch eine frühe Dürerkopie“, sagte Koja.

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Ein Blick auf die frühe Malweise Raffaels

„Mitte Juni zeigen wir dann Raffael als Madonnenmaler.“ Für die Schau (bis 27. September 2020) komme aus dem Norton Simon Museum in Pasadena (Kalifornien/USA) ein „wunderbares frühes Werk“ des berühmten Renaissancemalers von 1503. Damit werde ein „brillanter Blick“ auf die frühe Malweise von Raffael möglich, der das Motiv der Madonna auf immer neue Art und Weise gestaltete. Dazu gesellen sich frühe Madonnen anderer italienischer Schulen, „um zu zeigen, was das Originelle an Raffael ist“.

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Und die „Sixtinische Madonna“ wird theologisch neu gedeutet. Der Christus habe in der Klosterkirche San Sisto von Piacenza, für die Raffael die Sixtina malte, auf seine Zukunft als Mensch geschaut, sagte Koja. „Man sieht das Bild so ganz anders“, beschrieb er eine Erkenntnis. „Man versteht auch die beiden Engel, die keine Lausbuben sind, sondern nachdenklich schauen so wie Kinder, die ahnen, etwas Großes, Wichtiges wird geschehen und noch nicht ganz begreifen, was es ist.“ So sollen die Engel, die sich verselbstständigt haben, wieder mit dem Bild verknüpft werden.

Bezug zu Caravaggio

Ebenso prominent ist „Caravaggisten in der Gemäldegalerie Alte Meister“ (11. September bis 10. Januar 2021) - Maler, die sich in ihrer Bildsprache auf den frühbarocken Künstler Caravaggio (1571-1610) beziehen. „Wir leihen uns dafür seinen wunderbaren jugendlichen Johannes den Täufer aus den Kapitolinischen Museen.“ Dazu kommen Gemälde berühmter Caravaggisten wie Rubens, Rembrandt, Vermeer, de Boulogne, Régnier oder de Ribera - Hauptwerke der Galerie. „Die Kupplerin von Vermeer ist undenkbar ohne Caravaggio.“

Und auch im Residenzschloss gibt es ein Jubiläum: 300 Jahre Kupferstich-Kabinett. Unter dem Titel „300 Jahre Sammeln in der Gegenwart“ (25. April bis 14. September) lädt das Museum zur Entdeckungsreise durch alle Epochen anhand von etwa 160 Arbeiten, im Herbst werden Werke von Günther Uecker gezeigt, zu dessen 90. Geburtstag. „Crossing Borders. Sammeln für die Zukunft“ (14. November bis 22. Februar 2021) weist in die Zukunft, mit Grafik von Tracy Emin, Mona Hatoum, Roni Horn, Eberhard Havekost, Olaf Holzapfel oder Wolfgang Tillmans und in New York sind Zeichnungen Alter und Neuer Meister aus dem Bestand zu sehen (Oktober bis Januar 2021).

Kupferstich-Kabinett älteste öffentliche Spezialsammlung

Das Dresdner Kupferstich-Kabinett ist die älteste öffentliche Spezialsammlung für Kunst auf Papier im deutschsprachigen Raum. Seit 1720 werden Zeichnungen, Kupferstiche und andere Druckgrafiken gesammelt, seit 1898 auch Fotografien. Der Bestand umfasst über eine halbe Million Werke vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Von RND/dpa

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