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Regional „Show Must Go On“ – Freddie-Mercury-Musical feiert in Dresden Premiere
Nachrichten Kultur Regional „Show Must Go On“ – Freddie-Mercury-Musical feiert in Dresden Premiere
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10:55 23.04.2019
Keine Aneinanderreihung von Best-of-Hits: Das Musical „Show must go on“ in Dresden. Quelle: ONUK
Dresden

Der Song „Bohemian Rhapsody“ von Queen ist bombastisch, operettenhaft, auch ein bisschen albern und eigentlich weiß niemand so recht, worum es überhaupt geht und was Galileo, Scaramouche und Figaro in dem Lied zu suchen haben. Aber manchmal ist es eben das Unerklärliche, das fasziniert, auch weil es herausfordert.

Bester Song aller Zeiten

In dem Moment, in dem es erklärt, gelöst wird, verliert es schlagartig seine Faszination und wird uninteressant. Queen-Frontmann Freddie Mercury (dessen Name eigentlich Farrokh Bulsara war) weigerte sich entsprechend zeitlebens, den Song zu interpretieren: „Ich denke, er verliert seinen Mythos und ruiniert eine Art Mystik, die Menschen darum aufgebaut haben.“

Vielleicht ist ja genau diese wandelbare Projektionsfläche und der vielschichtige musikalische Aufbau der „Rhapsody“ der Grund dafür, dass er zum besten Song aller Zeiten gewählt wurde – insofern überrascht es nicht wirklich, dass das biografische Filmdrama um den Rockstar und seine Band, das im vergangenen Jahr in die Kinos kam und ein Kassenschlager wurde (allein in Deutschland sahen ihn mittlerweile über 3,5 Millionen Menschen) den Titel „Bohemian Rhapsody“ verpasst bekam.

Beim Freddie-Mercury-Musical, das nun an der Comödie von Regisseur Ingmar Otto in Szene gesetzt wurde, entschied man sich für den Titel „Show Must Go On“ – auch das passt, denn Mercury weigerte sich, nachdem er von seiner Aids-Erkrankung erfahren hatte, in der Tat lange, von der Bühne oder auch nur der Musik zu lassen. Es hat eine gewisse Logik, dass Freddie Mercury-Darsteller Christopher Brose, während er sich kurz an die Stirn tippt, versichert: „Hier oben ist noch so viel Musik drin. Und die will raus!“

Kann Broses Stimme dem Original das Wasser reichen?

Die Rahmenhandlung – jemand erhält von einem ominösen Mann den Auftrag, herauszufinden, wer und wie dieser Mercury wirklich war und wo seine Asche abgeblieben ist – ist aufgesetzt und zum Glück nicht weiter von Belang. Es geht nicht um Queen, nur um Freddie Mercury und die – mal abgesehen von den drei Bandkollegen – womöglich wichtigsten Personen im Leben des bisexuellen Künstlers, als da wären seine Jugendliebe und offizielle Lebenspartnerin Mary Austin (Anne Leßmeister), die österreichische Schauspielerin Barbara Valentin (Dorothée Kahler), die Mercury in seiner Münchner Zeit kennenlernte, dazu Mercurys langjähriger persönlicher Assistent Peter Freestone (Patrick Nitschke) sowie sein Lebenspartner Jim Hutton, der in der Tat keiner von diesen „Drecksstrichern“ war, denen Mercury wieder und wieder verfiel.

Show Must Go On – Ein Musical mit den Hits von Queen

Alle Akteure der Inszenierung betätigten sich nicht zu knapp auch als Sänger und sind als solche ungemein versiert, nicht zuletzt Brose, der zwar nicht nur des fehlenden Überbisses wegen keinen Freddie-Mercury-Look-Alike-Contest gewinnen würde, aber von der Stimme her dem Original das Wasser reichen kann. Die vierköpfige Band sitzt „brav“ hinten links im Eck und versteht ihr Handwerk exzellent, inklusive bemerkenswerter Gitarrensoli. Musikalisch ist das eine runde Sache und erfreulicherweise auch keine simple Aneinanderreihung von Best-Of-Hits, nein, interpretiert werden auch weniger bekannte Titel.

Wer auf eine Queen-Party erpicht ist, bei der er abhotten und mitgrölen kann, muss anderswo fündig werden. „Don’t Stop Me Now“ erklingt nach Mercurys Geständnis, dass er Aids hat, ebenso wie „Who Wants to Live Forever“ – was die Dramaturgie und die Songauswahl angeht, trifft zu, was Dietmar Dath unlängst in der FAZ schrieb: „Man könnte eine ganze Pop-Anthropologie aus Queen-Songtiteln bauen, und sie wäre nicht dümmer als irgendwas, was in akademischen Fächern vom Menschen jeden Tag an allen Unis so zusammengeforscht wird.“

Erotische Eskapaden und legendäre Exzesse

Geschickt werden die Songs um die entscheidenden Momente im Leben des Mannes, dessen selbst ausgesuchter Nachname „Quecksilber“ war, gestrickt, etwa wenn er seiner Frau gesteht, dass er – auch – auf Kerle steht. „Man konnte Freddie nicht das Recht absprechen, eins mit sich selbst zu sein“, lässt Leßmeister alias Mary Austin die Zuschauer wissen. Immer wieder geht es um das „Crazy Little Thing Called Love“. Und den Sex.

Freddie Mercury war bekannt für seine erotischen Eskapaden und legendären Exzesse, über eine legendäre Aftershow-Party zum Launch des Albums „Jazz“ in New Orleans 1978 sagte Queen-Schlagzeuger Roger Taylor 2008 dem Queen-Biografen Mark Blake: „Das habe ich nie gesehen, aber die meisten Geschichten über diese Nacht sind nicht besonders übertrieben.“

nächste Vorstellungen: 23. bis 28. April

www.comoedie-dresden.de

Von Christian Ruf

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