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Regional Sächsisches Vocalensemble bereitet „ein Fest für Clara“
Nachrichten Kultur Regional Sächsisches Vocalensemble bereitet „ein Fest für Clara“
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14:21 04.09.2019
Clara Schumann in einer zeitgenössischen Darstellung Quelle: dpa
Dresden

Mit der Übersiedelung des Ehepaars Robert und Clara Schumann am Jahresende 1844 nach Dresden wurde die Rolle der Stadt als Zentrum deutscher romantischer Musik nach Weber gestärkt. Als Hofkapellmeister wirkte hier Richard Wagner, und im Hoftheater ließ er auf die Uraufführung seiner Romantischen Oper „Der fliegende Holländer“ diejenige des „Tannhäuser“ folgen und arbeitete am „Lohengrin“. Mit Schumann kam der Repräsentant romantischer Lieder- und Klavierzyklen, von Symphonie und Oratorium in die Residenzstadt, an die sich übrigens Felix Mendelssohn Bartholdy im Oktober 1845 vorübergehend band und für Hofkonzerte einen jährlichen Obolus durch König Friedrich August II. erhielt.

„Du bist die Liebe in Deinem ganzen holden Wesen“

Auch Clara Schumann bereicherte bis zur Übersiedelung nach Düsseldorf als Pianistin, Komponistin und Organisatorin das Dresdner Musikleben. Die ihr in der Popularität nicht nachstehende Hoftheater-Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient, von der laut Schumann etwas „Dämonisches, etwa wie Paganini, Napoleon“ ausging, bekannte gegenüber Clara Schumann: „Du bist die Liebe in Deinem ganzen holden Wesen und niemand, der Dir näher tritt, wird unberührt bleiben von dem milden, erwärmenden Hauch, den Deine Seele uns entgegen weht“ – ein für die Romantik typisches Freundschaftsbekenntnis!

Clara war früh durch ihren Vater Friedrich Wieck in Leipzig geprägt worden. Der erfolgreiche Klavierpädagoge und Musikalienhändler ließ ihr eine nachhaltige Ausbildung zuteil, die darauf zielte, aus ihr ein musikalisches Wunderkind und eine international bekannte Pianistin zu machen. Auf kompositorischem Gebiet wurde Thomaskantor Christian Theodor Weinlig als Lehrer hinzugezogen.

Wiecks Karriereplan ging auf: Mendelssohn Bartholdy brachte 1835 das Klavierkonzert der 16-Jährigen im Gewandhaus mit der Komponistin als umjubelter Pianistin zur Uraufführung. Was Wieck aber zunehmend missfiel, war die Annäherung der Tochter an seinen instabilen Schüler Robert Schumann. Das Paar musste sich schließlich die Hochzeit erstreiten (im Hauptstaatsarchiv Dresden befinden sich diesbezügliche Akten) und lebte in glücklicher, von Höhen und Tiefen geprägter Gemeinschaft zunächst in Leipzig, dann in Dresden und ab 1850 bis zu Schumanns Tod in Düsseldorf.

Zehn Veranstaltungen im Herbst

Die Zeit in der Elbestadt war vom Anwachsen der Familie mit „fünf Schwangerschaften, vier Geburten und drei Kindern, die das Säuglingsalter überlebten, sowie die in Leipzig geborenen Mädchen Marie und Elise“ (Albertine Selunka) geprägt. Ihre pianistische Karriere setzte Clara Schumann fort, ja brachte im Hotel de Saxe das nunmehr mehrsätzige Klavierkonzert a-Moll ihres Mannes zur Uraufführung – Romantik pur! Mit Robert, Ferdinand Hiller, Franz Schubert (Konzertmeister der Hofkapelle) setzte sie sich für Kammermusik- und Orchester-Reihen ein, was in der von der Hofoper dominierten Residenzstadt schwieriger als in der Bürgerstadt Leipzig war.

Das Ehepaar Schumann pflegte – entgegen älteren Auffassungen – intensive Kontakte zu Musikern, Malern und Politikern in und um Dresden. Clara komponierte weiter, erprobte die neuesten Werke ihres Mannes, half ihm bei dirigentischen Erfahrungen mit Chor und Orchester (u.a. der Hofkapelle) und schuf ihm Freiräume für sein so vielfältiges, bedeutendes Dresdner Schaffen bis hin zu „Genoveva“, seiner einzigen Oper, und den „Faustszenen“.

Clara Schumann verdient es, auch in Dresden hinreichend als Pianistin und Komponistin gewürdigt zu werden! Von daher steht sie in der diesjährigen „Schumann-Ehrung des Sächsischen Vocalensembles e. V.“ im Mittelpunkt. Nach der bemerkenswerten Uraufführung von Ludger Vollmers Kantate „CLARA!“ unter Matthias Jung werden nun von September bis November zehn Veranstaltungen, ermöglicht durch zahlreiche, über Jahre gewachsene Kooperationen, angeboten (Konzeption: Anita Brückner).

Schumann-Ehrung des Sächsischen Vocalensembles 2019

Die Veranstaltungen beginnen am 6. September (19.30 Uhr) im Pianosalon Kirsten im Coselpalais mit dem Gastspiel der international bekannten Pianistin Ragna Schirmer; Schwerpunkte dabei sind „Die Dresdner Jahre“ und „Claras Dresdner Konzerte“.

Am 14. Septembersteht in Loschwitz nach dem Literarischen Konzert in der dortigen Kirche (17 Uhr) die Enthüllung eines neuen Schumann-Medaillons auf dem Programm, und zwar am Friedrich-Wieck-Haus; gefolgt vom Liederabend im Stadtbezirksamt Loschwitz (19.30 Uhr).

Auf diese Weise wird der Schumann-Gedenkweg des Sächsischen Vocalensembles um den neunten originalen Standort bereichert, der in Dresden bereits Palais Großer Garten, Coselpalais, Hotel de Saxe und Schloss Pillnitz sowie im Umland die Schlösser Maxen und Weesenstein, die Kreischaer Kirche und den Waldgasthof Hirschbachmühle umfasst.

Zum reichen Veranstaltungsangebot des „Festes für Clara“ gehören weiterhin: Kammermusik von Clara und Robert Schumann am 8. September (15 Uhr) im Carl-Maria-von-Weber-Museum Dresden-Hosterwitz; die Präsentation des Schumann-Albums in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) am 12. September(19 Uhr); Kammermusik der Schumanns und von Brahms im Vereinshaus Kreischa am 13. September(20 Uhr); ein Vortrag über Clara Schumann, Fanny Mendelssohn Bartholdy und Pauline Viardot-Garcia im Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik am18. September (18 Uhr).

Es folgen der musikalisch-literarische Nachmittag „Das zweite Leben der Clara Schumann“ im Weber-Museum am 13. Oktober(15 Uhr) und abschließend am 25. November (18 Uhr) im Konzertsaal der Dresdner Musikhochschule ein Gesprächskonzert von und um Theodor Kirchner mit Berührungspunkten zum Schumann-Kreis und zum Dresdner Konservatorium; als Motto wurde der provokante Ausspruch Clara Schumanns „Er ist ein zu großer Lump“ gewählt!

Informationen: www.saechsisches-vocalensemble.de

Von Matthias Herrmann

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