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Regional Sächsischer Kleinprojektefonds mit großer Förderwirkung
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17:07 14.11.2019
Eva-Maria Stange (SPD) berichtete über den Erfolg des Fonds (Archivbild). Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Dresden

Nach ihrem Eindruck konnten sie etwas an Demokratieverdrossenheit und dem modischen Gestänker gegen „die da oben“ abbauen, wenn sie Förderbescheide des Kleinprojekteprogramms übergaben, sagt Eva-Maria Stange (SPD). Denn die sächsische Wissenschafts- und Kunstministerin und ihr Staatssekretär Uwe Gaul wollten persönlich wissen, welche Vereine und Kleinstinitiativen sich sehr spontan um Summen von einigen hundert bis maximal 5000 Euro beworben hatten.

Viele hätten kaum an die tatsächlich eintreffende Unterstützung und erst recht nicht an das Interesse des Ministeriums geglaubt. Das gilt besonders für dörfliche Gemeinschaften und Kulturvorhaben jenseits der großen Städte, an die das Programm speziell adressiert ist.

Abschiedsgeschenk der scheidenden Kunstministerin

Der Kleinprojektefonds ist sozusagen das Abschiedsgeschenk der scheidenden Kunstministerin und der bisherigen CDU-SPD-Koalition. Aus Mitteln des Doppelhaushalts 2019/20 zunächst mit 200.000 Euro ausgestattet, wurde er inzwischen um weitere 100.000 Euro aufgestockt. Bei Kontakten in den Kulturräumen und bei den Sachsengesprächen der Staatsregierung ist Ministerin Stange der Bedarf an unkomplizierten Fördermöglichkeiten bewusst geworden. Herkömmliche Förderanträge bei der Kulturstiftung verlangen nun einmal einen größeren Papieraufwand und rechtzeitige Einreichung und wirken auf kleine Initiativen abschreckend. Auf Sponsoren können diese in ländlichen Regionen kaum hoffen, und Eigenmittel bringen sie ebenfalls kaum auf.

Eine Kofinanzierung ist beim Kleinprojekteantrag nun nicht mehr nötig, und gestellt werden muss er erst spätestens vier Wochen vor dem beabsichtigten Vorhaben oder Veranstaltungstermin. Der Bescheid erfolgt zügig, aber ein anschließender einfacher Verwendungsnachweis bleibt aus haushaltsrechtlichen Gründen unverzichtbar, erklärt Manuel Frey, Direktor der Kulturstiftung Sachsen. Der ist die Ausführung des Programms in naheliegender Weise übertragen worden, was freilich das Stiftungspersonal zusätzlich beansprucht.

Ein Antragsteller darf nur einmal im Jahr um eine solche unbürokratische Kleinförderung ersuchen. Bevorzugt werden im Entscheidungsfall solche aus ländlichen Regionen, und zwar Ehrenamtler vor Ort und nicht „Missionare aus den Städten“. Die Anschaffung von Musikinstrumenten kann aber nicht über dieses Programm gefördert werden, dafür gibt es beim Sächsischen Musikrat den Musikinstrumentenfonds.

Geradezu ein Ansturm auf den Fonds

„Diese Fördermöglichkeit hat sich schnell herumgesprochen“, konstatiert Manuel Frey. Neben der immer noch am gründlichsten wirkenden Mundpropaganda genügten wenige Hinweise in lokalen Medien, um geradezu einen Ansturm auf den Fonds auszulösen. Seit Juni 2019 gingen 279 Förderanträge mit einem gewünschten Gesamtvolumen von 970.000 Euro bei der Kulturstiftung ein, worin das Ministerium ein Indiz für den erkannten großen Bedarf sieht. Bewilligt werden konnten in drei Phasen schließlich 99 Vorhaben, mehr gaben die 300.000 Euro Gesamtbudget nicht her.

Aus teils eigenem Erleben berichtet Ministerin Stange von rührenden Beispielen. Sie reichen von einer einfachen Moritzburger Familie über die tausend Euro für einen Heimatverein in Schellerhau bis zu Festen im Weichaer Hof bei Weißenberg. Eine Bautzener Kindertanzgruppe bekam 3000 Euro, der kulturell orientierte Sörnewitzer Handwerkerhof 2600 Euro. Dank 4825 Euro Unterstützung konnte die Freitaler Kultur- und Tanzwerkstatt ihr Stück „Die Puppenfee“ gemeinsam mit der Elbland Philharmonie Sachsen aufführen. Einem Kinderfest in der Großgemeinde Klipphausen genügten schon 750 Euro. „All dies bildet das in dieser Zeit besonders wichtig gewordene Gemeinschaftsgefühl aus“, betont die Ministerin.

Für 2020 mindestens 200.000 Euro Ausstattung

Bei etwa 500 geförderten Projekten insgesamt machen diese 99 einen erheblichen Anteil an der Arbeit der Kulturstiftung aus, ordnet Direktor Manuel Frey die Dimensionen ein. Kunstministerin Eva-Maria Stange weist auf den ergänzenden Effekt des Kleinprojektefonds zur Kulturraumförderung hin. Größere Vorhaben, die überdies regionale und nicht nur lokale Bedeutung nachweisen müssen, werden nach wie vor über die fünf ländlichen Kulturräume gefördert. Deren Kulturbeiräte können bei der Förderempfehlung kleine, neue und spontane Vorhaben meist gar nicht berücksichtigen. Die Haushaltsspielräume dank guter Steuereinnahmen ermöglichten nun diesen Lückenschluss.

Für das anstehende Jahr 2020 sind dem Kleinprojektefonds mindestens 200.000 Euro Ausstattung bereits sicher. Es sind „kleine Summen von großer Wirkung“, heißt es wiederholt im Ministerium.

Von Michael Bartsch

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