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Regional Sächsische Staatskapelle mit Dirigentin de la Parra beim ZDF-Adventskonzert
Nachrichten Kultur Regional Sächsische Staatskapelle mit Dirigentin de la Parra beim ZDF-Adventskonzert
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17:18 02.12.2019
Alondra de la Parra am Pult der Sächsischen Staatskapelle in der Frauenkirche. Quelle: Markenfotografie
Dresden

Traditionell ist nicht nur der Termin des ZDF-Adventskonzertes in der Frauenkirche, traditionell ist auch, dass hier mit Solisten nicht „gegeizt“ wird, selbst dann, wenn sie erkältungsbedingt ausfallen. Und so wurde nach der bedauerlichen Absage von Piotr Beczała kein blasser Ersatz aufgebracht, sondern Julian Prégardien. Manch einer der zwischen geladenen Gästen sitzenden Stammbesucher der Frauenkirche erinnerte sich vielleicht noch an den wunderbaren Monteverdi-Abend, den Vater und Sohn Prégardien hier vor zwei Jahren gestaltet hatten.

Dezidiert festlich

Und auch, dass Dirigenten ihren Einstand geben, gehört zum Adventskonzert. Prestigeträchtig ist der (wenngleich kurze) Fernsehauftritt, die wirklich guten werden später wieder eingeladen. Alondra de la Parra war schon ein paarmal in Dresden, wie als Dirigentin der Moritzburg-Akademie, nun feierte sie ihr Debüt bei der Sächsischen Staatskapelle und eröffnete mit ihr und dem Staatsopernchor mit Joseph Haydns „Stimmt die Seiten“ aus der „Schöpfung“.

Wie immer gab es kein Potpourri aus Advents- und Weihnachtsliedern, sondern eine dezidiert festliche Zusammenstellung, einen geschlossenen Charakter hat dies dennoch nicht, wie bei der knapp bemessenen Zeit kaum anders zu erwarten ist. Am ehesten kamen dem Ausschnitte aus Wolfgang Amadé Mozarts c-Moll-Messe nahe: In „Gloria in excelsis Deo“, „Quoniam tu solus“, „Jesu Christe“, „Cum Sancto Spiritu“ und „Et incarnatus est“ wuchsen auf „kurzem Weg“ die Sopranistinnen Regula Mühlemann und Julia Muzychenko (Sächsische Staatsoper) mit Julian Prégardien zu einem stimmigen Trio.

Bei der Schweizer Sängerin, die schon mehrfach in der Frauenkirche zu hören war, kann man in den letzten Jahren eine ungeheure Entwicklung feststellen. Ihr Sopran ist noch weiblicher, weicher und angenehmer geworden, klingt unangestrengt und passt perfekt zu Mozarts Frauenrollen (statt Mädchen) – da möchte man sie doch gerne einmal in einer solchen erleben.+

Ungetrübt festlicher Glanz

Und auch bei Julian Prégardien erschreckte nur eines: Wo ist denn seine Dichtermähne geblieben? In Schuberts „Nacht und Träume“ (das mit den Worten „Stille Nacht …“ beginnt) verband er tenoralen Glanz mit intimem Liedgesang – gleichwohl wäre ein Liederabend mit ihm noch intimer.

Alondra de la Parra fand sich schnell in die „wechselnden Verhältnisse“ zwischen Mozart, Tschaikowski (Pas d’action aus „Dornröschen“) und Gounod (Sanctus aus der „Cäcilienmesse“), manche Feinjustierung fand das Orchester wohl in sich. Damit war der festliche Glanz ungetrübt.

Für Besinnliches sorgte der Kammerchor der Frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. Während man die Orgel nur im Blick hatte und nicht im Konzert hörte, waren die zwei „hausinternen“ Beiträge die berührendsten. Mit „Es kommt ein Schiff geladen“ im Satz von Max Reger an dritter Stelle begann nach dem Beginn mit Haydn und Händel („Rejoice greatly“) wohl für viele der Advent.

Das Konzert ist in den nächsten Tagen noch in der ZDF-Mediathek abrufbar.

Von Wolfram Quellmalz

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