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Regional Räume für die 12. Ostrale-Ausstellung nehmen Gestalt an
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12:11 15.05.2019
Das Gebäude gehört zum ehemaligen Komplex der Zigaretten- und Tabakfabrik in Dresden-Striesen und wird ab 3. Juli zum Hauptstandort der 12. Dresdner Ostrale. Quelle: Anja Schneider
Dresden

„Erbauet 1900“ lässt die Giebelinschrift in völliger Gemütsruhe wissen. Der Eingang darunter könnte kaum besser liegen, er öffnet sich hin zur Schandauer Straße. Dort fährt die Straßenbahn, die Haltestelle liegt nur einen Steinwurf entfernt – ein nicht unwichtiges Detail. Denn das Gebäude im Charme der Industriearchitektur soll bald Publikum locken. Es gehört zum ehemaligen Komplex der Zigaretten- und Tabakfabrik in Dresden-Striesen und wird ab 3. Juli zum Hauptstandort der 12. Dresdner Ostrale, der mittlerweile als Biennale in der Stadt verankerten Ausstellung zeitgenössischer Kunst.

Hier geht’s rein. Quelle: Anja Schneider

Ein erster Blick in die dortigen Räume verheißt Gutes und befeuert die Erwartungen. Das Haus ist in Schuss, atmet dennoch hier und da den Charme vergangener Tage, ohne dass Gänsehaut entsteht. Wichtiger aber sind mit Blick auf die Ausstellung die rund 4700 Quadratemeter Netto-Fläche, dazu Gänge, Treppenhäuser – und auch noch ein Außengelände, das bespielt werden soll.

Dieser Situation kann Ostrale-Chefin Andrea Hilger einiges abgewinnen. Nicht zuletzt, weil die Räume – es gibt kleinere, verwinkelt angeordnete Zimmer, saalartige Fluchten, hinter Türen und Ecken verborgene Plätze – reichlich Wandfläche bieten. Passend, wenn man Kunst zeigen will. „Hier geht mehr rein als in die Messe“, sagte Hilger beim Ortstermin vor wenigen Tagen. Damit nahm sie Bezug auf die für dieses Jahr eigentlich angepeilte Heimat der Ausstellung. Die Messe hätte zwar mehr Quadratmeter geboten, aber eben auch deutlich weniger Wände.

Ostrale-Chefin Andrea Hilger Quelle: Anja Schneider

Doch dann tat sich, dank der Kontakte des Fördervereins Ostrale.freunde zum Bauträger und Projektentwickler USD Immobilien GmbH, die Chance in Striesen auf. In der Messe wären im Sommer rund 150.000 Euro zusätzlich für die Ostrale an Mietkosten nötig geworden, erzählte Hilger. „Damit hätten wir uns übernommen.“ Der Stadtrat hatte im April eine zusätzliche Förderung der Ostrale bejaht – und damit den aktuellen Jahrgang überhaupt erst möglich gemacht.

Ein langfristiges Finanzierungskonzept für die Ostrale steht aber noch aus. Unsicher ist ebenfalls, ob das angestammte Domizil der Ausstellung in den ehemaligen Futterställen des Ostrageheges so saniert wird, dass in absehbarer Zukunft eine Rückkehr dorthin möglich wird. Ein Umzugsversuch der Ostrale nach Chemnitz war am Veto einer dort eigens eingesetzten Prüfungskommission gescheitert.

In Striesen dagegen nimmt der nächste Jahrgang Gestalt an. Die ersten Werke, auch großformatige, sind schon eingetroffen. Noch steht alles gut verpackt an den Wänden. Doch die Türpfosten und Pfeiler tragen fast überall schon Mini-Bilder und -Texte der Kunstwerke – dort, wo die Originale in absehbarer Zeit ihren Platz finden werden.

Mini-Bilder zeigen, was später wo hängen wird. Quelle: Anja Schneider

Der alte Fabrikflügel – der weiterhin von Tabakduft umweht wird, wenn der Wind aus Richtung der noch arbeitenden f6-Produktion bläst – kann die Ostrale aber nur in diesem Jahr beherbergen. USD lässt im Nachbargebäude Wohnungen entstehen, das dürfte bald auch für das Gebäude zutreffen, in dem die Ausstellung 2019 Unterschlupf findet. Zuvor aber kommt die Kunst. Hilger will auch das Außengelände mit mehreren großen Installationen bestücken und einen der Innenhöfe nutzen. Das riesige Replikat eines Bildes von Christian Holtmann soll an die Fassade kommen – mit der Aufschrift „Wir haben ihr Kind“, die an ein Erpresserschreiben erinnert. Holtmann aber bedient sich bei seinen Arbeiten an Schriften und Bildern aus Medien und Werbung.

Nachdem die Entscheidung im März für Striesen gefallen war, musste es schnell gehen. Eigentlich wie immer bei der Ostrale. „Meine Panik ging dieses Jahr aber zeitiger los“, räumte Hilger freimütig ein. Die hat natürlich wieder mit Geld zu tun: Mit gut 700.000 Euro kalkulieren die Organisatoren derzeit. Dazu kommen offene Transportfragen bei Ländern wie dem Iran.

Andererseits jedoch fügt sich manches. Selbst der Fakt, dass sie noch keinen Mietvertrag hat, ficht Hilger nicht an. „Vieles läuft hier auf gegenseitigem Vertrauen.“ Die Ämter stünden sehr bereitwillig zur Seite, die Brandschutzfragen seien so ziemlich geklärt. Ein paar Sponsoren sollen noch aufgetan werden, hofft sie. Ebenso, dass der Lastenaufzug seine Freigabe erhält, auch diese Ostrale barrierefrei zu machen.

Draußen parkt jedenfalls schon mal der Kleinbus mit dem Ausstellungslogo, zwei Mitarbeiter räumen gerade eine rote Bank mit dem Ostrale-Hirsch aufs Gelände. Die Sitzgelegenheiten in dem kleinen gartenähnlichen Streifen nebenan kann man sich gut vorstellen. Auch auf eine Art Kaffeeausschank hofft Hilger noch. Drinnen soll es außer Kunst einen Veranstaltungsraum geben, der für die Dauer der Ausstellung (bis 1. September) noch einen Buchverkauf bekommt.

Das Logo ist schon da, auch wenn der Mietvertrag noch nicht steht. Quelle: Anja Schneider

Von den etwas muffigen Kellergängen, wo unter anderem Videoarbeiten gezeigt werden, bis zum lichtdurchfluteten Saal unterm Dach sollen große Teile des Gebäudes die Ostrale beherbergen. Besonderer Clou: Zwei Tonnen Erde werden vom Gelände um die Futterställe noch ihren Weg an den neuen Ort finden – Heimat, reimplantiert. Ein starker Aspekt ist 2019 auch die Kooperation mit Künstlern aus Uganda und Kenia.

Und 2021? Da weist vieles doch wieder auf den Standort Messe hin, wenn die Ostrale biennal nach Dresden zurückkehrt. Das deutet Hilger an. Für 2020 steht aber erstmal eine erneute Zusammenarbeit mit einer europäischen Kulturhauptstadt an. Dann könnte die Ostrale in der kroatischen Küstenstadt Rijeka Station machen. Die Bewerbung dafür ist raus – und wenn alles klappt, soll die Kunst in einem Fabrikgebäude im dortigen Hafen zu sehen sein.

www.ostrale.de

Von Torsten Klaus

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