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Regional Radeberg hatte einst ein Denkmal für König Albert
Nachrichten Kultur Regional Radeberg hatte einst ein Denkmal für König Albert
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09:39 02.12.2019
Heinrich Wedemeyer gestaltete einst das Denkmal für König Albert. Quelle: Stadtmuseum / Repro: C. R.
Radeberg

Immer mehr Biotope für Tiere werden erbarmungslos vernichtet, die Vielfalt der Arten ist bedroht. Während nun aber die halbe Republik von Wiesen spricht, macht sich keiner Gedanken um Denkmäler, dabei waren die doch stets ein Ort, wo sich Tauben nur zu gern tummelten.

Aber gut. Um die Tauben verdient machten sich – indirekt jedenfalls – einst die Stadtverordneten Radebergs, als sie beschlossen, ein Denkmal zu Ehren des sächsischen Königs Albert zu errichten. Die lokale Zeitung schrieb dazu am 28. Januar 1900: „Auf dem hiesigen Marktplatze soll mit Genehmigung der zuständigen Stellen ein Standbild Sr. Majestät des Königs errichtet werden und es ist beschlossen worden, zur Beschaffung der Mittel für eine würdige Ausstattung des Platzes durch Gaskandelaber und dergleichen noch eine Sammlung zu veranstalten.“

Aber das mit den Mitteln war so eine Sache. Die mit Spenden zusammengekommene Summe reichte nicht. Letztlich war es insbesondere dem Radeberger Industriellen Max Hirsch zu verdanken, dass es mit dem Denkmal etwas wurde – er steuerte die Restsumme bei.

Die Metallspende 1940 war natürlich „freiwillig“

Und möglicherweise bereits anlässlich des 70. Geburtstags des Königs fertigte das Glashüttenwerk Max Hirsch sogar Bierseidel mit dem Porträt des Monarchen an. Das Königshaus honorierte die Generosität und Königstreue des Unternehmers. Am 4. April 1902 unterzeichnete König Albert die Ernennungsurkunde zum Kommerzienrat für Hirsch.

Radeberg war die erste Stadt in Sachsen, die König Albert ein Denkmal setzte. Gestaltet wurde es vom Bildhauer Heinrich Wedemeyer, der Bronzeguss der Statue wurde in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling unter der Leitung von Clemens Bierling, dem Sohn des Firmengründers, angefertigt. Den steinernen mehrteiligen Sockel des Denkmals schuf der Steinmetzmeister Friedrich Wilhelm Rietschel aus Radeberg. Am 22. April 1900, am Vorabend des 72. Geburtstags von König Albert, wurde das Denkmal mit einem Festakt enthüllt. Als Vertreter des sächsischen Königshauses war Alberts Bruder, Kronprinz Georg, anwesend.

Das Denkmal aus Bronze wurde dann am 26. April 1940 für die Metall-„Spende“, die die NS-Diktatur der Bevölkerung abverlangte, freigegeben und eingeschmolzen – es blieb lediglich ein Finger erhalten, der im Stadtmuseum Radebergs in Schloss Klippenstein betrachtet werden kann. Nichts war’s mit dem Satz des römische Dichters Ovid, der einst versichert hatte: „Die Tat ist vergangen, die Denkmäler bleiben.“

Von C.R.

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