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Regional Arbeiten der Mainzer Künstlerin Nikola Jaensch in der Galerie „drei“
Nachrichten Kultur Regional Arbeiten der Mainzer Künstlerin Nikola Jaensch in der Galerie „drei“
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20:20 24.09.2019
Nikola Jaensch: Wolken und Wege, unbekannt II, 2014, Zeichnung/Malerei/Collage/Wachs auf Papier/Holz (Ausschnitt). Quelle: Repro: Nikola Jaensch
Dresden

Die Dresdner Sezessionistinnen haben über den sogenannten Tellerrand hinausgeschaut und eine Künstlerin aus Mainz entdeckt, Nikola Jaensch, die ihre Arbeiten gegenwärtig in der galerie drei zeigt. Sie ist eine phantasiebegabte Erfinderin von Bildideen, eine Geschichtenerzählerin. Die Künstlerin „schaut auf die Quelle“ und lässt figürlich lesbare Metaphern zu, die sowohl Zeugnisse ihrer inneren poetischen Strahlkraft sind als auch ihrer metaphysischen Spiritualität.

Jaensch beseelt Fundstücke: Zeitungsausschnitte, Autographen, Fotos, Briefe, Schnittmusterbögen, Notenblätter, sie stickt Titel, umnäht Papiere – sie zeichnet weiter und überschreibt mit malerischer Präsenz alles mit eigenen Bildern. Ihre Werke versiegelt sie abschließend mit einer Wachsschicht, wie mit einer Haut, die schützt und verbindet.

Jaensch hat sich bereits einige Meriten erworben

Marée haute I, 2014, Zeichnung/Collage/Wachs-Mischtechnik auf Papier/Karton, 50 x 40 x 3 cm Quelle: Repro: Nikola Jaensch

Nikola Jaensch, 1973 in Würzburg geboren, studierte von 1993 bis 1995 Kunstgeschichte und Kunstdidaktik bei Prof. Rainer Goetz und Romanistik an der Julius Maximilians-Universität Würzburg. 1995 bis 2003 schloss sich an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ein Studium der Zeichnung bei Prof. Dieter Brembs, der Druckgrafik bei Prof. Peter Lörincz und der Schriftbildnerei bei Prof. Alban Grimm. Nach dem ersten Staatsexamen 2003/2004 begann sie ihr künstlerisches Vertiefungsstudium und wurde 2006 von Prof. Dieter Brembs zur Meisterschülerin ernannt. 2004 wurde Nikola Jaensch zur Mainzer Stadtdruckerin gewählt und präsentierte 2005 ihre Werke in einer großen Einzelausstellung im Gutenberg Museum Mainz. 2011 war sie Preisträgerin des Woldemar-Winkler-Kunstpreises der Sparkasse Gütersloh.

Jaensch zeichnet sich von der Seele, was sie anders nicht sagen kann. Es handelt sich um eine konzentrierte Auseinandersetzung mit gefundenen Fragmenten, um dann in eine Zwischenwelt zu gelangen, in der alles auf irritierende Weise verdichtet zusammenfließt: reflektierte Gegenwart, Traum, Vision, Erfahrung, Sehnsucht, Erkenntnisse. Sie liebt Strukturen und Ornamente, Relikte aus vergangenen Zeiten. Man könnte meinen, es handle sich um aus der Zeit gefallene bildhafte Dichtungen.

Die Künstlerin berührt und verführt den Betrachter, wickelt ihn ein. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man irritierende Unstimmigkeiten, Unzugehörigkeiten, Elemente des Unheimlichen, unerklärliche Wandlungen und Verwandlungen der realen Welt. Sanfte Farbtöne tauchen alles in eine helle Dämmerung, in der offen bleibt, ob der Tag kommt oder geht, heißt es treffend in einem Katalogtext.

Thiess-Böttners Arbeiten sind im Kabinett zu sehen

Sicher führt sie Regie in ihrem imaginären Theater, schaut wie Alice hinter die Spiegel, macht sichtbar, was eigentlich unsichtbar bleibt, fühlt sich der Tradition des Bildermachens verpflichtet und erweist sich als tatsächliche Bewunderin des Surrealisten Woldemar Winkler, der mit den Augen zu hören und mit den Ohren zu sehen vermochte. Auf einem historischen Kuchenbrett hat sie in altmeisterlicher Manier sein charaktervolles Porträt gezeichnet, eine Hommage, wobei im Hintergrund seine rätselhaften fliegenden Geschöpfe auftauchen. Es ist eine Ausstellung, in der Unerhörtes und Unerwartetes, Diabolisches und Erotisches, Prachtvolles, und Monströses auf wunderbare Weise zusammengeführt wird.

Im Kabinett sind Arbeiten von Inge Thiess-Böttner (1924-2001) zu sehen, die am 25. November 95 Jahre alt geworden wäre. Sie gilt als bedeutende Vertreterin eines lyrisch geprägten Konstruktivismus in Sachsen.

bis 4. Oktober, galerie drei, Prießnitzstraße 43, geöffnet Mi bis Fr 14-18, Sa 10-12 Uh), Künstlerinnengespräch am 4.10. um 19.30 Uhr

www.sezession89.com

Von Karin Weber

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