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Regional „Pluck“-Premiere am tjg Dresden –Regisseur Jos van Kan im Interview
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09:24 23.11.2019
Regisseur Jos van Kan Quelle: Jan Glas
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Dresden

Das Theater Junge Generation zeigt am heutigen Sonnabend die deutschsprachige Erstaufführung „Pluck“ nach dem Roman „Pluck mit dem Kranwagen“ von Annie M. G. Schmidt, aus dem Niederländischen übersetzt von Rosel Oehlke und in einer Fassung von Felicitas Loewe und Jos van Kan. Letzterer führt Regie bei der Familieninszenierung für Menschen ab sechs und beantwortet den DNN vorab einige Fragen zu Stück und Inszenierung.

Frage: In den Niederlanden kennt wohl jedes Kind den Rotschopf Pluck, bei uns hier aber wahrscheinlich nicht. Wer also ist Pluck?

Jos van Kan: Pluck ist ein Junge, der in ein Hochhaus mit seltsamen Bewohnern zieht, in dem er zufällig Freunde findet und durch sein Handeln eine Gemeinschaft schafft. Das gelingt unter anderem auch deshalb, weil er keine Hierarchien kennt, sie somit nicht respektiert und sich an ihnen reibt. Er verbindet nicht nur die Bewohner dieses Hauses, sondern auch Menschen und Tiere.

Fast jeder Niederländer hat das Buch gelesen

Was passiert, wenn man Niederländer auf Pluck anspricht?

Dann schlägt einem in der Regel sofort Begeisterung entgegen. Fast jeder Niederländer hat das Buch in seiner Kindheit gelesen oder es von seinen Eltern vorgelesen bekommen. Meine Mutter hat bei meinen Brüdern und mir vor dem Schlafengehen immer am Bett gesessen, Annie M. G. Schmidt vorgelesen und wir haben bis zum Schluss atemlos gelauscht.

Das Theater Junge Generation widmet sich auch in der Weihnachtszeit bewusst zeitgemäßen Stoffen. Inwiefern fällt ein Kinderbuchklassiker aus dem Jahr 1971 darunter?

Annie M. G. Schmidts Bücher sind populär. Sie schreibt mit Witz über urmenschliche, archetypische Situationen, die immer noch topaktuell sind. Es geht im Buch und auch in der Fassung, die Felicitas Loewe und ich geschrieben haben, ganz grundsätzlich um das Zusammenleben von Menschen und das Heranwachsen in einer Gemeinschaft: Pluck ist allein und zieht ein in ein Hochhaus und verbindet andere Leute, verschiedene Menschen. Ein sehr weihnachtliches Motiv.

„Die Welt ist auch für Kinder ein bisschen schneller geworden“

Was und wie wollen Sie das Stück auf der Bühne erzählen?

Ich habe vor allem den Spaß in der Geschichte hervorgeputzt, heutig erzählt und üppig ausgestattet, auch als ästhetischen Augenschmaus, etwa, was die Kostüme angeht (Bühne und Kostüme: Grit Dora von Zeschau). Und eine schräge Hochhausfassade, aus deren Fenster, wie in einer Komödie, die unterschiedlichsten Charaktere plötzlich auf- und abtauchen.

Kilian Bierwirth als Pluck mischt sein neues Zuhause auf seine eigene Weise auf. Quelle: Marco Prill

Meinen Sie, dass man Kindern von heute alte Geschichten anders präsentieren muss als zu deren Entstehungszeit, damit es in ihre Welt von heute passt?

Ja sicher, Theater soll bitte ein Dialog mit der Aktualität sein und muss auf die Entwicklungen des Lebens reagieren. Die Welt ist auch für Kinder ein bisschen schneller geworden, und auch da muss das Theater einigermaßen mitgehen, finde ich. Andererseits ist das Theater uralt – Humor auch – und büßt in der Wirkung seiner wunderbaren Unmittelbarkeit nichts ein.

Premiere: Sonnabend 16 Uhr, Theater Junge Generation im Kraftwerk Mitte (Karten unter Tel. 0351 32042777)

www. tjg-dresden.de

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