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Regional Ostrale vor dem Umzug nach Chemnitz
Nachrichten Kultur Regional Ostrale vor dem Umzug nach Chemnitz
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08:02 18.05.2018
Blick in die Ostrale 2017, die womöglich letzte Ausgabe in Dresden. Quelle: Anja Schneider
Dresden/Chemnitz

Die gestern eingegangenen Statements von offizieller Seite trugen nur wenige Zeilen. Die aber hatten es in sich. „Die Stadt Chemnitz hat großes Interesse, die Ostrale mit einem Standort Chemnitz in Sachsen zu halten“, teilte die Stadtverwaltung Chemnitz mit. In der Juni-Sitzung des Stadtrates solle es nun darum gehen, mit einem entsprechenden Votum die Verwaltung zu beauftragen, „alle notwendigen vertraglichen, räumlichen und finanziellen Grundlagen für den Umzug der Ostrale nach Chemnitz vorzubereiten“. Und von Seiten der Ostrale hieß es: „Es stimmt, dass wir auch andernorts Möglichkeiten für ein neues Zuhause für die Ostrale Biennale prüfen, und die ‚Stadt der Moderne‘ Chemnitz wäre in der Tat ein faszinierender Ort dafür. Unsere Suche nach Alternativen ist die notwendige Konsequenz eines jahrelangen Kampfes darum, die erreichte Dimension und Qualität sowie eine weitere Professionalisierung der Ostrale unter anderem mit geeigneten Räumlichkeiten abzusichern.“ So ließ sich Ostrale-Chefin Andrea Hilger zitieren.

Vieles in diesen Äußerungen deutet darauf hin, dass die Ostrale, die bislang in Dresden angesiedelte Werkschau zeitgenössischer Kunst, ihre Zeiten in der Landeshauptstadt wohl hinter sich hat. Darüber hatte gestern das Onlineportal TAG24 berichtet. Dort hieß es, Chemnitz würde den Ostrale-Machern einen Vertrag von mindestens zehn Jahren Laufzeit als auch einen maximalen jährlichen Zuschuss von 250 000 Euro anbieten.

Auch wenn gestern weder die Stadtverwaltung Chemnitz noch die Ostrale-Spitze zu diesen Details Stellung nehmen wollten, ist die Katze nun zumindest aus dem Sack. Die Zeichen stehen auf Weggang. Das hat viel mit den Örtlichkeiten zu tun, in denen die Ostrale bislang zu Hause war: den sogenannten Futterställen im Ostragehege. Dort hatte sie sich eingerichtet und von 2007 bis 2017 jährlich eine internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst geboten, über einen begrenzten Zeitraum im Sommer. Im vergangenen Jahr waren die Ostrale-Macher in einen Biennale-Modus gewechselt. Deshalb ist die Ausstellung 2018 auf Reisen und wird gerade in Valletta gezeigt, Maltas Kapitale und Kulturhauptstadt Europas.

Andrea Hilger, Ostrale-Chefin. Quelle: Tomas Petzold/Archiv

Der Grund für den angepeilten Weggang ist sicher in den jüngsten Querelen um die Sanierung der Futterställe zu suchen. Die Dresdner STESAD GmbH, ein Stadtentwicklungsunternehmen und kommunale Tochtergesellschaft, hatte eine Konzeptstudie vorgelegt, derzufolge etwa 13,75 Millionen Euro in die Sanierung und den Umbau zu einem Ort mit Ausstellungsqualität investiert werden müssten (DNN berichteten). Als diese Zahl öffentlich wurde, kam plötzlich eine andere Idee ins Spiel: Statt der Futterställe sollte nun der fast benachbarte sogenannte Schweinedom für etwa 18 Millionen Euro saniert werden. Das hätte vor allem der Messe Dresden (auch ein städtisches Unternehmen) ins Konzept gepasst, der Schweinedom ließe sich gut für Tagungen und Veranstaltungen nutzen. Weniger jedoch für eine Ausstellung wie die Ostrale, vor allem wegen der geringeren Fläche. Anfang März hatte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) noch mit Blick auf die Frage Futterställe oder Schweinedom geantwortet, die Stadt könne sich bestenfalls für die Sanierung eines der beiden Gebäude einsetzen.

Nun zeigte sich die Stadt Dresden von den Ostrale-Plänen pro Chemnitz überrascht. „Sollte sich die Zeitungsmeldung bewahrheiten, bedauere ich die Entscheidung der Ostrale-Leitung sehr. Ungeachtet dessen wird die Kulturverwaltung die Nutzbarmachung der Futterställe für die Bildende Kunst vorantreiben und das Gelände sowohl für Atelierräume als auch für Ausstellungsflächen weiterentwickeln“, wurde Klepsch in einer Mitteilung zitiert. Unter anderem wurde noch einmal auf eine Sondersitzung des Stadtrates Mitte April verwiesen, der die Zukunft der Ostrale zum Thema hatte. Und auch die 82 000 Euro jährlicher kommunaler Kulturförderung für die Ostrale wurden erwähnt, „die höchste Fördersumme im Fachbereich Bildende Kunst für einen einzelnen Träger“. Doch all das hilft wenig, wenn es nicht reicht.

Christa Müller, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Dresdner Stadtrat, zeigte sich gestern doppelt enttäuscht. Den Ostrale-Machern warf sie „unaufrichtiges Verhalten“ vor. Und in Richtung Stadtspitze: „Die Verwaltung hat auf ganzer Linie versagt, zum Nachteil der Stadt.“

Die 12. Ostrale soll übrigens vom 28. Juni bis zum 29. September 2019 unter dem Leitgedanken „-ismus“ stattfinden. Wohl nun aber nicht in Dresden.

Von Torsten Klaus

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