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Regional Ostflügel des Festspielhauses Hellerau soll saniert werden
Nachrichten Kultur Regional Ostflügel des Festspielhauses Hellerau soll saniert werden
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13:02 18.11.2018
Noch gibt die ehemalige Kaserne Ost auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau ein trostloses Bild ab. Doch nach der Sanierung soll hier wieder Leben einkehren. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Die blaugraue Fassade der Bauruine ist mit den Jahren bröckelig geworden, an manchen Stellen kommt schon das rote Mauerwerk zu Vorschein. Die Fenster sind gesprungen, einige mit Holzbrettern vernagelt. Das einsturzgefährdete Dach wurde vor zwei Jahren gesichert und erneuert. Doch ändert das nur wenig am trostlosen Gesamtbild, das der Ostflügel des Festspielhauses Hellerau abgibt – steht der Bau doch im auffälligen Kontrast zum Rest des Gebäudeensembles, das in den vergangenen Jahren eine umfangreiche Sanierung erfahren hat.

Nun soll aber auch der seit vielen Jahren leerstehende Ostflügel endlich in Schuss gebracht werden. Sachsens Innenminister Roland Wöller (CDU) hat am Freitag gemeinsam mit Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) vor Ort eine Städtebauliche Vereinbarung unterschrieben – und somit Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ in Aussicht gestellt. Bis zu fünf Millionen Euro könnten aus dem Fördertopf in den Umbau des Ostflügels und die Gestaltung der Außenanlagen fließen. Die Gesamtmaßnahme wird insgesamt rund neun Millionen Euro kosten, den Differenzbetrag will die Stadt aus Eigenmitteln zuschießen.

Im Ostflügel, bis Anfang der 90er Jahre eine Kaserne der Roten Armee, sollen nun Künstlerresidenzen und Gastronomie, Werkstätten und Ateliers sowie ein Probestudio einziehen. Die Sanierungsarbeiten sollen planmäßig im Oktober 2020 anlaufen, teilt das Architekturbüro Heinle, Wischer und Partner mit, das den Zuschlag für die Konzeption erhielt. Im ersten Quartal des Jahres 2022 möchte das im Festspielhaus beheimatete Europäische Zentrum der Künste Hellerau das Gebäude in Betrieb nehmen. „Damit wird sich auch diese Sanierungslücke schließen und das weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannte Bauwerk der Architektur des 20. Jahrhunderts in neuem Glanze erstrahlen lassen“, sagte Wöller.

Quelle: Anja Schneider

Das Festspielhaus entstand 1911 im Stile der Reformarchitektur in der Gartenstadt Hellerau, um deren Einwohnern ein kulturelles Bildungsangebot zu bieten. Das Gebäudeensemble war impulssetzend als architektonischer Aufbruch in eine moderne Formensprache. Federführender Architekt war Heinrich Tessenow. Die ursprüngliche städtebauliche Gestaltung des Gesamtensembles von Tessenow in transformierter Form wiederherzustellen, das ist die zentrale Idee des Siegerentwurfs von Heinle, Wischer und Partner. Aus diesem Grund wird der Ostflügel äußerlich dem Besucherzentrum im Westflügel angeglichen.

Die Planer möchten die ursprüngliche Verbindung des Areals zum Stadtteil Hellerau in Richtung der 84. Grundschule wiederherstellen und den Eingang des Ostflügels als offenes, gebäudehohes Foyer ausbilden. „So offenbart der Raum das herausragende Merkmal des denkmalgeschützten Hauses: seine historische Dachkonstruktion aus sogenannten Kroher-Bindern“, sagte Julian Snethlage vom zuständigen Architekturbüro. Ganz im Gegensatz zum hellen, lichtdurchfluteten Saal des Festspielhauses möchte Snethlage schließlich die Probebühne als neutralen, dunklen Raum für das fokussierte Training und die nach innen gerichtete Konzentration gestalten.

Dank der am Freitag von Wöller und Hilbert unterzeichneten Vereinbarung wird die Stadt Dresden nicht nur Planungs- und Finanzierungssicherheit für das Bauprojekt Ostflügel bekommen. „Außerdem gibt sie der Bewerbung der Landeshauptstadt als Europäische Kulturhauptstadt 2025 Rückenwind“, so Wöller. Und obendrein nütze die Abmachung auch dem Förderverein Weltkulturerbe Hellerau, der die Gartenstadt Hellerau zum Weltkulturerbe machen möchte und derzeit die Bewerbung vorbereitet.

Durch den Umbau des Ostflügels wird das letzte Puzzleteil in das Gesamtbild des historischen Festspielhauses eingefügt. Derjenigen Spielstätte, die wesentlicher Bestandteil der Lebensreform-Ideen war, welche zwischen 1909 und 1904 von der Gartenstadt ausgingen und Hellerau zum Anziehungspunkt der künstlerischen Avantgarde Europas machten. „Dresden tut es gut, nicht nur als Barockstadt, sondern auch als Zentrum der Avantgarde geschätzt zu werden“, meinte der Geschäftsführer der Deutschen Werkstätten Hellerau, Fritz Straub. „Wir freuen uns, dass die Stadt und der Freistaat uns dabei unterstützen, Hellerau zu einer Weltkulturerbestätte zu machen. Denn Dresden kann stolz sein auf diesen Ort.“

Von Junes Semmoudi

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