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Regional Obdach in der Musik – Shelter Boy verzückt in der Groovestation
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15:18 11.02.2020
Käppi, Jeanshemd, Gitarre – der Lieblingslook von Shelter Boy Quelle: Fabian Catoni
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Dresden

Dream Pop? Quatsch, das ist doch klassischer Indie! Oder doch Surf Rock? Die Debatte darüber, in welche musikalische Schublade man Shelter Boy legen sollte, blieb nach seinem Dresdner Konzert ergebnislos. Simon Graupner, der hinter dem Pseudonym Shelter Boy steht, ließ das alles kalt. Oder wie er in „Clean Sheets“ singt: „Let them say what they want to say.“ Er saß viel lieber an der Bar und wartete auf seinen Drink. „Shelter“ bedeutet Schutz, Schutzraum, Obdach. Und so wirkte der Musiker beinahe ein wenig verloren, nachdem er seine Schutzhülle der Musik nach dem Konzert in der fast überfüllten Groovestation wieder ablegen musste.

Dabei hat Shelter Boy allen Grund zur Freude. Schließlich spielt der junge Dresdner mit seiner vierköpfigen Band, der „Shelly Family“, gerade seine erste Headliner-Tour. Zu dem Konzert in seiner Wahlheimat kreuzte er wie immer im lässigen Skaterboy-Look auf. Bubihaft, schlaksig und ein wenig blass um die Nase, möchte man dem Musiker am liebsten einen großen Teller Kartoffeln servieren, damit er zu Kräften kommt.

Locker-flockig bis introvertiert

Doch der Schein trügt. Spätestens nach den ersten Tönen auf der Gitarre ist Shelter Boy das blühende Leben und füllt die Groovestation mit seinem locker-flockigen Dream-Pop-Sound (wenn man nun doch ein Genre braucht). Tracks wie „Let ’em Go“ und „Clean Sheets“ bringen selbst den größten Tanzverweigerer zum Hüftenwackeln und kurbeln die Endorphin-Ausschüttung an, sodass man jetzt sofort unter wolkenlosem Himmel im Park liegen und Erdbeereis essen will.

„Habt ihr Zeit, ja?“, fragt Simon sein Publikum. Ein Konzert von Shelter Boy ist immer auch ein bisschen Comedy. Zwischen den Songs ertönen Song-Sequenzen von ACDC und Stevie Wonder. Da wundert es niemanden, dass Shelter Boy seine gerade mal zwei Wochen alte Platte „Rock’n’Roll Saved My Childhood (lel)“ taufte. Das Akronym „lel“ kommt von „lol“ (laughing out loud) und heißt so viel wie „ich lach mit tot“.

Beim Zuhören wird einem jedoch klar, dass Shelter Boy es ziemlich ernst meint. Bei seinen ruhigeren Songs wird der lustige Sunnyboy zum introvertierten 22-Jährigen, der Gefühle hat. „Wär cool, wenn ich jetzt eure Aufmerksamkeit habe“, sagt er schüchtern, beinahe etwas unsicher, ins Mikro. Als sei der eine Song ihm besonders wichtig. Wenige Sekunden später leuchten Feuerzeuge. Und schwups, wird es wieder unbeschwert, und Shelter Boy ist beim Song „Half Asleep“ wieder der gut gelaunte Kerl mit Cappy, der auf dem Skateboard die Straßen von Los Angeles herunterrollt.

Surf Rock, Indie oder Dream Pop? Einer Kategorisierung von Shelter Boy bedarf es nicht. Denn gute Musik lebt nicht vom Namen, sondern vom Sound. Oder um es in seinen Worten zu sagen: Let them say what they want to say!

Lesen Sie auch: Dresdner Newcomer Shelter Boy veröffentlicht seine erste Platte

Von Laura Catoni

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