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20:42 29.10.2019
Der emeritierte Kirchenmusikdirektor Christian Thiele verabschiedet sich am 2. und 3. November als Dirigent des Dresdner Mozart-Orchesters. Quelle: Tomas Gärtner
Dresden

Das traditionsreiche Orchester des Dresdner Mozart-Vereins bekommt einen neuen Leiter: Vladyslav Vorobel. Der Musiker wurde 1988 in der Ukraine geboren. Dort studierte er Kontrabass in Ternopil und in Kiew. 2008 setzte er sein Studium in Deutschland fort, an der Folkwang Universität der Künste in Essen. 2014 schloss er es ab. Zunächst lebte er in Düsseldorf, wo er er Klavier studierte. Nun wohnt er in Glauchau. Im benachbarten Waldenburg lehrt er an der Freien Jugendkunstschule.

Er löst Christian Thiele ab. Der 72 Jahre alte Dresdner Kirchenmusikdirektor hatte, nachdem er in den Ruhestand gegangen war, das Ensemble 2011 übernommen.

Mozarts „musikalische Freunde“ und mehr

Eigentlich habe er sich damals fest vorgenommen, nichts Regelmäßiges mehr zu machen, erzählt er. Denn das sei in den 33 Jahren als Kantor und Organist der Kirche in Dresden-Briesnitz Alltag für ihn gewesen. Als ihn der emeritierte evangelische Landesbischof Volker Kreß, der damals noch Cello in dem Orchester spielte, fragte, ob er die Leitung übernehmen könne, habe er deshalb zunächst eine Nacht darüber schlafen müssen, dann aber zugesagt.

Immerhin bot das Ensemble etwas Besonderes: „Ich konnte mit ihm ganz andere Musik machen.“ Über Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ (deutsch: „Jauchzet, jubelt“), dessen A-Dur-Sinfonie oder die Krönungsmesse war es in Thieles Kantorenzeit nie hinausgegangen.

Nun konnte der 1947 in Taubenheim bei Meißen in einer Pfarrersfamilie geborene Kantorkatechet ein weitaus größeres Repertoire des Salzburger Musikgenies dirigieren. Dazu Werke anderer Komponisten, mit denen er Beziehungen hörbar machte: Mozarts „musikalische Freunde“ wie Josef Haydn und Paul Wranitzky waren es im Herbst 2018, davor im Frühjahr griff er weiter aus zu Debussy, Saint-Saëns und Gounod. Zwei Auftritte hat das Orchester in jedem Jahr. Unter Thiele spielte es zumeist in Kirchen.

„Ich gestalte die Konzerte gern nach Themen“, erzählt er. Das der Aufführung am 2. November in der St.-Wolfgangskirche in Glashütte und am 3. November in der Briesnitzer Kirche sind „Komponistinnen der Romantik“: Fanny Hensel-Mendelssohn, Amanda Maier-Röntgen und Louise Farrenc. Mit diesen beiden Konzerten verabschiedet er sich nach acht Jahren als Dirigent.

„Mit welcher Lust und Hingabe sie spielen!“

Das Orchester ist ein Laienensemble mit langer Tradition: Musikbegeisterte gründeten es 1896 als Verein, um die Klassik, namentlich Mozart, zu pflegen. Der Verein stiftete 1907 auch den Mozartbrunnen auf der Bürgerwiese. Bildhauer Hermann Hosaeus schuf drei vergoldete Frauenfiguren. Sie symbolisieren Wesensmerkmale der Mozartschen Musik.

Der Mozartbrunnen von Hermann Hosaeus auf der Bürgerwiese: Die drei Frauenfiguren sollen das Wesen Mozartscher Musik verkörpern: Anmut, Heiterkeit und Ernst. Quelle: Dietrich Flechtner

35 Instrumentalisten aus mehreren Generationen gehören dem Orchester heute an. 20 ist der jüngste, um die 80 der älteste. Sie sind Studenten, Ärzte, Techniker, auch ein Gärtnermeister ist dabei.

Wie man solchen Liebhabern der Musik etwas abverlangt, ohne sie zu überfordern, hat Thiele in seiner Kantorenzeit gelernt. So konnte er nachsichtig sein, wenn die Laborleiterin erst etwas später zu den zweieinhalbstündigen Proben an jedem Mittwoch erscheinen konnte. Schwere Passagen gab er als Hausaufgaben auf. „Ich habe sanften Druck ausgeübt. Ansonsten aber alles mit meiner ureigenen Freundlichkeit geregelt.“

Laienorchester mögen technisch weniger perfekt sein als Klangkörper von Berufsmusikern, räumt Thiele ein. Was Zuhörer jedoch sofort merken: „Mit welcher Lust und Hingabe sie spielen!“

2. November, 17 Uhr, St. Wolfgangskirche Glashütte; 3. November, 17 Uhr, Kirche Dresden-Briesnitz

www.mozart-verein-dresden.de

Von Tomas Gärtner

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