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20:01 01.03.2018
Der Komponist und Dirigent Peter Eötvös Quelle: Peter Kollanyi
Dresden

470 Jahre Sächsische Staatskapelle Dresden und die siebente Spielzeit von Chefdirigent Christian Thielemann. Auch wenn das kein rundes Jubiläum ist – das halbe Jahrtausend steht für 2048 an –, so ist es doch Ausdruck einer reichen Tradition. Und für den Berliner Maestro, der in Sachsen inzwischen für eine erfreuliche Kontinuität steht, sollte es schon deswegen kein verflixtes siebentes Jahr werden, weil seine Zusammenarbeit mit der Kapelle bereits im Jahr 2003 begonnen hat.

Damals war er noch Gast, heute spricht er geradezu schwärmerisch von einer „wunderbaren Zusammenarbeit“, der etwas „Frischluft“ allerdings gut täte. Nur wenige Tage nach tatsächlich wunderbaren Aufführungen von Mahlers 3. Sinfonie hat Thielemann gestern gemeinsam mit Orchesterdirektor Jan Nast, drei Musikern der Staatskapelle und dem neuen Konzertdramaturgen Dennis Gerlach das Programm für die Spielzeit 2018/19 vorgestellt.

Mit Spannung darf man dem neuen Capell-Compositeur Peter Eötvös entgegensehen, der die Kapelle noch nie live erlebt hat, aber von ihren Aufnahmen fasziniert ist. Nun wird er das Orchester selbst dirigieren, vor allem aber werden nicht weniger als 15 Kompositionen von Eötvös ins Programm gelangen. Ein langes Porträtkonzert des 1944 geborenen Musikers – der als Einjähriger mit seiner Familie die Dresdner Bombennacht vom 13. Februar 1945 überlebt hat – soll es im Januar 2019 im Festspielhaus Hellerau geben. Apropos: Das klingende Porträt des aktuellen Capell-Compositeurs Arvo Pärt gibt es übrigens diesen Sonntag um 17 Uhr in der Schlosskapelle.

Vorfreude auch auf den künftigen Capell-Virtuosen. Mit dem Geiger Frank Peter Zimmermann kommt kein Unbekannter nach Dresden, allerdings wird er zu einem seiner fünf Dresdner Konzerte den ebenfalls geigenden Sohn Serge Zimmermann (Jg. 1991) mitbringen. Außerdem reist er mit dem Orchester 2019 zu einer Europa-Tournee sowie zu den Osterfestspielen Salzburg.

Reisen unternimmt die Kapelle zudem mit ihrem einstigen Chefdirigenten Herbert Blomstedt, der mit dem Brahms-Programm des 3. Symphoniekonzerts eine Deutschland-Tour absolviert, sowie mit dem dirigierenden Pianisten Rudolf Buchbinder und den fünf Klavierkonzerten von Beethoven nach China.

Zur ersten Asien-Tournee der nächsten Spielzeit startet Christian Thielemann mit dem Repertoire eines im Oktober neu beginnenden Zyklus, der den Sinfonien Robert Schumanns gewidmet werden soll. Der aktuelle Bruckner-Zyklus wird mit dessen 2. Sinfonie abgeschlossen.

In der Riege namhafter Gastdirigenten finden sich u.a. Myung-Whun Chung als Erster Gastdirigent sowie Alan Gilbert, Franz Welser-Möst, Vladimir Jurowski und Omer Meir Wellber sowie Solisten wie Lisa Batiashvili, Venera Gimadieva, Isabel Karajan und Anna Vinnitskaya nebst Kirill Gerstin, Martin Helmchen, Steven Isserlis und René Pape.

Thielemann, der im Dezember die Premiere der Oper „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss leiten wird, freut sich für die Musiker sehr auf den Saisonbeginn mit „Moses und Aron“ von Arnold Schönberg: „Das ist ja nun wirklich fürs Orchester schwerste Kost, sowas tut immer gut.“ Was er aber vermisst, ist just in Dresden mehr Strauss. „Ich mache zwar die ‚Ariadne‘, aber es ist mir insgesamt zu wenig Strauss. Die Strauss-Pflege ist wichtig, weil dann einfach das Orchester bis ins letzte Glied gefordert ist. Nach einem guten ‚Heldenleben‘ ist jede Gruppe bestens eingespielt.“

Musikalische Sehnsüchte gab es offenbar auch im Orchester, woraufhin nun eine Initiative mit dem Namen „kapelle 21“ ins Leben gerufen worden ist, die sich der Neuen Musik widmet. Neben einem Werkstattkonzert, das im Malsaal der Oper stattfindet und damit tatsächlich seinem Namen gerecht wird, soll es in dieser Reihe einen Aufführungsabend geben, den der komponierende Kontrabassist Petr Popelka leitet. Auf dem Programm stehen mit „Verklärte Nacht“ und „Pierrot lunaire“ zwei wesentliche Schönberg-Werke. Außerdem gehört das Porträtkonzert des dann 75-jährigen Eötvös zur „kapelle 21“.

Initiativreich begeben sich Mitglieder des Orchesters gegen Ende der Saison auch wieder in die Dresdner Neustadt, sind „Ohne Frack auf Tour“ (13.6.2019) und bespielen „Klassik picknickt“ open air (6.7.2019).

Vor den 10. Internationalen Schostakowitsch-Tagen Gohrisch (20.-23.6.2019) gibt es diesmal ein Sonderkonzert im neuen Konzertsaal des Kulturpalastes, wo auch bereits das Geburtstag zum 470. Gründungsjubiläum ausgerichtet wird.

www.staatskapelle-dresden.de

Von MICHAEL ERNST

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