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Regional Malerei von Stefan Kübler im Kunstraum Pillnitz
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16:21 13.11.2019
Stefan Kübler: Blattwerk, Acryl, 2019. Quelle: Repro/PR
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Dresden

Der Dresdner Maler Stefan Kübler (geb. 1968 in Balingen/Stuttgart) tritt in seinen Acrylbildern in einen Dialog mit der Natur. Dabei favorisiert er den Garten und sein Blattwerk in einer vom Impressionismus geprägten Auffassung: Oft dient ihm das dominante Schwarz als Katalysator für eine opulente Farbigkeit, die sich nicht immer durchsetzt, in den besten Bildern besonders sonor klingt und leuchtet.

Eine Reproduktion des Realen auf dem Glas

Im Kunstraum Pillnitz sind derzeit 33 Arbeiten, darunter auch zehn Graphitzeichnungen zu sehen, die allesamt nach der Natur und vor Ort geschaffen wurden. Bei den Leinwandbildern handelt es sich um Hinterglasmalerei: Der Künstler verwendet dafür eine Glasplatte, je nach Größe des Motives und des Ausschnittes, um auf ihr zu malen. Zuerst werden die Details erfasst, wie in diesem Fall die Blüten und Blätter mit ihrer Äderung, vorwiegend mit dem kleinen Pinsel, dahinter wird großzügig das Schwarz gelegt. Durch die Glasscheibe erscheint alles auf einer Ebene wie bei einer Fotokamera, das Abbild ist demnach nicht größer als die Wirklichkeit selbst. Es erscheint wie eine Reproduktion des Realen auf dem Glas, ohne fotorealistisch zu sein.

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Auf das noch nasse Gesicht des Bildes wird nach einigen Wochen die Leinwand gelegt, die bis zu drei Monate trocknen muss, um danach von der Glasplatte abgelöst zu werden. Das abgezogene Bild, eine gummiartige Masse, wird zum Schutz mit einer Holztafel auf dem Spannrahmen befestigt und ergibt ein seitenverkehrtes Bild mit einer typisch glatten Oberfläche. Beim Malen ist richtiges Hinschauen gefragt, der Dialog muss laufen und in Bewegung gehalten werden, Anreicherung von Wissen um das Motiv führt durch ständiges Vergewissern zum Ziel.

Erst der Blick des Betrachters macht das Bild lebendig

Der geschulte Betrachter muss die Arbeit des Malers nachvollziehen und wie er in einen Dialog mit dem Bild treten. Das erfordert Geduld, weil die Erwartung zunächst nicht erfüllt wird und man enttäuscht ist. Erst durch das Vor-und Zurücktreten erschließt sich das Bild nach und nach. Dabei erfüllt das Schwarz eine besondere Rolle: Der Blick wird ins Dunkle gezogen, das Grün und die anderen Farben bekommen eine intensive Leuchtkraft, weisen ins Helle.

Wie der reale Garten sich verändert, verformt und ein sehr unterschiedliches Gesicht zeigt, so reagiert auch das Bild auf unterschiedliches Schauen. Man entdeckt hier und dort immer wieder Neues, das zunächst verborgen blieb. Erst der Blick des Betrachters macht das Bild lebendig und vollkommen. Einige seiner „Blattwerk-Bilder“ erinnern an die Alchemie und das geheimnisvolle Schwarz auf den Tafelbildern der Alten Meister. Aber auch Claude Monets „Seerosenbilder“ kommen einem in den Sinn.

Stefan Kübler studierte von 1994 bis 1996 Design an der FH Anhalt Dessau. Ein Studium der Malerei an der HfBK Dresden folgte 1998 bis 2001. Von 2001 bis 2003 war er Meisterschüler von Prof. Ralf Kerbach. In diesem Jahr war er Artist in Residence in Brig (Kanton Wallis, Südschweiz). Von diesem Aufenthalt brachte Kübler eine Reihe von kleinformatigen Gartenbildern mit, die auch Treppenaufgänge und Architektur maßvoll integrieren.

Seine Graphitzeichnungen und Skizzen beziehen sich auf den Hochgebirgsort an einem bekannten Alpenpass, halten Details von Gärten, Bergen und Teichen fest, aber auch Blicke aus dem Fenster der Unterkunft. Stefan Kübler betrachtet sie als eigenständige Arbeiten, die ihren Reiz aus dem oft nur Angedeuteten beziehen.

Bis 23. November. Kunstraum Pillnitz, Wilhelm-Wolff-Straße 1b. Tel. 0351/ 265 44 35. Sa 10-13 Uhr und nach Vereinbarung

www.kunstraum-pillnitz.de

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