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Regional Malerei von Natalie Nitouche ist im Akademiehotel Dresden zu sehen
Nachrichten Kultur Regional Malerei von Natalie Nitouche ist im Akademiehotel Dresden zu sehen
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10:13 27.12.2019
Natalie Nitouche: Die Verteilung, 2018 (Ausschnitt). Quelle: Natalie Nitouche
Dresden

Das Leben ist eine Pilgerreise, eine Anhäufung von Geschichten, in dem sich die Gedanken häufen wie die Dinge in einem Kuriositätenkabinett, eine Wanderschaft durch die Existenz, ein „Peregrinandum“. So überschrieb die Dresdner Malerin Natalie Nitouche (geb. 1987 in Meißen) ein Interieur in ihrer umfangreichen Ausstellung mit 23 Ölbildern im Akademiehotel Dresden.

„Das Bild ist für mich Spiegel von Beobachtungen und Geschichten im Kopf“

In den Kramladen der Existenz bricht ein schwaches Licht von links oben, das, wie es scheint, das Leben erträglich macht: Fernweh stellt sich ein, „Reisen müsste man“, mag man denken. Reisen in die Erinnerung, aber auch richtiges Reisen, vor allem in das von ihr geliebte Frankreich. Die im Raum liegenden oder hängenden Dinge erzählen magische Geschichten, die der Malerin beim Arbeiten einfallen. Ruinen, Bögen von alten Gemäuern mit weiten leeren Himmeln und Blumen bilden den Hintergrund, seltsame Handschuhe umschließen eine Art Gesicht, Gliedmaßen von Puppen liegen herum. Gedanken, noch ungeordnet, kommen aus der Erinnerung herauf. Natalie Nitouche malt sich von ihnen frei und beherrscht dabei ihr Metier, ihr malerisches Handwerk: „Das Bild ist für mich Spiegel von Beobachtungen und Geschichten im Kopf“, sagt sie von sich selbst.

Die studierte Theatermalerin (HfBK Dresden von 2010 bis 2015) kennt sich in der Ölmalerei gut aus. Mehrere Jahre arbeitete sie als Restauratorin. Das Handwerk der Alten Meister inspiriert sie immer wieder, die Ikone scheint auf sie die größte Faszination auszuüben. In der nachempfundenen Ikone „La protection“ (2014) lebt sie ihre Vorliebe und ihr Können in der Malerei auf einer alten Schranktür aus. Natalie Nitouche nimmt den Betrachter auf eine Reise durch ihre Fantasiewelt, in der eine natürliche Intelligenz waltet und die sich in Botschaften über Tag- und Nachtträume, Spirituelles und Psychologisches, Erlebtes und Erdachtes ergeht. Ihre Malerei ist immer gegenständlich und nicht abstrakt, hat aber einen Hang zum Surrealen, Symbolischen, also zur Allegorie.

Momente der Identifikation, des Innehaltens und Nachdenkens

Natalie Nitouche interessiert der dehnbare, diffuse Allgemeinplatzbegriff „Realismus“ zur Bezeichnung ihrer Arbeit nicht. Am Anfang steht die eigene Vorstellung vom kommenden Bild, die sie beim Malen fortspinnt und die nach und nach Gestalt annimmt. Das Eintauchen in den Automatismus des Malens ist dabei immer begleitet von einem Glücksgefühl, wenn sie sich an ihre innere Quelle anschließt. In ihrer Malerei beschränkt sie sich auf die Figur, obwohl landschaftliche Momente in ihr mitwirken. Ihre Figuren sind wie Puppen, die sie anzieht, Modelle, keine realen Menschen, eher idealisiert und oft geheimnisvoll androgyn. Ihre Malerei ist also eine besondere Art von Projektion des Eigenen ins Bild, das sich dabei verwandelt und ins Phantastische reicht.

Im Akademiehotel sind ihre Bilder gut aufgehoben, wie sie selbst bekennt. Der Kurator und Realisator der Ausstellung ist der Dresdner Galerist Manto Sillack. Für den Reisenden, Urlauber, Kongressteilnehmer oder Touristen bieten die Bilder viele Momente der Identifikation, des Innehaltens und Nachdenkens (gerade im Augenblick des Unterwegsseins) sowie der Entspannung nach einem eindrucksreichen Tag.

Bis 10. Januar. Akademiehotel Dresden, Königsbrücker Landstraße 2awww.akademiehotel-dresden.deGalerie Sillack: 0351/ 880 40 01

Täglich geöffnet.

Von Heinz Weißflog

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