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Regional Malerei von Marianne Dextor in der galerie drei Dresden
Nachrichten Kultur Regional Malerei von Marianne Dextor in der galerie drei Dresden
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15:10 21.02.2020
Marianne Dextor: Küstenlandschaft (Rügen) / o.J. / Pastell Quelle: galerie drei
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Dresden

Gleich im Entree der Galerie verführen vier duftige Pastelle mit Blumenstillleben den Besucher zum Verweilen und Betrachten, weiß- und violettfarbene Kosmeen (Schmuckkörbchen), helle, zartblütige, weiße Narzissen und in ihrer Mitte ein langstieliger Mohnblumenstrauß im Gegenlicht, mit Schattenwurf, poetisch und lebendig.

Die Dresdner Malerin Marianne Dextor gibt mit über 50 Arbeiten in einer Werkschau in der galerie drei einen Überblick über ihr Schaffen, darunter Stillleben, Landschaften und Fotografie. Die Künstlerin, die bei den Professoren Gerhard Kettner (Abendakt) und Günter Horlbeck an der HfBK Dresden studiert hat, widmet sich seit vielen Jahren dem kreativen Wechsel von Malerei und Fotografie.

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Die Stillleben

Die natures mortes, vergänglich und sinnlich schön, sind aus der Natur „auferstandene“, in Malerei übertragene Dinge, in ständiger Verwandlung bis zum Vergehen in milchig zarter Transparenz. Stiefmütterchen in runden, kristallklaren Glasvasen und Zyklamen in Keramikschalen zeigen ihre zaghaft sich entfaltenden Blüten. Ein gewisser, etwas unscharfer Impressionismus verstärkt ihre sinnliche Opulenz. Die Farbvaleurs und Nuancen der sich entfaltenden und willig hinsterbenden Blumenblüten kehren dezent in den malerisch fein durchgearbeiteten Hintergründen wieder. Die Zartheit des Pastells verbindet sich hier mit dem Gegenstand auf wundersame Weise: Ein Vibrieren des Lichts beseelt die schlichten, im Atelier geordneten und gemalten Natur-Inszenierungen mit der hingebungsvollen Wärme der schaffenden Hand der Künstlerin.

Das auf einfachen Tellern und Schalen schlicht und frugal präsentierte Obst erscheint vor stark-dunkel-magischen, fast schwarzen Hintergründen, besonders die im Licht matt glänzenden Pflaumen, die Dextor wegen ihrer schönen ovalen Form und ihrer fleckigen Oberflächen liebt. Auch Pfirsiche, Quitten, Äpfel und Birnen sind dabei, haptisch in ihrer Farbe und Form, delikat aber ohne Pathos inszeniert, auf dem Tischtuch liegend, leicht schattiert, das zuweilen im Bild oben das Holz des Tisches freigibt wie die Andeutung eines minimalistischen Konzeptes.

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Die Landschaften

Bei den Landschaften ist Farbe nicht gleich Farbe: Marianne Dextor kennt ihre Valeurs im wechselnden Licht während einer Sitzung vor Ort. Beliebte Themen sind das Vorerzgebirge, aber auch die Höhen bei Possendorf mit dem Spitzberg. Geringfügige Schattierungen, dunkel leuchtend und gleichzeitig transparent erfüllen die weiten Flächen im Bild. Das Büttenpapier schimmert sanft durch die aufgebrachte Pastellkreide im altmeisterlichen Sfumato. Auch die Kreidefelsen bei Saßnitz (sie besuchte Rügen anfang der 1990er Jahre) atmen eine großzügige Kraft der gebogenen Küstenlinie, Strand und Meer bestückt mit kleinen Booten und Fischerkuttern.

Industriebrachen

Unter Dextors Arbeiten sind auch farbige und schwarz-weiße Fotografien von Interieurs alter Fabrikgebäude und den durch die Abwicklung und Aufgabe rasant entstandenen Industriebrachen. Neben imposanten Altbauten (gebaut um 1900), Fabriken und Werkhallen interessierten sie dabei das einfallende Licht und der dadurch strukturierte Raum.

Marianne Dextor: o.T. (Industriebrache) / o.J. / Fotografie Quelle: galerie drei

Die entkernten Gebäude aus Stahl und Beton wirken wie ihre Stillleben als cultures mortes moderner Zivilisation am Endpunkt ihrer Entwicklung. Freital, Radeberg und Dresden waren Ziele ihrer Feldarbeit. Die inzwischen abgerissenen Produktionshallen von Villeroy und Boch mit Malereien eines Studenten der HfBK Dresden zeugen vom Respekt der Künstlerin vor dem Motiv. Gleichzeitig zeigte sie sich beeindruckt von dem der Wildnis überlassenem natürlichen Arrangement künstlicher, von Menschenhand gebauter und verlassener Architektur in brutaler Verklärung postmoderner Archäologie.

bis 7. März, galerie drei, Prießnitzstraße 43, Tel. 0351/802 67 10, Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr

Midissage: Künstlerinnengespräch am 29. Februar, 17 Uhr

www.sezession89.com

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