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Regional Letzte Konzerte des Dresdner Universitätsorchesters mit Filip Paluchowsk
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20:13 21.01.2020
Filip Paluchowski wendet sich neuen Projekten zu. Quelle: Marlon Bonazzi
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Dresden

Seit fünf Jahren ist der deutsch-polnische Dirigent und Pianist Filip Paluchowski Leiter des Universitätsorchesters Dresden – eine Zeit, in der er den Klangkörper mit einer Repertoireerweiterung bereichert hat. Außer einer Konzertreise nach Norwegen und ihren musikalischen „Folgen“ bleiben vor allem solche Programme wie „Notenschätze“ in Erinnerung. Darüber hinaus sind die Konzerte oft wichtige Auftrittsmöglichkeiten für angehende Solisten.

Diesmal war der Dirigent sein eigener Solist

Ab Sommer wird das Liebhaberorchester einen neuen Leiter haben, denn für Filip Paluchowski ist es an der Zeit, sich neuen Projekten zuzuwenden. Vor dem Konzert am Sonntag bildete sich vor der Lukaskirche noch einmal eine Schlange, dass man glauben konnte, der Kreuzchor würde auftreten.

Die Besucher wurden nicht enttäuscht. Die Programmvielfalt wie die Darbietung entsprachen dem, was man in den letzten Jahren gewohnt ist. Mit einer Ausnahme: diesmal war der Dirigent sein eigener Solist, denn Filip Paluchowski hat natürlich auch ein Instrument erlernt, und so spielte er in Wolfgang Amadé Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 (A-Dur / KV 488) den Solopart selbst.

Zum Auftakt hatte es zuvor Sergej Prokofjews „Ouvertüre über hebräische Themen“ Opus 34 gegeben. Um die 70 Mitglieder umfasst das Orchester selbst in Kammerformation – somit können fast alle Stimmen und Soli besetzt werden, ein paar Gäste an Harfe oder Fagott waren dabei. Prokofjews rhythmisch-tänzerische Musik war ein Ausblick auf das, was später noch folgen würde, begeisterte mit motivischer Vielfalt und war sorgsam gestaltet.

Mit Mozarts Klavierkonzert gab es dann ein Werk, für das der Hörer viele Vergleiche kennt. Indes muss sich das Universitätsorchester nicht verstecken, das Dirigat bzw. der Wechsel von Klavierpassagen mit Begleitung und den dazwischenliegenden mit forcierten Tutti gelang fließend. Auch hier durften sich manche Solisten (Flöte: Theresa Johanna Beckert, Fagott: Nora Stahl, Klarinette: Rita Lehmann) hervortun. Als Zugabe beschwor Filip Paluchowski „La cathédrale engloutie“ (die versunkene Kathedrale) mit dem weichen Klang des Flügels von Steingraeber & Söhne.

Publikum fordert nachdrücklich eine Zugabe

Dass mit dem Konzerttitel „Freudentanz“ wirklich der Tanz gemeint war, machten die beiden Stücke nach der Pause noch einmal deutlich. Zuvor sprach der Rektor der Universität, Hans Müller-Steinhagen, Filip Paluchowski noch einmal seinen Dank aus.

Anatoli Ljadow war in den früheren Konzerten schon einmal erklungen, nun standen seine „Acht russischen Volkstänze“ auf dem Programm. Sie illustrieren lebhaft Bilder aus dem Landleben, die vom Fest über ein Wiegenlied (für die hervorragende Cellogruppe) bis zum Vogelgezwitscher mit vielen Holzbläsern reichten. Béla Bartóks „Ungarische Bauernlieder“ standen dem weder in der Volkstümlich- oder der Bildhaftigkeit nach. So forderte das Publikum nachdrücklich eine Zugabe und bekam als Wiederholung den „Dorfreigen“ aus Ljadows Volkstänzen, wozu sich das gesamte Orchester singend erhob.

Das nächste Konzert des TU-Sinfonieorchesters wird das letzte mit Filip Paluchowski sein. Am 1. Februar heißt es in der Lukaskirche (Beginn: 19:00 Uhr) „Lebenslinien“. Auf dem Programm stehen dann Einojuhani Rautavaaras „In the beginning“, Jean Sibelius‘ Violinkonzert mit Solistin Charlotte Thiele sowie Johannes Brahms‘ vierte Sinfonie.

Von Wolfram Quellmalz

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