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Regional Lange Schlangen bei der Wiedereröffnung der Alten Meister in Dresden
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12:52 29.02.2020
Schlange bei der Nachtöffnung der Alten Meister im Dresdner Zwinger. Quelle: E-Mail-LVD
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Dresden

Dresden hat seine Alten Meister wieder: Mit einem Festakt ist am Freitagabend die Gemäldegalerie feierlich wiedereröffnet worden. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble erinnerte als Redner an die Bedeutung der Kunst für den europäischen Gedanken. Museen seien eine europäische Erfindung, man habe sie die „Quintessenz Europas“ genannt. In Dresden stehe man einem europäischen Kulturerbe gegenüber. Hier sei ein Ort der Begegnung mit dem, was europäische Kulturen miteinander verbindet, „ein Ort, an dem man ein Stück weit ein Europäer werden kann, hier in Dresden, mitten in Europa“.

Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages, spricht beim Festakt im Schauspielhaus zur Wiedereröffnung der Gemäldegalerie "Alte Meister" und der Skulpturensammlung nach mehrjähriger Generalsanierung. Quelle: dpa-Zentralbild

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), hatte die Gäste des Festaktes im Schauspielhaus begrüßt. Sie erinnerte daran, dass in Zeiten einer zunehmenden Polarisierung in der Gesellschaft lange ein großes Banner die Sempergalerie zierte, ein Banner mit der Aufschrift: „Ein Haus voller Ausländer, der Stolz des Freistaates“.„Es wurde abgehängt, weil wir dachten, die Zeiten würden besser.“ Aber es scheine gerade nötiger denn je daran zu erinnern, dass diese Sammlungen ein Spiegelbild verdichteter europäischer Kultur darstellen und einen historisch gewachsenen Zusammenhang besitzen.

Lesen Sie auch: Nach sieben Jahren Sanierung: Semperbau zeigt alte Meister ganz neu

Michael Kretschmer (CDU, 2.v.l.), Ministerpräsident von Sachsen, seine Lebensgefährtin Annett Hofmann (l), Mark Rutte (r), Ministerpräsident der Niederlande, und Taco Dibbits (2.v.r.), Direktor des Rijksmuseum Amsterdam, laufen während eines Rundgangs zur Wiedereröffnung der Gemäldegalerie "Alte Meister". Quelle: dpa-Zentralbild

Kunst und Kultur als einigendes Band

„Warum wir die Alten Meister eigentlich so lieben und weswegen wir diese Kunst so unmittelbar für unser Leben brauchen? Es ist eine Choreographie der großen existenziellen Themen der Menschheit, alles ist darin enthalten: die Liebe und die Schönheit, die Gewalt der Natur, die Weltenschlachten und die Sintflut, der Abgrund und der Alptraum, die Stille im Tod und die Ode an das Leben“, sagte Ackermann.

Pinkfarbene Neonengel, nachempfunden den kleinen Engeln aus Raffaels Sixtinischer Madonna, sind auf dem Semperbau zur Wiedereröffnung der Gemäldegalerie "Alte Meister" und der Skulpturensammlung nach mehrjähriger Generalsanierung installiert, am Himmel ist der zunehmende Mond zu sehen. Quelle: dpa-Zentralbild

„Kunst und Kultur sind ein einigendes Band“, sagte Schäuble. „Hier liegen die gemeinsamen Wurzeln unserer vielfältigen europäischen Kulturen.“ Unmittelbar vor Schäuble hatte der niederländische Regierungschef Mark Rutte das Wort ergriffen. In der Gemäldegalerie befinden sich viele bedeutende Werke holländischer Maler. Rutte stellte ein Zitat des Humoristen Karl Valentin an den Anfang: „Kunst ist schön, aber macht nur Arbeit.“ Der sächsische Kurfürst August der Starke und sein Sohn hätten mit ihrer Arbeit einen beachtlichen Beitrag zum Entstehen einer gemeinsamen europäischen Kultur geleistet, zum Austausch von Ideen und zum Gefühl der Verbundenheit zwischen Deutschland und den Niederlanden.

Werke der Gemäldegalerie Alte Meister und der Skulpturensammlung bis 1800 treten in einen direkten Dialog.

Die Gemäldegalerie Alte Meister war in den vergangenen sieben Jahren für rund 50 Millionen Euro saniert worden. Neben 700 Gemälden werden auch 420 Skulpturen gezeigt.

Eröffnung Gemäldegalerie Alte Meister am 28.02.2020 in Dresden im Zwinger: Konzertübertragung Woods of Birnam. Quelle: Dietrich Flechtner

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