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14:05 25.02.2020
Die Mezzosopranistin Laila Salome Fischer und der Regisseur Valentin Schwarz. Quelle: Andreas Schwarze/Hugo Thiel
Dresden

Die Mezzosopranistin Laila Salome Fischer und der Regisseur Valentin Schwarz sind beide Anfang 30 und haben auf den Musikbühnen Europas bereits eindrucksvolle Spuren hinterlassen. Laila Salome Fischers Weg begann an der Komischen Oper Berlin, wo sie seit dem achten Lebensjahr im Kinderchor Theaterluft atmete. Mit elf begann sie, am „Julius-Stern-Institut“ der UdK Berlin Musik zu studieren. Bereits während des Studiums war sie auf internationalen Konzertbühnen, für Festivals und CD-Produktionen gefragt. Es folgten Hauptrollen an mittleren und großen Opernhäusern und eine zusätzliche Karriere als fachkundige und kreative Interpretin von Barockmusik. Für die Spielzeit 2019/20 wurde sie als Solistin an die Staatsoperette Dresden engagiert und war bereits als Hänsel, Ganymed und in der Eröffnungsrevue zu erleben.

Valentin Schwarz schloss 2017 sein Regiestudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien mit Auszeichnung ab. Beim Internationalen Regiewettbewerb „Ring Award Graz“ wurde ihm und seinem Ausstatter Andrea Cozzi der Hauptpreis zuerkannt, er gewann auch den Publikumspreis sowie zahlreiche Sonderpreise in Form von Inszenierungsangeboten. Seit seinem Berufsstart als Regisseur befasst er sich international erfolgreich mit Werken u.a. von Donizetti, Verdi, Mozart, Puccini, Debussy, Lehár und Bartók und errang mehrere renommierte Stipendien und weitere Preise. Noch in diesem Jahr wird Valentin Schwarz für die Bayreuther Festspiele die Neuproduktion von Wagners „Der Ring des Nibelungen” auf die Bühne bringen.

Aufeinandertreffen an der Staatsoperette

Beide gehen in ihrer Theaterarbeit mit einer großen Vielfalt von Genres und Stilen um, nun treffen ihre Begabungen in der Inszenierung von Offenbachs letzter großer Opéra bouffe von 1869 an der Staatsoperette Dresden aufeinander: „Die Banditen“ werden am 28. Februar Premiere haben. Laila Salome Fischer wird in diesem Stück in die Hosen des jugendlichen Liebhabers Fragoletto schlüpfen. Sie weiß um das Ansinnen Offenbachs, mit diesem kleinen schmächtigen Helden die große Oper zu karikieren. Gerade das reizt sie, in der Rolle frech und unkonventionell auftreten zu können.

Die Banditen

■ Opéra-bouffe in drei Akten von Jacques Offenbach, Libretto von Henri Meilhac und  Ludovic Halévy

■ Mit musikalischem Humor und Lokalkolorit entlarvt Offenbach gesellschaftliche Missstände seiner Zeit, die heute nichts an Aktualität verloren haben: in der Betrachtung sozialer Ungleichheit in der Gesellschaft sowie Vetternwirtschaft und Korruption in der (Finanz)Elite.

■ Premiere am 28. Februar, Staatsoperette Dresden

■ Aufführungen: 1., 7., und 8. März; 18., 19. und 21. April; 26. und 27. Mai; 18. und 19. Juni

www.staatsoperette.de

Da vereinen sich die Intentionen der Sängerin mit denen des Regisseurs, der gern jede Steilvorlage für Humor und komische Situationen bis zum Exzess treibt.

Überhaupt prägen das intensive Erleben von Musik auf der Bühne und das komplexe Ausschreiten von Charakteren beider Umgang mit dem Beruf. Valentin Schwarz schildert sein erstes Opernerlebnis mit neun Jahren als „Faszinierend, unfassbar, in der Kombination der Kunstformen überwältigend“. Aus anfänglicher Überforderung entwickelten sich bei ihm tiefes Verständnis und Begeisterung für die allumfassende Sinnlichkeit des Musiktheaters.

Laila Salome Fischer konnte zunächst den zu allen möglichen Werbezwecken verwursteten Opernhits nichts abgewinnen. Als sie jedoch einmal eine „Carmen“-Aufführung im Theater erlebte, war es um sie geschehen. Aus der vielbeachteten Interpretin der Barockmusik von Monteverdi bis Frescobaldi wurde auch eine begeisterte Opernsängerin. Mit dem Ensemble „Il Giratempo“ wandelt die Sängerin zwischen den Zeiten und verbindet Alte Musik mit Jazz.

Viel Gelächter bei den Proben

In Bezug auf das laufende Projekt in Dresden sind sich beide einig, dass Offenbach seine Epoche adäquat in eine Musik setzte, die nicht nur gesellschaftlich relevante Inhalte mit Leichtigkeit vermittelte, sondern vom Publikum gern gehört und nachgesungen wurde und damit Bühnenhandlung und reale Welt verband. Diese Qualität, die ebenso Werke von Mozart, Verdi oder Wagner auszeichnet, schätzen sie an den „Banditen“.

Das Sujet der „Geächteten“, der „Räuber“, ist für den jungen Regisseur brandaktuell. Für ihn erscheint die Welt der Außenseiter, in diesem Fall die Welt der Komödianten auf der Bühne, als Gefahr, aber auch als Chance für die bürgerliche, unsere reale Welt, sich selbst zu erkennen. Dabei ist für ihn die Unmittelbarkeit und Intensität des Theatererlebnisses in seiner Gegenwärtigkeit und Einzigartigkeit für den Zuschauer durch nichts zu ersetzen. „Und für ein Glas Sekt und ein Gespräch nach der Vorstellung sollte immer Zeit sein.“

Denn eine der wichtigsten Aufgaben des Theaters ist für die beiden Künstler die Förderung menschlicher Kommunikation, der Austausch über Musik, Charaktere und Lebenserfahrungen, oder einfach das gemeinsame Lachen und das Glücksgefühl nach dem Applaus für eine gelungene Vorstellung. Viel gelacht wurde auch bei der Probenarbeit. Wenn es um die Staatsoperette geht, kommen meine Gesprächspartner ins Schwärmen. Sie sind voll des Lobes über die familiäre Atmosphäre und den respektvollen Umgang im Ensemble, die hohe Professionalität und die vielen Einfälle der Kollegen, die gewissenhafte und anregende musikalische Einstudierung durch Chefdirigent Andreas Schüller. Die Stadt Dresden stellt sich für Laila Salome Fischer und Valentin Schwarz ganz anders dar als in der medialen Wahrnehmung, sie fühlen sich herzlich und offen aufgenommen.

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Auf die Frage, ob es für seine kommende „Ring“-Inszenierung in Bayreuth eine Bedeutung hat, die Dresdner Lebenswelt Wagners kennenzulernen, findet Valentin Schwarz klare Worte. „In Bezug auf diese Arbeit sind Person und Lebenslauf Wagners für mich nur in zweiter Linie wichtig. Mich interessieren vor allem anderen die Heutigkeit, der rote Faden, der von einem Werk in unsere Gegenwart führt.“ Nostalgie, auch in der Operette, hält er für ein legitimes Gefühl, um mit der Endlichkeit unseres Daseins fertig zu werden. Aber sie sollte nie die Oberhand über unser einmaliges Leben im Hier und Jetzt gewinnen. Das Theater hat für ihn nur eine Berechtigung, wenn alle Beteiligten mit Unmittelbarkeit und Energie jeden Abend ein neues Kunstwerk erschaffen und dessen Intensität in die reale Welt hineintragen.

Von Hugo Thiel

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