Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Regional Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch gestorben
Nachrichten Kultur Regional

Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch gestorben 

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:28 08.09.2021
Der in Dresden geborene Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot.
Der in Dresden geborene Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot. Quelle: Fabian Sommer
Anzeige
Dresden

Der in Dresden geborene Kunstsammler und Mäzen Heiner Pietzsch ist tot. Er starb am Dienstag im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in einer Berliner Klinik, wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Mittwoch mitteilte. Noch vor zweieinhalb Wochen hatten Pietzsch und seine Frau an dem Festakt zur Wiedereröffnung der Neuen Nationalgalerie teilgenommen.

Das Ehepaar Ulla und Heiner Pietzsch hatte eine wertvolle Kunstsammlung aufgebaut und diese vor rund fünf Jahren dem Land Berlin geschenkt. Die beiden haben keine eigenen Kinder. Die Sammlung soll in dem im Bau befindlichen Museum für das 20. Jahrhundert am Kulturforum in Berlin präsentiert werden. Die Schenkung umfasste etwa 150 Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen der Klassischen Moderne, darunter Werke von Max Ernst, Salvador Dalí und Mark Rothko. Der Schätzwert wurde damals mit 120 Millionen Euro angegeben.

Mit einer Kunststoff-Firma in West-Berlin selbstständig gemacht

In Dresden half Pietzsch seit 1990 den Staatlichen Kunstsammlungen bei Ankäufen und schenkte Werke unter anderem von Rebecca Horn oder Gotthard Graupner. 2013 schenkte das Sammlerpaar der Stadt Dresden ein Hauptwerk des Malers Richard Oelze (1900-1980). Das 1958 entstandene Gemälde „Ort, an den man sich erinnern möchte“ ist in der Städtischen Galerie zu sehen.

Pietzsch hatte sich in den 50er Jahren als Selfmademan mit einer Kunststoff-Firma in West-Berlin selbstständig gemacht. „Damals war meine Frau nicht nur meine beste, sondern auch meine einzige Mitarbeiterin“ erzählte er vor einigen Jahren der dpa. Seit den 50er Jahren trug das Paar die beispiellose Sammlung surrealistischer Kunst zusammen. Heiner Pietzsch berichtete: „Anfangs haben wir die Bilder nur als Dekoration an die Wand gehängt, bis wir merkten: Das bringt nichts, einfach durcheinander zu kaufen“, so Pietzsch. „Am Ende hat meine Frau sich mit ihrer Liebe zu den Surrealisten durchgesetzt.“

Die Kunst geliebt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Pietzsch als Menschen, der die Kunst geliebt und sie mit der Gesellschaft habe teilen wollen. „Wir verneigen uns in Trauer und Dankbarkeit vor einem liebenswürdigen Menschen, vor einem leidenschaftlichen Kunstsammler und vor einem Wohltäter für unser bürgerliches Miteinander.“

Der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, Michael Eissenhauer, erklärte: „Die Staatlichen Museen zu Berlin sind Heiner Pietzsch zu allergrößtem Dank verpflichtet. Wir verlieren mit ihm einen kunstsinnigen und über alle Maßen großzügigen Freund und Mäzen.“

Von RND/dpa