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Regional Kunst-Raritäten vergangener Jahrhunderte kommen unter den Hammer
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08:31 26.03.2018
Kommt zur Versteigerung: Kupferstich „Novi Belgii“ des holländischen Verlegers Nicolaus Johannes Visscher, 1656 Quelle: Kunstauktionshaus Günther
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Dresden

Mit dem Nachlass eines Antiquars wird das Dresdner Kunstauktionshaus Günther in seiner Frühjahrsauktion am 24., 27. und 28. März einzigartige Holzschnitte, Kupferstiche, Lithographien und ähnliches aus der Zeit des 16. bis 19. Jahrhunderts versteigern. Neben Stadtansichten und Landkarten aller Kontinente finden sich Darstellungen aus Natur und Wissenschaft, Architektur und Antike, Sport und Spiel und vieles mehr, teilte das Auktionshaus mit. Einen Teilschwerpunkt bildet künstlerische Druckgrafik des 18. und 19. Jahrhunderts aus England.

Unter den Karten vom amerikanischen Kontinent steht ein Kupferstich des holländischen Verlegers Nicolaus Johannes Visscher aus dem Jahr 1656 im Mittelpunkt. Das Blatt mit dem Titel „Novi Belgii“ erfasst die Ostküste der USA und erinnert an die Erstbesiedlung des Gebietes durch niederländische Glaubensflüchtlinge.

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Eine Rarität stelle auch Pierre Belon’s „Histoire de la nature des oyseaux“, verlegt bei dem Pariser Verleger Corrozet 1555, dar. Dieses wissenschaftliche Werk gibt die damals bekannte Vogelwelt in handkolorierten Holzschnittillustrationen wieder. Ein weiteres Highlight ist das 1747 in London erschienene Werk „The complete Florist“, das in Erstauflage angeboten wird. In 100 Farbtafeln wird vorgestellt, welche Blumen in der Mitte des 18. Jahrhunderts für Gärtner und Floristen verfügbar und angesagt waren.

Das mit 6000 Euro am höchsten bewertete Buch entstand anlässlich des Einzuges des Kardinalinfanten Ferdinand von Spanien als spanischer Gouverneur in Antwerpen 1635. Der historische Hintergrund ist der 30-jährige Krieg und insbesondere die Schlacht von Nördlingen. Mit der Festdekoration wurde Peter Paul Rubens beauftragt. Das von Caspar Gevartius verfasste Buch „Pompa Introitus honori serenissimi principis Ferdinandi Austriaci hispaniarum infantis gelte als das „vielleicht am prachtvollsten illustrierte Buch des 17. Jahrhunderts“.

Im Nachgang der Buch-und Grafikauktion versteigert das Auktionshaus Günther 645 Bände Kunstsachbücher. Die Auktion findet in den Firmenräumen an der Bautzner Landstraße 7 statt.

Der Katalog ist im Internet abrufbar (www-dresden-kunstauktion.de) oder kann als Broschüre bezogen werden.

Von Katharina Jakob