Klassik trifft Elektro: Dresdner Musiker Sven und Clemens stellen neues Album vor
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10:56 31.01.2020
Clemens Christian Poetzsch plays Sven Helbig
Clemens Christian Poetzsch plays Sven Helbig Quelle: Pr
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Dresden

Da haben sich zwei Musiker – wieder – zusammengetan: Sven Helbig und Clemens Christian Poetzsch. Beide hatten sich an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden kennengelernt. Im Jahr 2008 war das, Helbig unterrichtete Schlagzeug, Poetzsch studierte Klavier, bald traten sie zusammen im Jazz-Trio auf, spielten im Dresdner Club Blue Note. Erste Impulse und gemeinsame Erfahrungen, dann aber führten ihrer beider Wege in verschiedene Richtungen.

Der 1968 in Eisenhüttenstadt geborene Sven Helbig, bis 2007 auch bei den von ihm mitgegründeten Dresdner Sinfonikern, wandte sich verstärkt Orchester- und genreübergreifender Musik zu, es entstanden Orchesterstücke, Chormusik und Kompositionen für elektronische Musik, 2013 erschien sein Debüt Pocket Symphonies beim Traditionslabel Deutsche Grammophon. Er arbeitete u.a. mit den Pet Shop Boys zusammen, arrangierte und produzierte für Rammstein, Snoop Dogg, Polarkreis 18, die Pianistin Olga Scheps und das Fauré Quartett.

„Feinfühlige Klavierstücke zwischen Klassik und Elektronik“

Clemens Christian Poetzsch wurde 1985 in Dresden geboren. Ersten Klavierunterricht erhielt er von seinem Großvater, dem Opernsänger. Ein Geschenk zum neunten Geburtstag – das Notenbuch von Frank Sinatra – habe ihm als jungen Pianisten neue musikalische Horizonte eröffnet, schreibt er auf seiner Website. Das Improvisieren und Spielen mit den Melodien prägte ihn, wie das klassische Klavier- und Kompositionsstudium an der Musikhochschule seiner Heimatstadt. Mit den Bands Slavicon und Masaa hat er zahlreiche Preise erhalten, gastierte auf Tourneen im In- und Ausland und war für das Goethe-Institut in Ostafrika und Jordanien unterwegs. Als Solokünstler sei er bestrebt, „die Grenzen zwischen Jazz, Klassik und Filmmusik aufzubrechen“. 2019 wurde sein Album „Remember Tomorrow“ für den Opus Klassik nominiert.

Nun haben Helbigs und Poetzschs künstlerische Ambitionen sie wieder zusammengeführt: für die Arbeit an dem Album „Clemens Christian Poetzsch plays Sven Helbig“. Das erscheint am Freitag in der Reihe „Neue Meister“ beim Label Edel und wird am 1. Februar mit einem Konzert im Dresdner Jazzclub Tonne live vorgestellt.

Annonciert als „feinfühlige Klavierstücke zwischen Klassik und Elektronik“, vereint es von Sven Helbig komponierte Stücke, die allerdings originär nicht für Klavier gedacht waren. Helbig hat sie aus bereits erschienenen Alben ausgewählt und zusammengestellt. „Ich habe sehr lange darüber nachgedacht, wer am besten dafür geeignet wäre, meine Musik auf einem Klavieralbum zu spielen, und in Clemens habe ich die perfekte Kombination aus technischem Können, dem Gespür für Sound und musikalischen Hintergrund gefunden“, sagt er zu dieser Gemeinschaftsarbeit. Poetzsch, so Helbig, lasse seine eigene musikalische Erfahrung und sein Leben in die Stücke einfließen und kreiere so seine eigene Vision der Kompositionen.

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So haben die beiden ein sehr persönliches Album produziert, und die Stücke darauf tragen – wie bei Sven Helbig immer wieder zu finden – assoziative Titel wie z.B. „Abendglühen“, „Meernacht“, „L’infinito“, „Gone“, „Am Abend“, „A Tear“, „Eisenhüttenstadt“, „Agnus Dei“ und „Maibaum“. Zum Schluss gibt es ein „Schlaflied“, das der Komponist, Musikproduzent und Regisseur für seine Tochter geschrieben hat, mit einem „Gefühl, das mit nichts anderem im Leben vergleichbar ist“. Für den Pianisten eines seiner Lieblingsstücke von Helbig. „Ich glaube, ich verstehe, was er meint“, so Poetzsch, „... ich werde es spielen wie eine sanfte, behutsame Jazz-Ballade“.„Clemens hat den Stücken so viele musikalische Farben verliehen – viel mehr, als ich je erwartet hätte“, freut sich Sven Helbig über das künstlerische Ergebnis ihrer Zusammenarbeit. „Man hört zur Hälfte Clemens und zur Hälfte mich.“

Release-Konzert am 1. Februar, 20 Uhr, Jazzclub Tonne im Kurländer Palais, Tzschirnerplatz 3–5. Exklusiv im Dresdner Konzert wird Sven Helbig bei einigen Stücken als „special guest“ mitspielen. Neben den Stücken des gemeinsamen Albums sind außerdem Kompositionen von „Remember Tomorrow“ zu hören. Eintritt 22, 16 Euro www.jazzclubtonne.de

Von Kerstin Leiße